Legendäre Disco in Leonberg
: „Zweimal im Monat war Pflicht“: Netz-Reaktionen zu den Nachtschicht-Überresten

Der Bericht zu den Überbleibseln der Leonberger Disco Nachtschicht weckt bei vielen Erinnerungen. Hier gibt’s den Rundblick darüber, was die Menschen mit der Location verbinden.
Von
Marius Venturini
Stuttgart
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  • Getanzt wurde hier schon lange nicht mehr: Der Dancefloor der einstigen Diskothek Nachtschicht.

    Simon Granville
  • Ankündigung: Das Plakat für die Abschiedsparty hängt noch.

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  • Mehr als Paletten: In der ehemaligen Nachtschicht stehen viele Dinge herum.

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  • Fass vor Mäusen: Einiges an Deko und auch die Gemälde sind noch da.

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  • Wandbilder: Sie haben die Zeit überdauert.

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  • Blick ins einstige Bistro: In der Nachtschicht gab es auch Snacks.

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  • Schallplatten: Diese dienten als Deko für die Decke.

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  • Im Rahmen: bäriges Bild in der ehemaligen Nachtschicht

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  • Da ging es rein: Das Schild hängt nach wie vor am Eingang.

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  • Früher: Einst prangte auch ein beleuchtetes Schild an der Fassade der Römergalerie.

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Die Nachtschicht – viele Besucherinnen und Besucher der einstigen Leonberger Diskothek im Kellergeschoss der Römergalerie schwelgen in wohligen Erinnerungen. Begegnungen in der im März 2013 geschlossenen Location waren für manche sogar lebensverändernd.

„Ich habe meinen Ehemann dort kennengelernt – somit unvergessen“, kommentiert eine Instagram-Userin den Zeitungsartikel über den Besuch der Club-Überbleibsel. Und, soviel sei verraten: Der Redaktion sind mindestens drei weitere Fälle bekannt, in denen eine Begegnung in der Nachtschicht später zur Hochzeit geführt hat.

Nachtschicht: Schicksalhafte Begegnungen in der Leonberger Diskothek

Wie zum Beispiel bei Theresa Häcker. Auch sie hat ihren späteren Gatten zum ersten Mal in der Nachtschicht getroffen. Die Rutesheimerin hat in der Diskothek an einer der Theken gearbeitet – und hat fast ausschließlich gute Erinnerungen an die Zeit Anfang und Mitte der Nuller-Jahre. „Es war eine megacoole Zeit damals, wir waren auch echt eine coole Truppe“, berichtet sie.

Schicht in der Nachtschicht: Ende März 2013 war Feierabend.

Foto: Simon Granville

Ein Großteil des Personals sei auch nicht nur an den Tagen in der „Schicht“ gewesen, an denen Arbeit angesagt gewesen sei. „Im Prinzip haben wir das Geld, das wir am einen Tag dort verdient haben, an den anderen wieder ausgegeben“, sagt sie und lacht, „das war so ein Kreislauf.“

Es sei ein tolles Miteinander gewesen, auch mit den Chefs. „Ich denke da wirklich gerne dran zurück.“ Schließlich seien damals immer alle da gewesen. „Man musste nie groß überlegen. Die Nachtschicht war damals der Place to be, man hat immer alle möglichen Menschen getroffen und musste dafür nicht extra nach Stuttgart fahren.“

Viele Menschen erinnern sich voll wohliger Nostalgie an die „Schicht“

Die Kult-Disco existiert längst nicht mehr. Dennoch teilen eine Menge Menschen voller Nostalgie Theresa Häckers Sicht der Dinge. Und nicht nur Leonbergerinnen und Leonberger erinnern sich in den Sozialen Medien gerne an den „Tanzstadl“. Hier gibt’s einen Auszug aus den Kommentarspalten:

„Tolle Zeit, tolle Location... ein Lost Place mit richtig geilen Erinnerungen“, schreibt eine Userin auf Facebook. Eine andere kommentiert, garniert mit einem Smiley: „Viele lustige Erinnerungen. Und manchmal auch keine mehr.“ Für eine weitere Facebook-Nutzerin ist die aktuelle Situation völlig neu: „Das steht leer? Verrückt. Ja, genau so viel dort gefeiert wie die Jahre davor im Apfelbaum in Renningen. Schön war’s.“

Die Nachtschicht schloss im März 2013 für immer ihre Türen. Davor war die rustikal eingerichtete Diskothek vor allem für die 99-Cent- (oder Ein-Euro-)Donnerstage berühmt-berüchtigt. „Es hatte seine Zeit“, findet ein Facebook-User, „ich war auch für eine gewisse Zeit Gast, aber jetzt würde ich es nicht mehr machen.“ Doch auch er kommt zu dem Schluss: „Donnerstags die Ein-Euro-Partys waren schon heftig.“

Negative Kommentare über die Nachtschicht bleiben die Ausnahme

Für viele war die Nachtschicht der Treffpunkt schlechthin. „Was für mega Nächte wir dort hatten“, schreibt eine Facebook-Userin, „bist alleine hin, weil du eh wusstest, du findest jemanden dort.“ Ein weiterer Nutzer schwelgt ebenfalls in Erinnerungen: „Schöne Zeit, tolle Abende und viele coole Leute kennengelernt. Nie verstanden, warum das geschlossen hat.“

Statements wie das eines Instagram-Nutzers bleiben die absolute Ausnahme: „War ein Loch. Brauchte und braucht keiner mehr.“ Vielmehr überwiegen Aussagen wie: „War schon ziemlich geil damals“, „Zweimal im Monat war Pflicht“, „Geilste Zeit“ oder „Schöne Zeiten waren das“.

Einige üben sich sogar in Gedankenspielchen. Auf Facebook schreibt eine Nutzerin: „Wer will sie wieder eröffnen? Laut Artikel steht die Fläche zur Vermietung zur Verfügung! An Gästen jeden Alters dürfte es in Leonberg und Umgebung nicht mangeln... Gibt ja keine Alternativen.“ Ein weiterer User denkt noch weiter: „Man bräuchte einen Investor.“