Parken in Waldenbuch
: Wie viel das Parken in der Altstadt bald kosten könnte

Ein Bericht zeigt eine teils hohe Auslastung der Parkplätze in Waldenbuch. Die Vorschläge zur Parkraumbewirtschaftung reichen vom Anwohnerparken bis zum Zonenmodell.
Von
Petra Mostbacher-Dix
Stuttgart
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Wie sind die Parkplätze in Waldenbuch ausgelastet? dazu gibt es jetzt neue Erkenntnisse.

Eibner-Pressefoto

„Es ist ein emotionales Thema!“ Ein Satz, der in der Waldenbucher Gemeinderatssitzung mehrfach fiel. Ging es doch bei Tagesordnungspunkt drei um den Abschlussbericht des „Park.Raum.Check Waldenbuch“. Den stellten Moritz Jordan, Geschäftsführer des Ingenieurbüros IGV GmbH & Co. KG, und Fabian Meurer vom Kompetenznetz Klima Mobil vor.

Der Park.Raum.Check ist ein Angebot des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg: Es fördert Kommunen, um auf Basis örtlicher Bedingungen und tatsächlichem Nutzungsverhalten mögliche Ansätze für eine Parkraumbewirtschaftung zu erarbeiten. Letztere hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen während der Beratungen für den Doppelhaushalt 2026/2027 für das gesamte Stadtgebiet beantragt.

Der Parkdruck in Waldenbuch ist ganz unterschiedlich ausgeprägt

Seit dem vergangenen Jahr wurden in Waldenbuch im Projekt „Park.Raum.Check“ die Parksituation im Altstadtkern, am Hallenbadparkplatz sowie dem angrenzenden Wohngebiet evaluiert und Maßnahmen erarbeitet, wie diese verbessert werden könnten. „Und weil das ein emotionales Thema ist, hilft es, Zahlen, Daten und Fakten auf dem Tisch zu haben“, sagte Fabian Meurer, bevor er mit Moritz Jordan den Abschlussbericht präsentierte.

Dabei wurde etwa der Parkdruck analysiert. Diesen definiert die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) in ihren Empfehlungen für Verkehrserhebungen (EVE, 2012) mit der „Auslastung der (legalen) Parkstände in einem Gebiet“. Eine Auslastung bis 70 Prozent bedeutet kein bis geringer Parkdruck, bis 80 Prozent mittlerer, bis 90 Prozent hoher und bis 100 Prozent sehr hoher Parkdruck. Alles darüber gilt als Überlastung.

Am stärksten ausgelastet sind die Parkflächen im Auch-Areal

Der „Park.Raum.Check Waldenbuch“ zeigt im Altstadtkern eine mittlere Auslastung von 81 Prozent und hohen Parkdruck im Auch-Areal sogar mit durchschnittlich bis zu 90 Prozent. Niedrigere Werte wurden auf dem Hallenbadparkplatz mit 45 Prozent und im angrenzenden Wohngebiet mit 63 Prozent festgestellt.

Eine mögliche Idee: Anwohnerparken

Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

Wie kann nun die Parksituation in Waldenbuch verbessert, die Aufenthaltsqualität im Altstadtkern gesteigert und die Verkehrssicherheit erhöht werden? Ein Bündel an Maßnahmen beschreibt der Bericht. Kurzfristig umsetzbar sei etwa Anwohnerparken in der Altstadt, das mindestens 120 Euro im Jahr koste und den Zielwert 365 Euro anstrebe.

Wo Parkgebühren gelten könnten

Schnell könne auch eine Bewirtschaftung der Parkstände im nordöstlichen Abschnitt der Straße Auf dem Graben, in der Vorderen Seestraße und im Neuen Weg eingerichtet werden. Die Kurzzeitparkgebühren könnten „mit mindestens 1 Euro pro Stunde“ starten, Montag bis Freitag von acht bis 18 Uhr und Samstag von acht bis 13 Uhr. Bewohnende mit Bewohnerparkhausweis seien davon ausgenommen.

Auch für den Kern der Altstadt, insbesondere in der Marktstraße und auf dem Marktplatz, wird monetäre Bewirtschaftung empfohlen: Gebühr zwei Euro pro Stunde, Höchstparkdauer zwei Stunden, dazu Parkplätze reduzieren, insbesondere noch für jene behalten, die keine längeren Fußwege zurücklegen können.

Insgesamt ergibt sich so ein Zonenmodell, das vom teureren Innenstadtparken zum kostenfreien Parken außerhalb der Altstadt reicht, etwa auf dem Auch-Areal. Gratis könne man auch im Geschäftsbereich der Innenstadt (westlich von Auf dem Graben) das Auto abstellen, aber auf zwei Stunden beschränkt. Und im Ring um die Altstadt gebe es keine Höchstparkdauer, dafür eine Parkgebühr.

Parkende Autos behindern Schaufensterbummel

So weit ein kurzer Blick in den Abschlussbericht, den der Gemeinderat zur Kenntnis nahm. Die vorgeschlagenen Maßnahmen diskutierte er aus verschiedenen Perspektiven. Etwa über Auf dem Graben, wo Eisdiele und Restaurant im Sommer Stühle draußen aufstellen. Wenn dort aber jemand im nahen Blumenladen oder in anderen Geschäften etwas abholen wolle, brauche es da nicht ein Auto?

Andersherum behinderten parkende Fahrzeuge einen Schaufensterbummel. Wäre eine Tiefgarage unter das Auch-Areal die Lösung? Diese dauere und koste aber. Überhaupt, seien Autos in der Altstadt nicht längst anachronistisch? Nicht amüsiert waren Rätinnen und Räte, dass die Gebühr des Anwohnerparkens an den Landkreis abgeführt werden muss.

Und nun? Die Stadtverwaltung will die Erkenntnisse des Park.Raum.Checks aufarbeiten – bis zur Sommerpause soll es ein konkretes Maßnahmenpaket geben. Mit weniger Parkplätzen für die Aufenthaltsqualität? Mal sehen. Klar sei, das komme nicht gut an bei den Menschen. Es sei eben ein emotionales Thema.

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