Krankenhaus Böblingen: Verschwundene Babyleiche - Polizei nennt Details zu Ermittlungen

Die Leiche eines Babys ist aus dem Krankenhaus in Böblingen verschwunden und später in einer Wäscherei wieder aufgefunden worden.
Bernd Weißbrod/dpa- In Böblingen verschwand eine Babyleiche aus dem Klinikkühlraum – später Fund in Wäscherei.
- Polizei prüft Zugänge, befragt Berechtigte und klärt Abholzeit sowie Zuständigkeiten der Wäsche.
- Ein tragisches Versehen gilt als wahrscheinlich, doch die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.
- DNA-Test soll die Identität klären, Hinweise auf ein anderes Kind gibt es laut Polizei nicht.
- Der Klinikverbund bedauert den Vorfall und prüft interne Abläufe, der Vater äußert Trauer und Wut.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach dem Verschwinden einer Babyleiche aus einem Kühlraum im Krankenhaus von Böblingen versucht die Polizei nun zu klären, wie genau die sterblichen Überreste dort abhandenkommen konnten. Sie wurden laut Polizei mehrere Tage später in einer Wäscherei entdeckt. Zuvor hatte die Schwäbische Zeitung berichtet.
Man versuche, die genauen Umstände des Vorfalls zu klären, sagte ein Polizeisprecher. Der Zugang zu dem Kühlraum sei nicht unbegrenzt, man werde deswegen zunächst die berechtigten Personen befragen. Zudem sei Gegenstand der Ermittlungen, wann genau die Wäsche abgeholt worden sei und von wem genau. Die Ermittlungen richteten sich derzeit aber nicht gegen konkrete Personen, so der Sprecher.
Unterdessen meldete sich der Vater des verstorbenen Säuglings mit einer emotionalen Botschaft zu Wort. „Wir sind unfassbar traurig und wütend. Wir können nicht verstehen, wie das passieren konnte“, sagt der 32-Jährige, sichtlich unter dem Eindruck der Geschehnisse. „Wir wollten unsere Tochter am 9. Juli beerdigen.“ Dass seine verstorbene Tochter in dem Krankenhaus abhanden kam, macht ihn fassungslos.
DNA-Analyse soll Identität der Babyleiche zweifelsfrei klären
Die Polizei hält nach derzeitigem Ermittlungsstand ein tragisches Versehen für wahrscheinlich. Man gehe davon aus, dass der Leichnam von Mitarbeitern der Wäscherei in Laken übersehen und versehentlich mitgenommen worden sei, sagte der Polizeisprecher. Die Ermittlungen gingen aber in alle Richtungen.
Geklärt werden müsse zudem noch, ob es sich bei den gefundenen Überresten auch zweifelsfrei um das verschwundene Frühgeborene handelt. Dazu laufe eine DNA-Untersuchung, so der Polizeisprecher. Es gebe aber keine Anhaltspunkte, dass die Leiche ein anderes Kind sei.
Dass die Leiche des Babys verschwunden ist, fiel auf, als ein Bestatter den Leichnam aus einem Kühlraum des Krankenhauses habe abholen wollen, so die Polizei.
Klinikverbund Südwest: Bedauern Vorfall zutiefst
Der Betreiber des Krankenhauses, der Klinikverbund Südwest, zeigte sich tief betroffen. Man bedauere den Vorfall zutiefst. „Es tut uns aufrichtig leid, dass die Eltern und Angehörigen in dieser ohnehin schmerzlichen Zeit dies zusätzlich durchleben müssen“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.
Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, müsse nun sorgfältig und lückenlos aufgeklärt werden. Man unterstütze die Polizei bei ihren Ermittlungen und arbeite den Vorgang auch intern vollständig auf. Man werde das Verfahren für den Umgang mit verstorbenen Kindern überprüfen und intern für die allergrößte Sorgfalt sensibilisieren.
