Akkus für Photovoltaik
: Mann aus Aichtal scheitert lange daran, seine alten Speicher zu entsorgen

Einen Monat lang versucht ein Mann aus Aichtal, seine alten Solar-Speicher fachgerecht zu entsorgen. Die Verbraucherzentrale vermisst Aufklärung bei den noch recht neuen Regeln.
Von
Judith Sägesser
Esslingen

Peter Dinkelacker auf seinem Akku-Turm: Inzwischen ist er den Speicher losgeworden, aber es war nicht leicht, sagt der Mann aus Aichtal.

privat

An Weihnachten seien die drei Speicher in die Knie gegangen, sagt Peter Dinkelacker. Die Speicher, das sind drei Blöcke mit insgesamt sechs Kilowatt. Der Mann auch Aichtal (Kreis Esslingen) hat sich vor einem Monat einen neuen Speicher mit zwölf Kilowatt für seine Solaranlage (10 Kilowattpeak) gekauft; und er hat recht lange erfolglos versucht, die ausrangierten Akkus zu loszuwerden.

Hersteller verweist auf neues Gesetz

Dinkelacker erzählt, er habe zuerst den Hersteller kontaktiert, der solle die Speicher doch zurücknehmen. Doch der Hersteller verwies auf ein neues Gesetz, nach dem sie Akkus nicht mehr selbst entgegennehmen. „Seit Anfang 2026 sind Hersteller und Inverkehrbringer von Batterien und Speichersystemen verpflichtet, sich einer Organisation für Herstellerverantwortung (OfH) anzuschließen“, teilt er Peter Dinkelacker mit. „Diese Organisationen übernehmen – wie der Name bereits vermuten lässt – eigenständig die Verantwortung für Sammlung und Entsorgung von Altbatterien.“

Für den Akku-Besitzer bedeute dies:

  • sich an die zuständige OfH zu wenden
  • oder Mail an batteriesammlung.de@landbellgroup.com
  • oder Mail an portal@grs-batterien.de
  • Peter Dinkelacker hat versucht, den Installateur zu erreichen, damit er die Akkus zurücknimmt. „Aber der hat mich geghostet“, sagt er. Inzwischen habe er sich gemeldet, die Akkus seien jetzt dort. Das Kapitel kann er erst dann abschließen, wenn der Hersteller ihm den Restwert überwiesen habe, sagt Dinkelacker.

    Das sagt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

    Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg findet, das neue System der Batterie-Rückgabe habe sich noch nicht ausreichend eingespielt. „Wir vermissen hier entsprechende Aufklärung durch die Bundesregierung und ihre Oberbehörden.“ Wie kompliziert es ist, einen größeren Akku zu entsorgen, zeigt der Fall aus Aichtal.

    Die Organisationen für Herstellerverantwortung seien dazu verpflichtet, „die Verbraucherinnen und Verbraucher über die getrennte Sammlung, Rücknahme- und Sammelstellen sowie die Entsorgung von Altbatterien zu informieren“, sagt Bauer. „Die neue Verordnung sieht eine flächendeckende Sammelinfrastruktur vor, die Verbrauchern eine einfache und kostenlose Rückgabe von Batterien aller Art ermöglichen soll.“