Chor der Stadtverwaltung
: So klingt die Stadt Filderstadt

Die Stadtverwaltung Filderstadt hat einen eigenen Chor. Zu hören ist er in der Regel nur intern, im Oktober aber wird einer der ganz seltenen öffentlichen Auftritte sein.
Von
Caroline Holowiecki
Esslingen
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Silke Strobel (links) ist die Chorleiterin und sucht das Liedgut aus.

Caroline Holowiecki

Ja, ja, ja, ja, ja. Schon im Treppenhaus des Bürgerzentrums in Bernhausen sind die Aufwärmübungen der Sängerinnen und Sänger zu hören. Die Sommerferien haben zwar begonnen, dennoch hat sich der Großteil des Chors zur Probe eingefunden. Die Mitglieder sitzen im Stuhl-Halbkreis, die Augen sind auf Silke Strobel gerichtet. Sie dirigiert nicht nur, sie ist auch die Frau am Klavier. Los geht’s. „O wie wohl ist mir am Abend“ wird angestimmt, und tatsächlich breitet sich im Raum ein wohliger, voller Klang aus. „Ausdruck ist wichtig, achtet auf die Artikulation“, mahnt Silke Strobel. Schließlich klingt das Lied im Kanon aus.

Obwohl der Chor Filcanto gerade mal ein Dutzend Sängerinnen und Sänger zählt, kann er vier Stimmlagen bedienen. Das allein ist aber nicht das Besondere am Ensemble. Tatsächlich singen hier nur aktuelle und ehemalige städtische Angestellte aus unterschiedlichen Bereichen. Personen aus dem Ordnungsamt machen mit, aus der Kinderbetreuung, aus der Grünflächenabteilung oder dem Rechtsreferat. Der Stadtarchivar Nikolaus Back beispielsweise ist bereits seit der Gründung des Chores 2006 dabei. Damals hieß die Gruppe noch ganz schnöde Betriebschor. Initiiert worden war er seinerzeit als Teil des Netzwerks Sport und Freizeitgestaltung bei der Stadtverwaltung. Dort tun sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unterschiedliche Feierabend-Aktivitäten zusammen. Die einen gehen zusammen ins Theater, die anderen sporteln, und wieder andere singen eben.

Chorleiterin Silke Strobel hat bereits Erfahrung mitgebracht

Als nächstes wird „Freudenklang Festgesang“ angestimmt. Zusammengefunden haben sich die Frauen und Männer aus verschiedenen Gründen. Josef Dörrer etwa, ehemals im Baurechtsamt beschäftigt, bringt bereits Chorerfahrung mit. Bettina Pfützner aus der Kämmerei wiederum ist zwar eine leidenschaftliche Sängerin, kann aber keine Noten lesen, „deswegen war bei mir die Hürde immer zu hoch, mir einen Chor zu suchen“. Bei einem Betriebsausflug habe sie Filcanto gehört und endlich den Mut zum neuen Hobby gefasst.

Silke Strobel aus dem Amt für Klimaschutz, Steuerung und Kommunikation erzählt, dass sie in der Vergangenheit im kirchlichen Bereich Dirigentenkurse besucht und auch Gesangsunterricht bekommen habe, deswegen habe sie die Chorleitung übernommen. Sie ist es auch, die das Liedgut aussucht. „Ich habe für verschiedene Levels Noten dabei“, sagt sie. Für alle sei wichtig: Der Spaß und die Gemeinschaft sollen im Vordergrund stehen.

Gesungen wird bei Betriebsausflügen, Weihnachtsfeiern und Verabschiedungen

Geprobt wird immer projektbezogen. In der Regel ist das musikalische Dutzend nur intern zu hören. Filcanto bereichert Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern, Verabschiedungen oder Amtseinsetzungen, durfte in diesem Rahmen auch bereits in den Stadtkirchen von Reutlingen und Karlsruhe singen. „Das hat schon was“, sagt Nikolaus Back. Tatsächlich steht im Herbst aber einer der sehr seltenen öffentlichen Auftritte des Stadtchors an. Am 11. Oktober richtet der Sängerbund Sielmingen, der in diesem Jahr seinen 125. Geburtstag feiert, ein Konzert aus und hat dazu alle Filderstädter Chöre eingeladen. Auch Filcanto. Silke Strobel sagt: „Jetzt stellen wir uns der Aufgabe.“