OB-Wahl in Leonberg
: Riesiges Interesse: Andrang zum OB-Talk pulverisiert alle Erwartungen

Die Oberbürgermeisterwahl in Leonberg mobilisiert die Massen. Die Talkrunde dieser Zeitung mit zwei Kandidatinnen und einem Kandidaten kann ob des Andrangs erst verspätet starten.
Von
Marius Venturini
Stuttgart
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  • Kandidatinnen und Kandidat im Gespräch: der OB-Talk in der Leonberger Stadthalle

    Simon Granville
  • Riesiger Andrang bei der LKZ-Talkrunde vor der Leonberger OB-Wahl.

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  • Bevor am 28. September der neue Oberbürgermeister oder die neue Oberbürgermeisterin gewählt wird...

    Simon Granville
  • ... ist das Interesse an der Kandidatenvorstellung der Zeitung groß.

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  • Da sucht man sich in der vollen Stadthalle auch unorthodoxe Sitzplätze.

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  • Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann (lins) überbringt mit LKZ-Redaktionsleiter Thomas K. Slotwinski die schlechte Botschaft.

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  • Zu viele Menschen drängen in den Saal der Stadthalle.

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  • Aus Sicherheitsgründen mussten einige stehende Besucherinnen und Besucher den Saal wieder verlassen.

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  • Bald geht es los.

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  • Baubürgermeister Klaus Brenner im Gespräch mit einigen Bürgerinnen und Bürgern.

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  • Backstage: Die Redakteurin Nathalie Mainka klärt letzte Details mit der Kandidatin Marion Beck.

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  • Zeit zum Austausch: Die OB-Kandidaten Josefa von Hohenzollern und Tobias Degode.

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  • Auf der Bühne wird hitzig debattiert.

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  • Es geht um die Zukunft des Krankenhauses...

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  • ... und die Digitalisierung der Verwaltung.

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  • Die vollgepackte Stadthalle hört gebannt zu.

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  • Viele wollen den Worten der drei geladenen OB-Kandidaten lauschen.

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  • Tobias Degode ist derzeit Leiter des Kulturamts in Düsseldorf.

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  • Josefa in Hohenzollern ist FDP-Kreisrätin und Erste Bürgermeisterin von Leonberg, für letzteres Amt gilt derzeit ein Dienstverbot.

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  • Marion Beck ist Wirtschaft- und Kulturamtsleiterin in Herrenberg und war zuvor einige Jahre Citymanagerin in Weil der Stadt.

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  • Auf der Bühne beantworten die Kandidaten die Fragen der Zeitungsredakteure.

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  • Großes Interesse seitens der Besucher.

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  • Tobias Degode.

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  • Marion Beck.

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  • Josefa von Hohenzollern.

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  • Eineinhalb Stunden wurde auf der Bühne diskutiert.

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  • Bis an die Kapazitätsgrenzen ist die Stadthalle am Montagabend gefüllt.

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  • Rege Diskussion gab es auch unter den Zuschauerinnen und Zuschauern.

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  • Kein Plätzchen mehr frei.

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  • Die Wahl ist am 28. September.

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  • Beim Kandidatentalk konnten die Besucher...

    Simon Granville
  • ... die drei aussichtsreichsten Kandidaten kennenlernen.

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  • Am 16. September folgt eine offizielle Vorstellung seitens der Stadt, zu der alle zugelassenen Kandidaten und Kandidatinnen geladen sind.

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Riesiger Andrang in der Stadthalle! Das Interesse an der Talkrunde zur Oberbürgermeisterwahl in Leonberg an diesem Montagabend pulverisierte alle vorherigen Erwartungen. Die Kapazität des mit 550 Sitzplätzen nicht eben kleinen „Großen Saals“ der Stadthalle reichte nicht im Ansatz aus, um allen Gästen einen Stuhl zu bieten – und vermutlich wäre auch der Gesamtsaal mit seinen gut 750 Plätzen zu klein gewesen.

Feuerwehrkommandant mit besonnener Ansprache

So bedurfte es schließlich einer besonnenen Ansprache von Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann. Er sorgte dafür, dass sich einige Anwesende doch noch dazu entschlossen, ihren Stehplatz aufzugeben und den Heimweg anzutreten. Mit knapp halbstündiger Verspätung konnte die Runde, bestehend aus den Kandidatinnen Josefa von Hohenzollern und Marion Beck, dem Kandidaten Tobias Degode sowie dem Moderations-Duo Nathalie Mainka und Thomas K. Slotwinski, schließlich in die Vollen gehen.

Die anstehende Wahl am Sonntag, 28., September, sie bewegt die Bürgerinnen und Bürger. Sie fragten sich, wie sich die drei aussichtsreichsten Kandidaten wohl schlagen würden. Klar wurde dabei: Josefa von Hohenzollern, derzeit zwangsbeurlaubte Erste Bürgermeisterin Leonbergs, punktete dabei mit teils pointierten Sprüchen und ihren Erfahrungen aus der Leonberger Verwaltung. Marion Beck stieß auf Zustimmung mit Aussagen zur Altstadt und der Möglichkeit etwa von Pop-up-Stores in angemieteten Immobilien. Tobias Degode wiederum, der sachliche Verwaltungsmensch, hatte derweil bei seinen Analysen etwa zur Stadtentwicklung das „Applausometer“ auf seiner Seite.

Blick von der Bühne in den pickepackevollen Großen Saal: Einige Gäste mussten wieder gehen.

Foto: Simon Granville

Bei manchen Dingen herrschte Einigkeit, bei manchen nicht. Am weitesten gingen die Ansichten beim Thema Krankenhaus auseinander. Während sich Tobias Degode ein kommunales Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) im Zusammenspiel mit dem Krankenhaus gut vorstellen kann, hält Josefa von Hohenzollern ein MVZ für den ersten Sargnagel für eine vollwertige Klinik. Auch Marion Beck plädiert für den Erhalt des Krankenhauses in seiner aktuellen Form.

Zuvor sah sich das Bewerbertrio mit der Frage nach dem Zustand der Verwaltung konfrontiert. So kann sich Josefa von Hohenzollern den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Entlastung der Verwaltungsmitarbeitenden gut vorstellen. „Digitalisierung passiert ganz automatisch“, gab Marion Beck zu Protokoll. Wasser in den Wein goss Tobias Degode: „Wir haben in Leonberg in Sachen IT nicht einmal die Basics. Das müssen wir erst ausbauen.“

Die „Angstkultur“ im Rathaus müsse derweil zugunsten von Teamarbeit enden, forderte Josefa von Hohenzollern. Beck und Degode stießen ins selbe Horn – mit Degodes Ergänzung: „Wir müssen sehen, welche Kultur wir wollen, auch mit Blick auf die Zusammenarbeit mit dem Gemeiderat.“

Die Altstadt wollen ebenso alle beleben – allerdings mussten sowohl Josefa von Hohenzollern als auch Marion Beck von ihrem zuvor geäußerten Standpunkt abrücken, den Samstagsmarkt partout auf den Marktplatz zurückholen zu wollen. Einigkeit auch in Sachen Verkehr: Routen für Fußgänger und Radfahrer müssten ausgebaut werden. Aber, wie es Marion Beck formulierte: „Das Auto muss man immer mitplanen, für alles andere sind wir einfach zu ländlich.“

Zurückhaltung herrschte beim Thema „Verzögerungen beim Postareal“. „Vielleicht könnte sich auch dort ein Platz für ein MVZ finden“, sinnierte Tobias Degode. Zu Gerüchten, der Projektentwickler Strabag könnte doch wieder aussteigen, wollte keine(r) der Beteiligten konkret Stellung beziehen. Außer, wie man sich einig war: Man wolle mit der Strabag sofort reden.

Eine konkrete Siegerin – oder ein Sieger – ließ sich beim OB-Talk nicht ausmachen, wenngleich Tobias Degode auf fachlicher Ebene, Josefa von Hohenzollern mitunter auch auf der persönlichen Schiene Zustimmung sammelten. Marion Beck platzierte sich irgendwo dazwischen. So unterschiedlich das Trio in seinem Auftreten war, so groß war dabei die bei vielen großen Punkten. Gefühlt nur beim Krankenhaus herrschte wirkliche Uneinigkeit. Am Ende dürfte es für viele Leonbergerinnen und Leonberger eine Wahl der persönlichen Präferenz werden.