Katze in Sindelfingen angeschossen: Lillys Besitzerin ist ensetzt: „Die Katze war voller Blut“

Katze Lilly wurde in Sindelfingen mit einem Luftgewehr angeschossen.
dpa/Symbol- In Sindelfingen-Hinterweil wurde Katze Lilly mit einem Luftgewehr am Auge verletzt.
- Die Verletzung geschah am Donnerstag vor einer Woche zwischen 20 Uhr und Mitternacht.
- Ärzte entfernten das rechte Auge, ein Diabolo-Projektil wurde gefunden – Lilly erholt sich.
- PETA setzte 500 Euro Belohnung aus und bittet um Hinweise an Polizei oder PETA.
- Der mutmaßliche Tatort liegt bei der Grundschule und den Straßen Essegger und Banater.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Sindelfinger Stadtteil Hinterweil ist eine Katze am Donnerstag vor einer Woche zwischen 20 Uhr und Mitternacht offenbar mit einem Luftgewehr angeschossen und am Auge schwer verletzt worden. Das Tier musste später operiert werden und verlor dabei das rechte Auge. Das berichtet PETA in einer Pressemitteilung.
Nach Angaben der Tierrechtsorganisation mit deutschem Hauptsitz in Stuttgart kam die Katze Lilly mit einer blutenden Augenverletzung nach Hause und schrie vor Schmerzen. Die Halter brachten sie in eine Stuttgarter Tierklinik. Dort entfernten Ärzte das rechte Auge. Bei der Untersuchung fanden sie demnach ein sanduhrförmiges Diabolo-Projektil eines Luftgewehrs. Lilly befinde sich auf dem Weg der Besserung.
Die Halter der Sindelfinger Katze erstatteten Strafanzeige
Der mutmaßliche Tatort liegt nach den vorliegenden Angaben im Bereich der Grundschule sowie im Wohngebiet an der Essegger Straße und der Banater Straße in Hinterweil. Dort hält sich die Katze laut PETA meistens auf. Die Halter erstatteten Strafanzeige bei der Polizei Sindelfingen.
PETA setzt für Hinweise, die zur rechtskräftigen Verurteilung der verantwortlichen Person oder Personen führen, eine Belohnung von 500 Euro aus. Wer etwas beobachtet hat oder sonstige Hinweise geben kann, soll sich bei der Polizei oder bei der Organisation melden. Die Telefonnummer von PETA lautet 0711 / 86 05 91 0. Hinweise sind dort nach Angaben der Organisation auch anonym möglich.
Tierbesitzerfamilie verdoppelt die Belohnung auf 1000 Euro
Die betroffene Sindelfinger Familie Deifel hat die ausgesetzte Belohnung jetzt auf 1000 Euro verdoppelt. Der Schrecken, aber auch die Wut über den Vorfall sitzen eine Woche später noch immer tief. Auch die Kinder würden sehr unter dem Erlebnis leiden, sagt die Halterin, die ihren vollen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Unsere Lilly kam nachts schreiend durch die Katzenklappe rein. Es war recht schnell klar, dass ihr etwas Schlimmes passiert ist“, berichtet die Familienmutter. „Die Katze war voller Blut und das Auge sah katastrophal aus“, erzählt sie.

Die Katze Lilly wurde in Sindelfingen mit einem Luftgewehr angeschossen. Ihr Auge musste operativ entfernt werden.
PETA Deutschland e.V.Noch in der Nacht sei man in die Tierklinik Plieningen gefahren. Das Geschoss steckte noch immer im Auge der Katze. „Da kann man nichts mehr machen“, hätte man der Katzenhalterin mitgeteilt. Aber es hätte wohl auch schlimmer kommen können. „Ein bisschen tiefer und es hätte ihren Schädel durchschlagen“, sagt die Sindelfingerin.
Es bleibt ein mulmiges Gefühl
Mittlerweile schreitet die Genesung bei der Katze wohl gut voran. „Sie will schon wieder raus, aber die Wunde muss erst noch heilen“, erklärt das Frauchen. Aber schon bald wird Lilly wohl wieder durch die Wege und Gärten im Hinterweil laufen. Für ihre Besitzer bleibt dabei ein mulmiges Gefühl – weil sie wissen, dass es wohl jemand aus ihrer näheren Umgebung war, der in dieser Nacht auf ihre Katze geschossen hat.
„Lilly muss starke Schmerzen erlitten haben und könnte durch den Angriff traumatisiert sein. Die verantwortliche Person sollte schnellstmöglich ermittelt werden, bevor weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen“, sagt Lisa Redegeld, Fachreferentin für Whistleblower-Fälle bei PETA. „Solche Übergriffe auf Katzen sind leider keine Seltenheit“, betont die Mitarbeiterin der weltweit tätigen Tierschutzorganisation.
PETA-Sprecherin: Nur die wenigsten Fälle landen vor Gericht
Deutschlandweit bekomme man mehrmals im Monat Hinweise auf solche Vorfälle, sagt Redegeld, die vor ihrem Einstieg bei PETA als Bauingenieurin tätig war. Zur Aufklärung dieser Taten setzt PETA auf Belohnungen. Allerdings komme man den Tierquälern nur selten auf die Schliche – und falls dies doch einmal gelinge, landeten nur die wenigsten Fälle tatsächlich vor Gericht.

„Diabolos“ nennt sich diese Munition für Luftgewehre. Mit einem solchen Geschossn wurde Katze Lilly am Auge verletzt.
Swen Pförtner/dpaImmer wieder würden Tiere mit Luftdruckwaffen oder anderen Gegenständen verletzt und misshandelt. PETA fordere deshalb konsequente Strafen für Tierquäler. „Wer Gewalt gegen Tiere ausübt, könnte auch gegenüber Menschen eine geringere Hemmschwelle haben,“ so Redegeld.
Psychologen: „Viele spätere Gewalttäter waren zuvor Tierquäler.“
PETA verweist in dem Zusammenhang auch auf die rechtliche Einordnung solcher Fälle. Tierquälerei ist nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes eine Straftat und kann mit einer Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Die Organisation führt außerdem an, dass Fachleute aus Psychologie und Justiz bei Gewalttaten gegen Tiere genauer hinsehen. PETA verweist dazu auf Angaben des Aggressionsforschers Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes. Demnach hätten geschätzt 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter zuvor bereits Tiere gequält.

