Asyl in Filderstadt
: Lage in Filderstadt bleibt angespannt

Die neue Unterkunft für Geflüchtete am Rande des Bernhausener Gewerbegebiets ist beschlossene Sache. Nun hat die Verwaltung über Einzelheiten informiert.
Von
Caroline Holowiecki
Stuttgart
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35 Wohncontainer mit Küchenzeile und Bad für jeweils bis zu drei Personen sollen 2026 auf einer Wiese hinter dem Porsche-Zentrum platziert werden.

Caroline Holowiecki

23 Unterkünfte mit maximal 900 Plätzen für Geflüchtete gibt es in Filderstadt, in absehbarer Zeit wird eine neue dazukommen. Dass am äußersten Rand des Gewerbegebiets von Bernhausen zeitlich befristet ein Containerdorf für 105 Personen aufgebaut werden soll, steht bereits fest. Der Beschluss im Gemeinderat ist im Mai gefallen. Nun hat die Stadtverwaltung über Details informiert.

35 Wohncontainer mit Küchenzeile und Bad für jeweils bis zu drei Personen sollen auf einer gepachteten Wiese an der Ecke der Gottlieb-Daimler-Straße auf Höhe der Weidacher Straße gleich hinter dem Porsche-Zentrum platziert werden. Hier war 2016 bereits eine vorläufige Unterkunft des Landkreises Esslingen genehmigt, aber nie verwirklicht worden. Kosten für die nun geplante Bleibe: rund 6,12 Millionen Euro. Für Wasser, Strom, Wartung, Sicherheitsdienst und vieles mehr werden pro Jahr zudem wohl mehr als 800 000 Euro an zusätzlichen Kosten anfallen, die Hausleitung wird obendrauf Personalkosten von etwa 60 000 Euro pro Jahr erforderlich machen.

Viel Geld, um das die Verwaltung aber nicht herumkommt. „In dieser Unterkunft nehmen wir Menschen auf, die bereits im Land sind“, sagte der Oberbürgermeister Christoph Traub. 287 Personen wird der Landkreis der Stadt im Lauf dieses Jahres zuweisen, und wenngleich bundesweit im ersten Halbjahr 45 Prozent weniger Asylanträge registriert wurden als im Vorjahreszeitraum, werden auch 2026 Menschen nach Filderstadt kommen. „Unsere Welt wird in Bewegung bleiben“, sagte er, Krisen, Kriege und der Klimawandel würden auch weiterhin zu Fluchtbewegungen führen.

Ende 2026 könnten die ersten Menschen einziehen

„Dieses Jahr werden wir voll sein“, sagte Christos Slavoudis, der Leiter des Amts für Integration, Migration und Soziales, Filderstadt muss also zügig weiter Platz schaffen. Der Zeitplan fürs neue Containerdorf ist stramm. Planungen laufen bereits. Im Sommer 2026 soll die Baustelle eingerichtet werden, im Herbst soll der Aufbau der Module starten, so dass Ende 2026 die ersten Menschen einziehen können. Für Ruhe und Ordnung vor Ort soll einmal mehr das in Filderstadt etablierte System aus Bestreifungen durch einen Sicherheitsdienst, der täglichen Präsenz einer Hausleitung und einer Gebäudefachkraft, Sozialberatungen, Deutsch- und Orientierungskursen direkt im Haus und der Unterstützung durch Ehrenamtliche sorgen.

Eine Sorge konnte Christoph Traub den Gewerbetreibenden nehmen: Lärmbeschränkungen oder andere Regularien würden sie wegen der Notunterkunft nicht treffen, denn für sie griffen andere Vorgaben als für klassisches Wohnen.

Standort ist nicht ideal

Dass der Standort alles andere als ideal ist, ist allen Beteiligten klar. „Ich habe keine andere Fläche mehr in Filderstadt, die ich bespielen kann“, betonte Christoph Traub. Wie angespannt die Lage ist, zeigt auch ein Blick auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 28. Juli. Dort wird es um die Großunterkunft im Weilerhau gehen – und einen Beschluss zur Verlängerung der Standzeit. Die Baugenehmigung fürs Anfang 2024 eröffnete Containerdorf für 130 Menschen läuft Ende dieses Jahres aus. Pikant an der Sache: Christoph Traub hatte der Bevölkerung gegenüber stets von einer geplanten Standzeit von lediglich zwei Jahren gesprochen. Noch im Mai hatte er in der Sitzung des Gemeinderats betont, man stehe hier im Wort.

Wie der Verwaltungsvorschlag nun lautet, ist bislang nicht bekannt. Gleich nach der Sommerpause soll zudem ein Konzept vorlegt werden, das aufzeigen soll, wie die Stadt Filderstadt künftig die Unterbringung von Geflüchteten gestalten will.