Leinfelden-Echterdingen: Interkulturelle Woche – „Aber in diesem Jahr haben die sich nicht gemeldet“

Das ist die hohe Kunst des Origami aus Japan. Am 27. September kann die nun auch in Leinfelden-Echterdingen erlernt werden.
imago images/ShotshopSeit 50 Jahren gibt es bundesweit die interkulturellen Wochen, seit 50 Jahren gibt es die Stadt Leinfelden-Echterdingen, doch erst seit zehn Jahren beteiligt sich auch diese Stadt bei den interkulturellen Wochen. „Wir sind da die spät Bekehrten“, gibt Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell zu, „aber dafür sind wir da jetzt richtig dabei“. Etwa dergestalt, dass es mit Carola Leuthold eine ausgewiesene Kontaktperson gibt in Sachen Integration.
Sie hat nun mit etwa 20 Organisationen und Vereinen das aktuelle Programm der interkulturellen Woche der Stadt Leinfelden-Echterdingen vom 20. September bis zum 8. Oktober zusammengestellt. Und da gibt es Dinge, die man erwartet, um sich einen Überblick zu dieser Thematik zu verschaffen. Und es gibt einige überraschende Programmpunkte.
Gesichter der Vielfalt in Leinfelden-Echterdingen
Gut für den Überblick ist etwa die Medienausstellung in der Stadtbücherei am Neuen Markt vom 20. bis zum 27. September. Ob Bücher, Zeitschriften oder Filme: Auf vielerlei Weise ist heute die kulturelle Vielfalt unserer Welt abgebildet, die hier gesondert präsentiert werden, die auch ausgeliehen werden können. Dazu passt auch die Fotoausstellung „Gesichter der Vielfalt: Migration, Arbeit, Geschichten in L.E.“, die ebenfalls in der Bücherei am 24. September um 18.30 Uhr eröffnet wird.

Seit zehn Jahren organisiert die Stadt Interkulturelle Wochen (Archivfoto).
Foto: Manfred StorckDie haben der Arbeitskreis Geflüchtete in Leinfelden-Echterdingen sowie in Musberg in Zusammenarbeit mit dem Fotoklub, dem Verein Kultur-Point, der Bürgerstiftung sowie der Volkshochschule zusammengestellt. „Verschiedene Porträt-Aufnahmen geben Einblicke in die Welt von Migrantinnen und Migranten, die in unserer Stadt leben und arbeiten. Abgebildet sind nicht nur Zugewanderte, sondern auch jene der so genannten Gastarbeiter-Generation beziehungsweise deren Nachkommen“, heißt es in der gemeinsamen Beschreibung: „Die Beispiele machen deutlich, dass Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte eine Gemeinschaft bilden“.
Vorträge, Treffen und gemeinsam essen bei der Interkulturellen Woche
Die Auftaktveranstaltung ist am 21. September um 15 Uhr im Bürgersaal. Da wird das 15-Jahr-Jubiläum der Gruppe Integration LE gefeiert mit einem Rückblick auf Veranstaltungen und Projekte der vergangenen Jahre. Es gibt dazu auch ein Quiz, die Fragen dazu werden jetzt aber noch nicht verraten.
Richtig viel los ist dann zwischen dem 25. und dem 28. September. In der Zehntscheuer etwa findet am 25. September von 9 bis 10.30 Uhr ein internationales Frauentreffen statt, um 15 Uhr wird am selben Tag in der Stadtbücherei zweisprachig vorgelesen, ebenfalls von 15 Uhr an können in der Jugendfarm die Zäune und Ställe bunt angemalt werden. Am 26. September kommen in der Zehntscheuer alle Dolmetscher der Kommunen im Landkreis Esslingen zusammen. Und am 27. September gehen zwischen 14 und 17 Uhr jene in die Volkshochschule, die in Sachen Origami ihre Fingerfertigkeit verbessern und gleichzeitig die Grundzüge der japanischen Sprache kennenlernen wollen.
Vortrag über das Judentum in Württemberg
Dazwischen gibt es am 22. September in der Volkshochschule einen Vortrag über das Judentum in Württemberg. Und am 23. September kann man im Jugendhaus Forum Stetten mitmachen bei einer Döner-Session, und zwar nach den Gepflogenheiten des Berliner Originals.
Es ist also viel geboten, was nicht verwundern muss bei einer Stadt mit einem Ausländeranteil von 20 Prozent. Und der Bürgermeister Kalbfell ist auch stolz darauf, dass keine ausländerfeindlichen Gruppierungen im Gemeinderat vertreten sind. Für ihn ein Beleg, dass das Zusammenleben dank vieler gemeinsamer Bemühungen gelingt.
Konfliktpotenzial aber bleibt, aktuell etwa der Streit um den Moschee-Neubau in Oberaichen. „In der Vergangenheit war der Verein für Kultur-Bildung & Integration immer wieder mal dabei bei der interkulturellen Woche“, so Kalbfell, „es gab ja auch Besichtigungen des Gebäudes im Bauzustand. Aber in diesem Jahr haben die sich nicht gemeldet.“