Parken beim Kino
: Traumpalast: Geduldsprobe bei der Parkplatzsuche

Die Parkplatzsuche am Kino in Leonberg fordert Geduld. Könnte eine bessere Anbindung an den ÖPNV die Lösung sein?
Von
Laura Wallenfels
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Die größte Leinwand Europas zieht füllt regelmäßig die Kinosäle – und das Parkhaus.

Pressefoto Baumann

Das Parkhaus sorgt für Unmut bei den Leonberger Kinogästen, das ist nichts neues. Anfang des Jahres wurde mit der Buslinie N63 eine Nachtlinie eingeführt. Seit Januar verkehrt in Leonberg die Nachtbuslinie N63. Die Idee dazu stammt vom Jugendausschuss, und in der ersten Jahreshälfte wurde das neue Angebot laut gut angenommen. Schon Anfang des Jahres gab es Pläne, ob das Kino in Leonberg, insbesondere wegen der Spätvorstellungen am Wochenende, in die Route des N63 eingebunden werden können. Wie gehen die Pläne voran und welche Alternativen gibt es aktuell, um die Parksituation zu entlasten?

Beliebter Treffpunkt: das Bowlingcenter.

Foto: Simon Granville

Das Parkhaus am Traumpalast fasst laut Betreiber knapp 350 Fahrzeuge, darunter sechs Stellplätze für Menschen mit Handicap. Eine durchschnittliche Auslastung lasse sich jedoch kaum angeben, erklärt ein Sprecher auf Anfrage – denn entscheidend seien die Stoßzeiten: Filme, Wetter sowie die umliegenden Restaurants und das Bowlingcenter spielen eine große Rolle und wirken sich oft erst kurzfristig aus, so ein Sprecher des Traumpalasts. Um die Situation zu entschärfen, wurde das Parksystem in jüngerer Vergangenheit aufgerüstet. „Wir haben bereits ein QR-Code-System mit Online-Payment nachrüsten lassen, um die Situation an den Kassenautomaten zu entlasten“, so der Betreiber. Weitere Optimierungen der technischen Anlagen seien bereits in Planung. Doch was tun, wenn das Parkhaus voll ist?

Auf der Website des Traumpalasts sind alternative Parkflächen im angrenzenden Industriegebiet sowie am Leonberger Freibad ausgewiesen. Eine Absprache mit den umliegenden, privaten Stellflächen besteht allerdings nicht – wer dort parkt, tut das auf eigenes Risiko. Ein weiterer Vorschlag zur Entlastung liegt nahe: Könnte der öffentliche Nahverkehr helfen, den Andrang zu entzerren? Bezüglich der Buslinie N63 gibt es keine konkreten Neuigkeiten. Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) teilte mit, man habe der Stadt vorgeschlagen, zu prüfen, ob eine zusätzliche Bedarfshaltestelle für die Linie N63 eingerichtet werden könne. Diese Haltestelle könnte an der Rechtsabbiegerspur bei der Esso-Tankstelle in der Neuen Ramtelstraße sein.

Der Traumpalast selbst verweist auf eine bereits bestehende ÖPNV-Möglichkeit. Zwar sei das Kinoprogramm nicht so starr wie ein Busfahrplan und schwer mit dem ÖPNV zu synchronisieren – eine flexible Ergänzung gibt es aber dennoch: den sogenannten „VVS-Rider“.

Dabei handelt es sich um einen Kleinbus, der vor allem am Wochenende Gäste in Renningen, Rutesheim und Umgebung einsammelt und sie auf Abruf nach Leonberg bringt – auch zum Traumpalast. Die Fahrt kann per App oder telefonisch bestellt werden, das System funktioniert über rund 1500 virtuelle Haltestellen. Samstags sowie an Sonn- und Feiertagen ist der VVS-Rider von 6 bis 21 Uhr unterwegs, in den Nächten auf Wochenendtage sogar bis 0.30 Uhr. Ob dieses Angebot allerdings wirklich von Kinobesuchern angenommen wird, lässt sich laut Betreiber derzeit nicht beurteilen.

Darüber hinaus laufen aktuell Gespräche über Alternativen – womöglich auch, ob die reguläre Nachtlinie N 63 künftig direkt am Kino halten könnte. Besonders für die beliebten Spätvorstellungen am Wochenende wäre das eine Entlastung – nicht nur für die Parkplatzsituation, sondern auch für alle, die das Auto lieber stehen lassen.