Abkühlung für Vierbeiner
: Wie viel Eis ist gut für den Hund?

Was an heißen Tagen dem Mensch schmeckt, soll der Vierbeiner nicht missen. Eisgenuss für beide – in Nürtingen ist dies in der Gelateria al Museo möglich. Doch wie gesund ist das?
Von
Marion Brucker
Esslingen
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Schäferhündin Luna genießt das Eis.

mar

Luna, Vida und Nala teilen sich schwesterlich zwei Eisbecher. Die drei sitzen brav nebeneinander auf der Terrasse des Nürtinger Eiscafes al Museo. Bei knappen 21 Grad haben die drei Hundedamen mit Herrchen Serkan Askin und dessen Tochter freie Platzwahl. Es herrscht kaum Betrieb. „An schönen Tagen verkaufen wir zwischen sieben und neun Becher Hundeeis“, erklärt Christian Catalano. Doch an diesem Tag, meint er, wird das angesichts des Wetters nicht der Fall sein. Der 42-Jährige betreibt die Eisdiele seit 2020 gemeinsam mit Luigi Balsamo. Der ist für die Produktion zuständig. Gerade ist er dabei, Pistazieneis herzustellen. Das Eis für die Hunde beziehen Catalano und Balsamo von Bello Eis, einem Hersteller aus dem Allgäu. Der liefert eigenen Angaben zufolge im Landkreis Esslingen sein Hundeeis auch an das Eiscafé Caprice in Kirchheim sowie an einen Laden in Wendlingen.

Auf Instagram war Catalano auf das Hundeeis aufmerksam geworden. „Unsere Eisdiele liegt an einem Spaziergebiet und da könnte das für die Hunde eine schöne Erfrischung sein“, dachte er sich. So ließen sich weitere Kunden gewinnen. Weil er wissen wollte, ob die ins Auge gefasste Eissorte tatsächlich geeignet ist, fragte er seinen Freund und Nachbarn Askin, der seit Jahren Hunde- und Katzenfutter vertreibt. „Es darf nichts drin sein, was dem Hund schadet, zum Beispiel Schokolade“, sagt er, während seine Tochter Mira Su ihr Erdbeereis aus der Tüte genießt. Ihre Lieblingseissorte. Die würde sie nicht mit den Hunden teilen. Bestimmt schüttelt die Fünfjährige den Kopf. „Hunde dürfen nicht Eis für Menschen essen“, sagt sie.

Schlingen führt auch beim Tier zu Bauchschmerzen

Etwa alle 14 Tage bekommen die Hundedamen Eis zum Genuss, seit Catalano es vor zwei Jahren ins Sortiment aufgenommen und als erstes an seiner Mischlingsmalteserhündin Baby getestet hat. „Das war eine wunderschöne Erfahrung für sie. Die hat gleich losgelegt und mit dem Schwanz gewedelt“, sagt er. Mehr als einen Becher mit 60 Gramm Eis alle 14 Tage bekomme die mit 16 Jahren hochbetagte Hundedame nicht.

Eisdieleninhaber Christian Catalano mit einem Becher Belloeis.

Foto: Marion Brucker

„Hundeeis sollte Hunden immer nur in kleinen Mengen und unter Beobachtung gegeben werden“, sagt Lisa Hoth-Zimak, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Wichtig sei, dass das Tier das Eis nicht zu hastig fresse oder gar hinunterschlinge. Das könne zu Bauchschmerzen führen. Um dies zu verhindern, könne die gefrorene Masse in ein Hundespielzeug wie einen Kong gefüllt werden. Dann ist der Vierbeiner auch längere Zeit beschäftigt.

Sie rät zudem, Hunden, die gegen bestimmte Produkte mit einer Unverträglichkeit oder Allergie reagieren, diese nicht im Eis zu geben. Bei Tieren mit Vorerkrankungen kann der Haustierarzt oder die Haustierärztin kontaktiert werden, ob ein Eis für diesen Hund in Frage kommt. „Aus Tierschutzsicht spricht grundsätzlich nichts dagegen, Hunden gelegentlich ein Eis zu geben, solange es für Hunde verträgliche Zutaten enthält“, sagt sie. Sie empfiehlt vegane Rezepte. Im Bello Eis sind Kokosnussöl, Reismehl, Inulin und Sojaprotein und die Verdickungsmittel Guarkern- sowie Johannisbrotkernmehl enthalten.

Andere Hersteller bieten Leberwurst- und Lachsgeschmack an

„Das Eis kommt gut an“, sagt Catalano, der den Becher für vier Euro verkauft. Er habe Stammkunden, die sprängen kurz in die Eisdiele und nähmen gleich drei bis vier Becher mit nach Hause, während der Vierbeiner draußen vor der Tür warten muss. Aus hygienischen Gründen und aus Rücksicht auf andere Gäste, die Angst vor Hunden haben könnten, sagt der Eiscafébetreiber. Weitere Eissorten anderer Hersteller wie Hundeeis mit Leberwurst- oder Lachsgeschmack plane er nicht ins Sortiment aufzunehmen. Warum solle er etwas ändern, was gut ankomme, meint der 42-Jährige. Er profitiere doppelt oder gar dreifach davon. Die mittlerweile leeren Eisbecher der drei Hundedamen belegen es.

Hundeeis zum Selbermachen

Zutaten
Der Deutsche Tierschutzbund hat auf Anfrage Karotten-Joghurt-Eis mit Sonnenblumenöl vorgeschlagen. Dafür braucht man folgendes: 1 mittelgroße Karotte (geschält & gekocht), 2 EL ungesüßter pflanzlicher Joghurt (zum Beispiel Soja-, Hafer- oder Kokosjoghurt, darf auf keinen Fall Xylit/ol enthalten), 1 TL Sonnenblumenöl (reich an Vitamin E & gut verträglich), 1–2 EL Wasser (nach Bedarf für die Konsistenz)

Zubereitung
Die gekochte Karotte klein schneiden. Mit Joghurt, Sonnenblumenöl und Wasser in einem Mixer cremig pürieren. In Silikonförmchen, Eiswürfelbehälter oder kleine Muffinförmchen füllen. Für mindestens 4 Stunden einfrieren. Vor dem Servieren leicht antauen lassen.