Generationswechsel in Echterdingen
: Baustoffhandel Kemmler gibt Führung aus Familienhand

Die Kemmler Baustoffe-Niederlassung Echterdingen wird in Zukunft nicht mehr von Mitgliedern der Familie Ragg geführt. Wer sind die Neuen an der Spitze?
Von
Sandra Belschner
Stuttgart
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Stuttgarter Zeitung

Vier Jahrzehnte nachdem Werner Ragg 1984 seinen Baumaschinenhandel von Stuttgart-Birkach an den heutigen Standort nach Leinfelden-Echterdingen verlegt hat, geht eine Ära zu Ende: Erstmals wird die heutige Kemmler Baustoffe-Niederlassung Echterdingen in der Nikolaus-Otto-Straße nicht mehr von Mitgliedern der Familie Ragg geführt.

Anfang 2021 hatte die Familie ihren in den 1960er Jahren gegründete Betrieb im Sinne einer Nachfolgeregelung an Kemmler Baustoffe verkauft. Peter und Thomas Ragg, die Söhne von Werner Ragg, blieben damals als Geschäftsführer im Unternehmen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Nachdem sie ihre Nachfolger Florian Jokisch und Oliver Buchmann in den vergangenen vier Jahren intensiv auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet hatten, zogen sie sich jetzt wie geplant aus Altersgründen aus der Geschäftsführung zurück.

Florian Jokisch und Oliver Buchmann sind nun alleinige Geschäftsführer

Auch weiterhin werden Peter und Thomas Ragg in einer Beraterfunktion für Kemmler Baustoffe tätig sein und ihre Erfahrung vor allem im Vertrieb einbringen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Geschäftsführung besteht allerdings nur noch aus Florian Jokisch und Oliver Buchmann. Während Jokisch bereits seit seinem Ausbildungsbeginn 2003 Mitarbeiter bei Ragg ist, wechselte Buchmann Ende 2022 aus der Tübinger Kemmler-Zentrale in die Echterdinger Geschäftsführung.

Der heute 42-jährige Verkaufs- und Einkaufsspezialist Jokisch hatte nach seiner Lehre bei Ragg nebenberuflich noch ein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert und war nach seinem Abschluss und vor dem Einstieg bei Kemmler schon über einem Jahrzehnt unterstützend für die Geschäftsleitung von Ragg tätig gewesen. Der ebenfalls 42 Jahre alte Buchmann verstärkt das Leitungsteam in Echterdingen seit Ende 2022. Zuvor war der Wirtschaftsingenieur zweieinhalb Jahre als Projektmanager und Assistent der Kemmler Baustoffe-Geschäftsführung in Tübingen tätig gewesen. „Wir teilen uns die operative Geschäftsführung partnerschaftlich und gleichberechtigt“, sagt Florian Jokisch.

Während er schwerpunktmäßig für die Baustoffe, und damit für den Trockenbau und die Wärmedämmverbundsysteme, verantwortlich ist, ist Buchmann an dem rund 30 Mitarbeiter starken Standort für die Baumaschinen zuständig.

„Unsere Kunden wissen alle, dass wir Kemmler sind“

Der eingeführte Markenname des Ausbau-Spezialisten Werner Ragg bleibt weiterhin bestehen. Kemmler Baustoffe ist jedoch in den letzten beiden Jahren verstärkt im Straßenbild präsent geworden. Nicht nur, dass große Lastzüge in Kemmler-Farben vor den Gebäuden stehen. Nach der Eröffnung des Malerfachmarkts „L.E. Farben“ vor einem Jahr wurde der Parkplatz auch werbestark mit großflächigen Kemmler-Bauzaunplanen versehen. „Unsere Kunden wissen alle, dass wir Kemmler sind“, sagt Buchmann.

Aktuell laufen bei Kemmler Baustoffe in Echterdingen Erweiterungsarbeiten am Gelände. Vor drei Jahren schon hat das Unternehmen die Immobilie einer Druckerei auf dem Nachbargrundstück erwerben können. Bislang war diese allerdings noch vermietet. Vom Sommer an wird die Erweiterung nun komplett für Kemmler zur Verfügung stehen. „Wir sind froh über den Zuwachs, denn die räumlichen Verhältnisse in Echterdingen sind nach wie vor sehr beengt“, betont Oliver Buchmann. In diesem Jahr jährt sich die Gründung der Firmenfamilie Kemmler zum 140. mal.