Jugendbeteiligung in L.-E.
: Diese Projekte wollen die Jugendlichen in ihrer Stadt

Was wünschen sich die Jugendlichen in Leinfelden-Echterdingen? Aus einer Beteiligungsreihe des Stadtjugendrings im Frühjahr 2025 sollen nun die ersten konkreten Projekte entstehen.
Von
Rebecca Anna Fritzsche
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Eine Skateranlage wie hier in Esslingen steht ebenfalls auf der Wunschliste.

Roberto Bulgrin

Jugendbeteiligung ist ein großes Wort, das gerne verwendet wird, wenn alle einbezogen werden sollen. Aber wie kann man das so umsetzen, dass die wirklichen, wahren Wünsche der Jugendlichen gehört werden? Eine Veranstaltungsreihe des Stadtjugendrings im Frühjahr 2025 sollte genau das tun – „wir wollten keine Konferenzen, sondern niederschwellige Angebote, zu denen die Jugendlichen einfach vorbeikommen konnten“, so beschreibt es Sandra Fromme, die Geschäftsführerin des Stadtjugendrings. Treffen in den Jugendhäusern oder auf dem Aktivspielplatz. Stockbrotgrillen, Sushi-Essen, und als Special Guest der Oberbürgermeister Otto Ruppaner, der sich anhörte, was die Jugendlichen zu sagen hatten.

Und sie hatten was zu sagen: Viele Bereiche in der Stadt sind es, bei denen die Jugendlichen sich Verbesserung wünschen. „Aus jedem Themenfeld soll es ein Projekt geben, das weiter verfolgt wird in der Stadtverwaltung“, sagt Sandra Fromme. Aus den beteiligten Jugendlichen ist eine „Task Force“ entstanden, die weiter mit am Tisch sitzen wird, wenn diese Projekte weiter bearbeitet werden.

Plätze, wo die Jugendlichen nicht weggeschickt werden

Ganz oben auf der Liste steht eine Skateranlage und eine Calisthenic-Anlage, an der man an Stangen Krafttraining machen kann. „Für viele Jugendliche ist das Fitnessstudio zu teuer“, erklärt Sandra Fromme. Mittlerweile habe man herausgefunden, dass an verschiedenen Stellen der Stadt, etwa an einigen Schulen, bereits über die Einrichtung einer Calisthenic-Anlage nachgedacht wird. „Hier geht es also auch um eine bessere Vernetzung.“

Solche Sportanlagen, die öffentlich sind und damit zugänglich für alle Jugendlichen, gehören zu den Plätzen in der Stadt, die sich die Jugendlichen wünschen. Plätze und Räume, an denen sie sich aufhalten können, ohne jemanden zu stören, ohne weggeschickt zu werden. Hier haben sie bereits eine Liste an möglichen Flächen zusammengestellt, im Herbst soll es ein Treffen mit der Stadtverwaltung geben, um zu überlegen, welche Flächen in Frage kommen und was dorthin kommen könnte.

Ebenfalls wichtig für die Jugendlichen: bessere Busverbindungen, besonders von und nach Stetten und Musberg. „Klar kann man da nicht einfach im Alleingang etwas ändern, und das wissen die Jugendlichen auch“, sagt Sandra Fromme. Der Plan ist aber, bei den kommunalen Besprechungen zur ÖPNV-Planung, die regelmäßig stattfinden, auch die Jugendlichen an den Tisch zu holen. „Nach den Sommerferien wollen wir Plakate mit QR-Codes aufhängen“, sagt Fromme. Über diese QR-Codes können die Jugendliche Verspätungen oder Ausfälle angeben, damit diese gesammelt und an die Verwaltung weitergegeben werden können.

Auch saubere Wälder wünschen sich die Jugendlichen, und dafür mehr Mülleimer. „Sie haben gesagt: Wenn Müll herumliegt, sollen das immer die Jugendlichen gewesen sein, und das stimmt nicht“, berichtet Sandra Fromme. Auch hier soll im Herbst überlegt werden, wo weitere Mülleimer aufgestellt werden können.

Was auch zur Sprache kam, sind die Süßigkeitenautomaten privater Betreiber, die an vielen Stellen aufgestellt werden. Zu kaufen gibt es dort neben Süßigkeiten auch Energydrinks, aber teilweise auch Alkohol und E-Zigaretten. „Da haben einige Jugendliche gesagt, das gehört dort nicht hinein, das ist ein schlechtes Vorbild für die jüngeren Kinder“, sagt Sandra Fromme. „Und ich finde es toll, dass sie da Verantwortung übernehmen für die Jüngeren.“ Freilich lässt sich hier schwer ansetzen, aber auch hier ist es laut Fromme wichtig, dass die Jugendlichen das Problem erwähnt und bei der Stadtverwaltung eingespeist haben. Wer weiß, welche künftigen Entscheidungen dadurch beeinflusst werden? „Das ist eigentlich das Wichtige“, sagt Sandra Fromme, „dass die Belange der Jugendlichen überall Gehör finden und überall mitgedacht werden.“