Neue Strecken in Leinfelden-Echterdingen
: Auf diesen Mountainbike-Trails haben Anfänger und Fortgeschrittene Spaß

Vier Jahre dauerte die Planung und Realisierung von zwei legalen Mountainbikestrecken im Wald bei Echterdingen. Am Samstag wurden die Trails ins Siebenmühlental hinunter eröffnet.
Von
Philipp Braitinger
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Die Trails sind für Anfänger geeignet, aber auch Fortgeschrittene können auf den beiden Strecken viel Spaß haben.

Philipp Braitinger

Es war ein weiter Weg. Nach rund vier Jahren wurde am Samstagvormittag auf der sogenannten Spielwiese im Wald bei Echterdingen die Eröffnung der ersten beiden öffentlichen Mountainbike-Trails hinab ins Siebenmühlental gefeiert. „Wir schaffen ein Angebot für den Breitensport“, freute sich Anja Schubert, die Leiterin des Amts für Immobilien. Mehr als 60 000 Euro haben die beiden Strecken, die jeweils ungefähr einen Kilometer lang sind, gekostet. Die Hälfte davon kommt von der Region.

Instand gehalten werden die neuen Strecken von Mitgliedern des örtlichen Bikesport-Vereins. Zu den Mitgliedern gehört auch Martin Kilb. Er ist einer der Trailpaten und hat bereits beim Bau der Strecken angepackt. Rund 40 Freiwillige hätten seit dem vergangenen Sommer, mit Unterstützung einer professionellen Trailbau-Firma, bei oft widrigen Wetterverhältnissen mit Schaufel und Hacke an den Strecken gearbeitet, berichtet er. Davor gab es eine lange Planungsphase.

SpätzLE-Trail und FlädLE-Trail

Die neuen Strecken tragen die Namen „SpätzLE-Trail“ und „FlädLE-Trail“. Laut Kilb sind die Trails für Anfänger geeignet. Fortgeschrittene könnten aber auch Spaß auf den Strecken haben. Die Fahrer haben immer wieder die Wahl, ob sie ein eingebautes Hindernis beispielsweise überspringen oder doch lieber umfahren wollen. Für die Besucher der Eröffnungsfeier gab es die Möglichkeit, die Trails mit modernen E-Bikes zu testen. Ein lokales Fahrradgeschäft bot die Zweiräder zum Leihen an. Und wer nach dem Radeln hungrig und durstig war, freute sich über Getränke und Gegrilltes auf der Spielwiese.

Der „FlädLE-Trail“ beginnt mit einem sanften Gefälle auf natürlichem Waldboden. Auf der Strecke gibt es viele offene Kurven, unten wird es steiler. Der SpätzLE-Trail verfügt über mehr Steilwandkurven, sogenannte Anlieger, und besitzt eher einen Flow-Trail-Charakter. „Es entsteht ein angenehmer Fahrfluss“, so Kilb. Um Unfälle zu vermeiden, sollten auf den neuen Trails einige Regeln beachtet werden. Bergauf sollten die Wege beispielsweise nicht genutzt werden, sie sind quasi Einbahn-Trails. Auch Fußgänger sollten sich strengstens von den Wegen fernhalten. Schilder an den Strecken geben wichtige Hinweise.

Vor allem durch die Coronabeschränkungen sei plötzlich sehr viel los im Wald gewesen, erinnerte Kilb an die Anfänge des Projekts. Manche Radfahrer hatten das Bedürfnis, nicht immer nur auf den ausgebauten Waldwegen mit mehr als zwei Meter Breite zu fahren. Manch einer wollte ins Gelände. Das sahen andere Waldnutzer aber nicht immer gerne. Es drohten Konflikte zwischen Forstmitarbeitern, Jägern, Naturschützern und Freizeitsportlern. Für den Bau der neuen Trails wurden schließlich alle Interessengruppen von der Stadt an einen Tisch gebracht. Es habe „harte Diskussionen“ gegeben, erinnerte sich der Bürgermeister Benjamin Dihm. Dass man sich trotzdem zusammengesetzt und an einer Lösung gearbeitet hat, verdiene eine hohe Anerkennung.

Am Ende des langen Planungsprozesses wurden die beiden nun eröffneten Passagen gefunden. Sie befinden sich auf städtischer Waldfläche. Parallel zum Bau wurden andere, nicht genehmigte Strecken, deren Nutzung dem Wald hätte schaden können, zurückgebaut. „Ich habe viel über unseren Wald vor der Haustüre gelernt“, berichtet Kilb von der Arbeit in den vergangenen Jahren und dem Austausch mit Vertretern anderer Interessengruppen im Wald.

Für den Verband Region Stuttgart betonte der Regionaldirektor Alexander Lahl während der Eröffnungsfeier, dass die beiden Strecken im Stadtwald von Leinfelden-Echterdingen Teil eines größeren Netzes im Landkreis Esslingen seien. Die Angebote dienten dazu, nicht genehmigte Trails zu minimieren und damit den Naturschutz zu stärken. „Wir haben eine Win-win-Situation geschaffen“, sagte Lahl.

Vorläufige Genehmigung für fünf Jahre

Nun hoffen die Beteiligten, dass das Angebot rege angenommen wird und der Verkehr auf nicht genehmigten Trails spürbar abnimmt. Entlang der Strecken gibt es Zähler, die Aufschluss über die Nutzung geben sollen. Die Genehmigung wurde vorläufig für fünf Jahre erteilt.

Ob die Trails anschließend eine unbefristete Genehmigung erhalten, wird die Evaluation zeigen. Der bisherige Austausch der unterschiedlichen Interessenvertreter soll beibehalten werden.

Die Strecken im Überblick

FlädLE-Trail
Diese Strecke kann vom Wanderparkplatz an der Alten Poststraße begonnen werden. Von dort müssen die Radfahrer ein wenig Richtung Südosten am Waldrand entlangfahren und dann auf den Feldern nach rechts abbiegen. Wenn man wieder an den Waldrand kommt, ist der Einstieg in den Trail ausgeschildert. Die Strecke geht rund einen Kilometer bergab und endet bei der Walzenmühle. Von dort können die Sportler Richtung Schlösslesmühle und von dort über die Alte Poststraße wieder zurück zum Parkplatz.

SpätzLE-Trail
Diese Strecke kann ebenfalls vom Wanderparkplatz an der Alten Poststraße begonnen werden. Die Anfahrt erfolgt über die Alte Poststraße, dann rechts in die Rasierbuckelallee. Nach wenigen Hundert Metern beginnt der Trail links. Die Strecke endet südlich des Wanderparkplatzes bei der Seebruckenmühle.