Unbeschwertes Schwimmvergnügen
: Badeseen im Kreis Esslingen haben super Wasserqualität

Gute Nachricht zum Saisonstart: Im Aileswasensee in Neckartailfingen, im Bürgersee in Kirchheim und im Bissinger See ist das Schwimmen möglich. Den Neckar sollte man meiden.
Von
Elke Hauptmann
Esslingen
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Klein und fein: Der Bissinger See hat eine hervorragende Wasserqualität zu bieten.

Horst Rudel

In den drei offiziellen Badeseen im Kreis Esslingen kann man unbeschwert schwimmen. Rechtzeitig zum Start in die Sommersaison teilt das Landesgesundheitsamt mit: Der Aileswasensee in Neckartailfingen, der Bürgersee in Kirchheim und der Bissinger See in Bissingen weisen eine super Wasserqualität auf. Diese Einschätzung beruht auf den Messwerten des vergangenen Jahres.

Die Wasserqualität der Seen im Land sei „im europäischen Vergleich wieder überdurchschnittlich gut“, sagte der Minister Manfred Lucha (Grüne) jüngst bei der Vorstellung der digitalen Badegewässerkarte 2025, die in der Saison ständig aktualisiert wird. Sie gibt einen Überblick über die 311 im vergangenen Jahr hygienisch überwachten Badestellen in Baden-Württemberg. 97 Prozent davon sind demnach zum Schwimmen und Planschen bestens geeignet.

Alle 14 Tage werden Wasserproben im Labor analysiert

Für ungetrübte Badefreuden müssen die Gewässer hygienisch einwandfrei sein. Die Badestellen im Land werden daher in der Saison, die in der Regel vom 1. Juni bis 15. September dauert, nach EU-Vorgaben ständig überwacht. Denn es könnten durch starke Regengüsse Keime oder Schadstoffe in die Seen gelangen.

Neben einer umfangreichen Sichtkontrolle, bei der die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zum Beispiel auf Wasserfärbung, Sichttiefe, Geruch, Schaumentwicklung, Zuflüsse, Algenblüte sowie die Belastung durch zu viele Wasservögel achten, werden mindestens einmal im Monat, in der Regel sogar alle 14 Tage, Wasserproben entnommen und im Labor analysiert.

Als Maßstab für die jeweiligen Gütesiegel gilt die Konzentration von Bakterien wie E. coli und Enterokokken im Wasser. Sie können auf eine fäkale Verunreinigung hinweisen, die Magen-Darm-Infekte auslösen können. Werden die Grenzwerte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, können die Behörden ein Badeverbot anordnen, das so lange gilt, bis die Wasserqualität mindestens wieder als ausreichend eingestuft werden kann.

Badeseen können ohne Einschränkungen genutzt werden

Eine solch drastische Maßnahme wurde jedoch bei keinem der drei Badeseen im Kreis Esslingen in der vergangenen Saison erforderlich. Die bakterielle Verunreinigung lag überwiegend deutlich unter der gesundheitsschädlichen Grenze. Der Bissinger See und der Bürgersee in Kirchheim – beide bis zu vier Meter tief – sind dementsprechend auf der Badegewässerkarte blau markiert für ihre „hervorragende Qualität“ des Wassers. Der mit 2,50 Meter deutliche flachere Aileswasensee ist mit einem grünen Punkt gekennzeichnet, der für „gute Qualität“ steht.

Dem Badevergnügen im Aileswasensee steht nichts im Wege.

Foto: Ines Rudel

Bei anderen beliebten Badeseen in der Region sieht es ebenfalls gut aus: Blau markiert sind der Ziegeleisee in Schorndorf, der Ebnisee bei Kaisersbach, der Eisenbachsee bei Alfdorf und der Fornsbacher Waldsee bei Murrhardt; auf Grün stehen der Badesee in Plüderhausen und der Aichstrutersee Welzheim (alle Rems-Murr-Kreis). Bedenkenlos baden kann man auch im Unteren Seewaldsee bei Horrheim (Kreis Ludwigsburg).

Vom Baden in Flüssen rät das Ministerium indes weiterhin ab, da diese – abgesehen von wenigen ausgewiesenen Stellen – nicht zum Baden geeignet sind. Die Wasserqualität wird amtlich auch nicht kontrolliert. „Es ist daher nicht auszuschließen, dass an diesen Badestellen mikrobiologische Verunreinigungen oberhalb der geltenden Grenzwerte vorliegen“, heißt es seitens des Ministeriums. Auch wenn der Neckar zeitweise in Stichproben unter die tolerablen Konzentrationen mikrobiologischer Prüfparameter fallen könnte, bedeute dies nicht, dass die Wasserqualität dauerhaft ausreichend gut sei.

Vom Schwimmen im Neckar wird ausdrücklich gewarnt

Auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar warnt, wenngleich aus anderem Gründen, eindrücklich: Gerade den Fluss sollte man zur Abkühlung meiden. Die Gefahren sind wegen des Schiffsverkehrs auf der Wasserstraße und gefährlicher Strömungen einfach zu groß. Dort, wo das Baden nicht grundsätzlich durch die Gemeinden verboten wurde, gilt: Tabu sind die Bereiche 100 Meter flussauf- und flussabwärts von Wehr- und Schleusenanlagen, einschließlich der Schleusenvorhäfen, Kraftwerksanlagen, Hafeneinfahrten und Brücken. Die Wasserschutzpolizei ahndet Fehlverhalten mit Ordnungswidrigkeits- oder gar Strafverfahren. Die Ertappten müssen mit Platzverweisen, Verwarnungen und Bußgeldern rechnen.

Alle Informationen zur Wasserqualität aller Seen während der Badesaison: www.badegewaesserkarte.landbw.de