Kirche auf den Fildern
: Fusion der Kirchenbezirke: Sein Job wird künftig weggespart

2029 sollen die evangelischen Kirchenbezirke Esslingen und Bernhausen zusammengelegt werden. Diese Veränderungen stehen für die Gläubigen an.
Von
Caroline Holowiecki
Stuttgart
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Gunther Seibold ist der Dekan des Kirchenbezirks Bernhausen. Seine Stelle wird es künftig nicht mehr geben.

Caroline Holowiecki

Dass es passieren wird, ist seit Ende 2023 bekannt. Da wurde der landeskirchliche Dekanatsplan 2030 veröffentlicht, und er beschreibt einen „notwendigen Transformationsprozess“. Die evangelische Landeskirche in Württemberg hat begleitend zum Pfarrplan eben diesen Dekanatsplan entworfen. Dessen Kern: Etwa im selben Maß wie Pfarr- sollen Dekanatsstellen reduziert werden. Dazu werden Kirchenbezirke zusammengelegt. Dies trifft auch die vier Bezirke im Landkreis Esslingen.

Hier wird es zwei Fusionen geben. Der Kirchenbezirk Nürtingen soll zum 1. Januar 2028 mit dem in Kirchheim zusammengehen. Außerdem werden Bernhausen und Esslingen vereinigt. Mittendrin ist Gunther Seibold, der Dekan in Bernhausen. Sein Job wird in der Zukunft weggespart. „Der Oberkirchenrat steuert die Fusion über die Dekanatsstellen“, erklärt der 60-Jährige, dessen Wahlzeit am 31. Dezember 2029 nach zehn Jahren endet. „Die Stelle wird nicht mehr besetzt“, erklärt Gunther Seibold. Der Dekanatssitz in Bernhausen inklusive aller Diensträume wird demnach aufgelöst. „Im Lauf des Jahres 2029 wird die Fusion vollzogen“, sagt er.

So viele Gläubige werden im Kirchenbezirk Bernhausen gezählt

Faktisch geht es um eine Verschlankung der mittleren Verwaltungsstruktur, denn die Kirche verliert ihre Gläubigen. 2025 ist die Zahl der Mitglieder der Württembergischen Landeskirche einmal mehr zurückgegangen: um 50.220 Personen (2024: 48.200) oder 2,9 Prozent (2024: 2,7 Prozent) auf 1,67 Millionen. Der Kirchenbezirk Bernhausen umfasst die 14 Kirchengemeinden in Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern und Neuhausen. Ende 2025 brachten sie es in Summe auf 36.459 Mitglieder.

Der Kirchenbezirk Esslingen ist größer. Dort waren es zum Jahreswechsel 46.045 Mitglieder. Der Bezirk umfasst 21 Kirchengemeinden in den Kommunen Esslingen, Aichwald, Altbach, Baltmannsweiler, Deizisau, Denkendorf, Hochdorf, Köngen, Lichtenwald, Plochingen, Reichenbach und Wernau. Für den Dekanatsplan wurde hochgerechnet, wie viele Mitglieder die Kirchenbezirke bis 2030 wohl noch haben werden. Für Esslingen geht man von 43.012 aus, für Bernhausen von 33.860. Im Kirchenbezirk Kirchheim werden es noch 26.353 Mitglieder sein, in Nürtingen 36.975. Aufgrund der Größe wird der Dekanatssitz nach der Fusion vermutlich dort sein.

Dekanatssitz in Esslingen: Wie wird der neue Kirchenbezirk heißen?

Schon jetzt ist klar, dass nach der Fusion Bernhausen-Esslingen der Dekanatssitz in Esslingen sein wird. Und auch der dortige Dekan ist gesetzt. Klaus-Peter Lüdke ist erst seit dem 1. September 2025 im Amt. Wie auch Gunther Seibold seinerzeit wurde er für zehn Jahre gewählt. Klaus-Peter Lüdke gilt als unkonventionell und progressiv, hat beispielsweise ein Buch über Queerness geschrieben und legt die Bibel bisweilen ungewohnt aus. Manches ist laut Gunther Seibold zum jetzigen Zeitpunkt indes noch in der Schwebe, etwa, wie der neue Kirchenbezirk heißen wird. „Alle wissen, dass es so kommen wird, doch die Schritte dahin haben noch nicht angefangen“, sagt er.

Was Gunther Seibold jedoch klarstellt: Für die Gläubigen in den Kirchengemeinden wird sich durch die Fusion nichts ändern. „Sie wird für das Kirchenmitglied keine Auswirkungen haben. Es kommt halt ein neuer Dekan, wenn ein Pfarrer eingesetzt wird.“ Das Gemeindeleben vor Ort werde weitergehen wie bisher, betont er. Bei den Kirchenbezirken handle es sich letztlich lediglich um eine Verwaltungsebene auf mittlerer Hierarchie zwischen dem Oberkirchenrat und den Pfarrämtern.

Die Zahl der Pfarrpersonen im Kirchenbezirk Bernhausen wird deutlich reduziert.

Foto: dpa (Symbolbild)

Was die Menschen vor Ort indes sehr wohl merken, sind die Auswirkungen des Pfarrplans 2030. Er zeigt auf, inwiefern im Kirchenbezirk Bernhausen die Zahl der Pfarrpersonen reduziert werden soll: von 22,5 Stellen, die es im Jahr 2024 waren, auf 16,5 im Jahr 2030. Gunther Seibold spricht von der bislang heftigsten Reduzierung. „Der Abbau findet sukzessive statt.“

Neue Pfarrerin in Bonlanden

Veränderungen in Bonlanden
Bonlanden hat wieder eine Pfarrerin. Nach mehr als anderthalb Jahren ist die verwaiste Stelle im Pfarramt Nord besetzt worden. Mitte April war Investitur von Michaela Schenk. Sie hat in Bonlanden eine 50-prozentige Stelle übernommen. Zuvor war die 58-Jährige aus Stuttgart in Leonberg in der Altenseelsorge tätig gewesen, danach hatte sie eine Weile pausiert, berichtet der Dekan Gunther Seibold. Die 100-Prozent-Stelle im Bonländer Pfarramt Süd ist nach wie vor unbesetzt.