Narrenzunft in Höfingen
: „Mal was Neues“ – Höfinger Schlossdämonen starten in ihr zweites Jahr

Erst seit zwei Jahren gibt es die Höfinger Schlossdämonen, doch sie haben sich bereits in der regionalen Fasnacht etabliert. Warum sie gegründet wurden – und wie sie ankommen.
Von
Jelena Maier-Kasparek
Stuttgart
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  • Wie immer spektakulär: Neulingtaufe bei den Höfinger Schlossdämonen.

    Simon Granville
  • Mit Tannenzweigen, Besen und Strohschuhen kommen die Leonberger Waldhexen am 6. Januar aus ihrem Winterquartier.

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  • Auf dem Leonberger Marktplatz findet ihr Fasnets-Erwachen mit dem Maskenabstauben statt.

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  • Zudem müssen die fünf Neu-Hexen ihre Aufnahmeprüfung bestehen.

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  • Fasnet auch in Flacht! Die Strudelbachhexen sind ein Verein, der seit mehr als zwölf Jahren die schwäbisch-alemannische Fasnet im Strudelbachtal und der Umgebung pflegt.

    Simon Granville
  • Die Narrentaufe ist ein Aufnahmeritual für neue Mitglieder einer Narrenzunft. Wer künftig als Hexe, Narr oder anderes Zunftmitglied mitlaufen möchte, wird dabei feierlich – und meist ziemlich spektakulär – in die Gemeinschaft aufgenommen.

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  • Das kann bisweilen ziemlich glitschig sein.

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  • Dieser Narr ist ab jetzt eine Renninger Stoibruch-Hexe – davor muss er einiges über sich ergehen lassen.

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  • Der Name „Stoibruchhexa“ bezieht sich übrigens auf die historischen Steinbrüche rund um Renningen, die früher das Landschaftsbild und das Arbeitsleben der Region geprägt haben.

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  • Was nicht fehlen darf: Guggenmusik!

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  • Die Dämonen aus Höfingen sind eine markante und bewusst düstere Narrenfigur.

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  • Im Gegensatz zu klassischen Hexenfiguren greifen die Höfinger Dämonen weniger eine konkrete Sage auf, sondern stehen symbolisch für das Dunkle, Ungezähmte und Archaische.

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  • Zur Narrentaufe der Damönen gehört natürlich Feuer.

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  • Fest steht: Die Höfinger Schlossdämonen haben in kurzer Zeit ihren Platz gefunden. Dabei steht der Narrenzunft erst ihre zweite Saison bevor.

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  • Fasnet wird auch in Ditzingen gefeiert!

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  • Bei einem Umzug durch Ditzingen wird Wasser für den Abstaub-Sud aus der Glems geschöpft. Damit werden die Masken der Glemshexen vom Staub des Winters befreit.

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  • Natürlich wird auch hier ordentlich musiziert.

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  • Auch der Frohe Faschingsclub Gerlingen eröffnete die närrische Saison am Dreikönigstag. Die Masken der vier Figuren sind wieder einsatzbereit.

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  • Die rund 250 Mitglieder zählende Renninger Schlüsselgesellschaft macht ihre staubigen Masken traditionell am Dreikönigstag sauber.

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  • Davor findet die Taufe statt, bei der die neuen Hästräger auf humorvolle Art offiziell in den Kreis der Narren aufgenommen werden.

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Ihre Augen leuchten gefährlich rot, sie haben lange Schneidezähne, tiefe Falten und spitze Ohren – die Höfinger Schlossdämonen. Hörner, lange Haare und zotteliges Fell vervollständigen die furchteinflößende Erscheinung. Sie sehen aus, als gäbe es sie schon seit Jahrhunderten. Dabei steht der Narrenzunft erst die zweite Saison bevor.

„Wir hatten Lust auf eine eigene Narrenzunft hier bei uns in Höfingen“, sagt die Vorsitzende Daniela Faust. Im Mai 2023 fanden sich 18 fasnachtsbegeisterte Menschen zusammen und riefen die erste Narrenzunft Höfingens ins Leben. Bis zum ersten Auftritt sollten aber noch rund eineinhalb Jahre vergehen. Denn es gab allerhand Papierkram wie die Eintragung beim Amtsgericht oder die Erstellung einer Vereinssatzung zu erledigen.

Neue Stoibruch-Hexa müssen in Renningen einiges über sich ergehen lassen.

Foto: Simon Granville

Höfinger Schlossdämonen von lokaler Sage inspiriert

Und auch ein Häs mussten die Gründungsmitglieder entwerfen und anfertigen lassen. „Hexen gibt es überall und wir wollten mal was Neues. Darum haben wir uns für Dämonen entschieden“, sagt Daniela Faust. Die krampusartige Gestalt ist von einer lokalen Sage inspiriert: der Geschichte der Truchsessin Adelheid, die sich im Höfinger Schloss zugetragen haben soll. Der Überlieferung nach tötete ihr Ehemann ihren Geliebten, woraufhin Adelheid sich aus Verzweiflung ins Glemstal stürzte. Die Frauenmasken der Schlossdämonen zeigen deshalb ein halb zerfetztes Gesicht – so, wie Adelheid aufgefunden worden sein soll. 

Für die Anfertigung der Masken wandte sich der Verein an einen Maskenschnitzer aus Bayern, der jede Maske in detailreicher Handarbeit produzierte. Das Häs ist entsprechend kostspielig: Rund 1600 Euro kostet eine Maske, das Fell schlägt mit bis zu 3000 Euro zu Buche. Zwar nähen die Mitglieder Röcke und Schürzen des Frauenhäs selbst, doch auch Schuhe, Handschuhe und Jacken müssen angeschafft werden.

Großes Interesse am neuen Narrenverein

Daher ist es auch eine Kostenfrage, wie viele Schlossdämonen bei Umzügen mitlaufen können, sagt Daniela Faust. Derzeit zählt die Narrenzunft 28 Mitglieder, lediglich zwölf von ihnen haben jedoch eine aktive Rolle. „Aber das Interesse an unserem Verein ist groß“, erzählt die Vorsitzende. „Wir haben dieses Jahr zwei neue Täuflinge und sechs Anwärter, die ihre Maske 2027 bekommen.“

Der Kalender für die laufende Saison ist prall gefüllt: Neben zahlreichen Umzügen stehen der Besuch bei anderen Narrenzünften und ein Fackellauf auf dem Programm. Auch die anderen Vereine und das Fasnachtspublikum haben den neuen Verein gut angenommen: „Bis jetzt haben wir wirklich nur positive Resonanz bekommen“, erzählt Daniela Faust. Der Saisonauftakt mit dem Maskenabstauben sei ebenfalls sehr gut besucht gewesen. „Es kommen immer mehr Leute als erwartet – das begeistert uns“.