Bierwecketse in Neuhausen
: Oldtimer, Tanz und viel Musik

Die 20. Bierwecketse brachte ganz Neuhausen auf die Beine. Die Vereine gestalteten das traditionelle Volksfest.
Von
Rainer Kellmayer
Esslingen
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  • Vor historischer Kulisse begeisterte die Bierwecketse auf dem Neuhäuser Rathausplatz die Besucher.

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  • Die Bruggaklopfer bereiten sich am Stand auf ihren Einsatz vor.

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  • Die Neuheit hat sich bewährt: Im Bierkarussell waren die Gäste auch bei Regen optimal geschützt.

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  • Hans Bayer ist der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Neuhausener Vereine. Bei ihm laufen die Fäden für das Vereinsfest zusammen.

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  • Schweinebraten und Kartoffelsalat: Ein Klassiker bei der Bierwecketse.

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  • Bier und Pommes kamen bei den Gästen besonders gut an.

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  • Für viele Vereinsmitglieder bedeutet die Bierwecketse lange Schichten an den Ständen.

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  • Das Saftrad ist eine der vielen guten Ideen, die junge Leute in das Konzept für die Bierwecketse eingebracht haben.

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  • Beste Stimmung am Popcorn-Stand

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  • Der Neuhausener Klaus Pohl war von den Autos beim Oldtimertreffen fasziniert.

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  • Bereits zum zweiten Mal hat die Gemeinschaft für Heimatgeschichte ein Oldtimertreffen organisiert.

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  • Zum Oldtimertreffen kamen Autos aus der ganzen Region.

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Die Neuhäuser zeigen sich selbstbewusst: Auf der Homepage der Gemeinde ist zu lesen: „Die Bierwecketse - Das schönste Fest auf den Fildern“. Eine mutige Aussage, doch angesichts der gebotenen Vielfalt liegt man sicherlich nicht ganz falsch. Jedenfalls war die 20. Bierwecketse, bei der man unter dem Motto „Von Neuhausen - für Neuhausen“ über drei Tage im Ortskern feierte, ein Fest mit eigener Note, das zum Publikumsmagnet wurde.

„Unsere Bierwecketse, die es seit 1991 alle zwei Jahre gibt, hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt“, sagt Hans Bayer, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Neuhausener Vereine, die das Fest in Abstimmung mit den Vereinsvorständen stemmt.

Der Festname geht auf die Kreation eines Neuhausener Bäckers zurück

Aber warum Bierwecketse? Der Name geht zurück auf eine Erfindung des Neuhäuser Bäckers Robert Friton, der einst einen benetzten Wecken aus einer besonderen Teigmischung mit Kümmeln und Malz kreierte. Da man diese Wecken vornehmlich in den Wirtschaften zum Bier genoss, war der Name schnell gefunden: Bierwecken. Danach wurde nicht nur das Neuhäuser Volksfest benannt - im Narrenbund gibt es auch eine Maskengruppe, die „Bierwecken“ heißt.

Die Kindergarde des Narrenbunds Neuhausen zeigte sich in bunten Kostümen.

Foto: Rainer Kellmayer

„Unser Fest funktioniert nur, weil alle an einem Strang ziehen. Der ehrenamtliche Arbeitseinsatz ist gewaltig: Über 5 000 Stunden müssen geleistet werden“, betont Bayer. Damit sich das Fest nicht in der Routine festfährt, werden immer wieder Neuerungen ins Programm aufgenommen. Diesmal gab es auf Wunsch der Jugendlichen unter dem Motto „Chillen & Action für Teenager“ in der Tiefgarage hinterm Rathaus eine Jugenddisco. Dort konnte man Musik hören, auf Sitzsäcken chillen oder sich am Tischkicker austoben. Zum Highlight wurde das Saftrad, ein Fahrrad mit einem Mixer zur Herstellung fruchtiger Smoothies, und auch das Glücksrad fand regen Zuspruch. Wie hat sich das neue Konzept bewährt?

„Von den Kindern und Jugendlichen wurden unsere Angebote sehr gut angenommen“, berichtet Stefan Lehmann, pädagogischer Mitarbeiter im Jugendzentrum Penthaus. Man kann sich vorstellen, die Aktivitäten bei der nächsten Bierwecketse noch weiter auszubauen.

Als weitere Attraktion kam erstmals ein Bierkarussell zum Einsatz. „Als ich dieses Karussell auf dem Stuttgarter Wasen sah, war klar: So etwas brauchen wir auch bei der Bierwecketse“, erzählt Hans Bayer. Auch musikalisch gab es eine Besonderheit. Da der Musikverein Neuhausen in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert, trafen sich sieben Musikkapellen aus dem Kreisverband Stuttgart-Filder nach einem Sternmarsch im Ortskern zu einem klangprächtigen Gesamtchor. Anschließend wurde bei verschiedenen Platzkonzerten auf dem Rathausplatz und im Ochsengarten eine breite blasmusikalische Palette geboten.

Im Ochsengarten konnte man überdies zahlreiche Oldtimer aus Neuhäuser Garagen bewundern: Eine interessante Ausstellung historischer Autos und Motorräder, organisiert von Andreas Lang, dem Vorsitzenden der Gemeinschaft für Heimatgeschichte. Auch den Oldtimerbus „Heidi“, der am Sonntagmorgen die Besucher zum Gottesdienst fuhr und zu Rundfahrten einlud, hatte Lang organisiert.

Südamerikanisches Flair auf dem Rathausplatz

Auf den Bühnen gab es Action pur. Die Tanzvorführungen des MGV Neuhausen und vom Narrenbund begeisterten ebenso wie die Tanzgruppe „Lucid“ des Jugendhauses. Und die Formation „La escencia caribena“ brachte südamerikanisches Flair auf den Rathausplatz. Vor ihrem Stand zog die Neuhäuser Fasnets-Band „Flägga Bätscher“ eine rasante Show ab: Lautstark sorgten die Flä-Bä‘s für gute Laune.

Bereits am Freitagabend hatte es, nach der Festeröffnung und dem Fassanstich durch den stellvertretenden Bürgermeister Thomas Schwarz und die Bürgermeisterin von Neuhausens französischer Partnergemeinde Péronnas, Marie-Héléne Flandin, viel Musik gegeben: Der Musikverein und die Live-Band „Robbie Blake & Blake Runners“ unterhielten die Gäste aufs Beste. Und am Samstagabend konnten man zu den schmissigen Klängen von „Red Chuckz“ das Tanzbein schwingen.

Kulinarisch lässt das Fest keine Wünsche offen

Auch für‘s Kulinarische war bestens gesorgt. Von Spießbraten und Fischspezialitäten, über Crêpes und Bierwecken bis hin zu Maultaschen und gegrillten Würsten reichte das breite Angebot der Vereine. Und der Durst konnte an zahlreichen Ständen mit Bier, Wein, Cocktails und nicht-alkoholischen Getränken gestillt werden.

Als am Sonntagabend die 20. Neuhäuser Bierwecketse mit einem Oldtimer-Korso durch Neuhausens Straßen zu Ende gegangen war, zog Vereinschef Hans Bayer eine positive Bilanz: „Es war ein sehr harmonisches Fest. Wir haben wieder eine tolle Bierwecketse erlebt“.