Prägende Persönlichkeit für Böblingen
: Klaus-Georg Hengstberger wird 95 Jahre alt

Langjähriger Böblinger Lokalpolitiker, IHK-Ehrenpräsident, Mitbegründer von Softwarezentrum und Bürgerstiftung: An diesem Sonntag wird Klaus-Georg Hengstberger 95 Jahre alt.
Von
red
Stuttgart
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Klaus-Georg Hengstberger bei seiner Verabschiedung im Softwarezentrum 2013.

/Ruchay-Chiodi/Archiv

Einer, der Böblingen auf vielfältige Weise geprägt hat, feiert an diesem Sonntag seinen 95. Geburtstag: Klaus-Georg Hengstberger. „Geschätzt wird er bis heute für seine Kompetenz und Klugheit sowie für seinen Weitblick und Optimismus, gepaart mit einer außergewöhnlich menschlichen und persönlichen Autorität“, schreibt die Stadtverwaltung über den Jubilar.

Von 1962 bis 2004 war Hengstberger Mitglied des Böblinger Gemeinderats, davon über 25 Jahre als Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Zusätzlich vertrat er über drei Jahrzehnte die städtischen Interessen im Böblinger Kreistag.

Aufstieg in der Firmenhierarchie

Klaus-Georg Hengstberger wurde 1930 in einer Arztfamilie in Untertürkheim geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in Heidelberg und Tübingen. 1956 kam er nach Böblingen und zur Sanitärfirma Reisser, wo er in der Firmenhierarchie allmählich aufstieg – bis zum Geschäftsführer. 1996 wurde er dort in den Ruhestand verabschiedet.

Von 1993 bis 2004 fungierte der Wirtschaftsjurist zudem als Präsident der IHK-Bezirkskammer Böblingen. Jugendlichen die Chance auf einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz zu bieten, war eines seiner größten Anliegen: „Die Jugend ist unsere Zukunft“, sagte er. 1993 initiierte er als IHK-Präsident die Offensive „Schaffung von Lehrstellen“.

Softwarezentrum aufgebaut

Große Verdienste erwarb sich der weitsichtige Hengstberger bei der Gründung und anfänglichen Führung des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen. Hier hat er über die Verhandlungs- und Aufbauphase hinaus als langjähriger Beiratsvorsitzender die Entwicklung entscheidend mitgeprägt.

„Mitte der 90er-Jahre wollten meine Mitstreiter und ich etwas tun für neue Arbeitsplätze“, erzählte Hengstberger bei seiner Verabschiedung aus dem Softwarezentrum. Die Landesregierung habe sechs Millionen D-Mark locker gemacht. Die Anstrengungen mündeten zunächst in eine Stiftung mit dem Land, den Städten Böblingen, Sindelfingen, der IHK sowie weiteren Partnern.

Selbst bei der Eröffnungsfeier im März 1996 sei noch vieles offen gewesen – aber immerhin 80 Mitarbeiter waren schon dabei. Bis 2013 leistete Hengstberger Aufbauarbeit und hatte großen Anteil an der Erfolgsgeschichte des Softwarezentrums, das Raum für viele kleine innovative Firmen bietet und ihre Vernetzung unterstützt.

Entscheidend für die Bürgerstiftung

Parallel war Klaus-Georg Hengstberger nach seinem Ausscheiden bei der Böblinger Firma Reisser weiter in der Wirtschaft tätig, zunächst als Mehrheitseigner und Aufsichtsrat beim Automobilzulieferer PWO. Im Jahr 2004 übernahm er als Hauptaktionär die Eisenwerke Düker in Unterfranken, eines der ältesten Unternehmen in Deutschland, und wurde Aufsichtsratsvorsitzender.

Als bedeutsame und hervorragend vernetzte Persönlichkeit spielte Klaus-Georg Hengstberger außerdem für die Gründung der Bürgerstiftung Böblingen im Dezember 2005 eine entscheidende Rolle. Seinem unentwegten Einsatz als Vorsitzender von der Gründung bis zum Jahr 2013 war es zu verdanken, dass die Zahl der Zustifter und damit das Stiftungsvermögen stetig wuchs.

Großes Bundesverdienstkreuz

Bereits 1987 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und im Jahr 2000 das Verdienstkreuz 1. Klasse. 1999 zeichnete ihn die Stadt Böblingen mit der Ehrenmedaille aus. 2007 wurde ihm die Medaille des Landkreistages in Silber und 2010 die Verdienstmedaille des Landkreises Böblingen verliehen.

Im Jahr 2008 erhielt Klaus-Georg Hengstberger zudem für sein herausragendes Lebenswerk und seine Verdienste das Große Bundesverdienstkreuz, eine sehr hohe Auszeichnung, die selten vergeben wird.