Holzgerlingen: Ärger wegen Tempo 50 und Blitzer an Unfallstelle auf der B 464

Blick auf die B 464 von der Überführung Altdorfer Straße aus. In der Fahrbahnmitte markieren Warnbaken (Pfeil) den fehlenden Anpralldämpfer.
Yvonne Perlich- Auf der B464 bei Holzgerlingen gilt seit dem 29. September Tempo 50.
- Grund ist ein Unfall am 23. September mit beschädigtem Anpralldämpfer.
- Bis zur Montage eines neuen Teils bleibt die Begrenzung in Kraft – mehrere Wochen.
- Das Landratsamt misst dort präventiv, um Tempo 50 durchzusetzen.
- Früh eingesetzte Blitzer sorgen laut Kommentaren in sozialen Medien für Unmut.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer täglich auf der B464 an Holzgerlingen vorbeifährt, kennt die Strecke mit all ihren Besonderheiten in der Regel in- und auswendig. Das gilt auch für den Abschnitt auf Höhe des Autohauses Maurer, kurz vor dem Abzweig nach Altdorf. Dort ist jetzt allerdings besondere Aufmerksamkeit gefragt: Weil bei einem Unfall in der Vorwoche eine Mittelabsperrung beschädigt wurde, gelten dort seit dem 29. September nicht mehr 70, sondern 50 Stundenkilometer als Tempolimit. Wer das nicht mitbekommen hat, erfuhr es nun auf eher unerfreuliche Art: in Form eines roten Blitzlichts.
Auslöser für die Änderung war ein Unfall, der sich am 23. September an dieser Stelle ereignet hatte. Nach Polizeianaben hatte sich bei einem 26-jähriger Seat-Fahrer auf der Fahrt in Richtung Böblingen die Anhängerkupplung gelöst, woraufhin es zur Kollision mit einem sogenannten Anpralldämpfer kam. Die um eine Batterie von Blechrohren gezogene Schutzplanke war daraufhin stark beschädigt und musste abmontiert werden.
Landratsamt begründet Geschwindigkeitskontrollen mit erhöhter Verletzungsgefahr bei Unfällen

Sogenannte Anpralldämpfer sollen bei Unfällen einen Goßteil der Bewegungsenergie schlucken, um bei einer Kollision die Verletzungsgefahr zu verringern.
Eibner-Pressefoto/Edward CheungSeit dem vergangenen Dienstag gilt nun also Tempo 50 auf diesem Abschnitt. Diese Regelung greift laut dem Böblinger Landratsamt solange, bis ein neuer Anpralldämpfer montiert ist. „Hierbei ist jedoch von mehreren Wochen auszugehen“, teilt ein Kreissprecher mit. Grund für die Geschwindigkeitsbegrenzung ist die Betongleitwand zwischen den Fahrspuren. „Ohne Anpralldämpfer wird die kinetische Energie des Fahrzeugs abrupt und nahezu ungedämpft auf das Hindernis übertragen“, erklärt der Landkreissprecher.
Im Falle eines Unfalls an der entsprechenden Stelle bestehe dann eine erhebliche gesteigerte Verletzungsgefahr für Fahrzeuginsassen – bei höheren Geschwindigkeiten sogar Lebensgefahr. „Daher misst die Verkehrsüberwachung an dieser Stelle präventiv, um das Tempo 50 km/h zeitnah durchzusetzen“, beantwortet das Landratsamt die Frage, warum dort schon einen Tag nach der veränderten Regelung ein Blitzer im Einsatz war.
Die Stadt Holzgerlingen weist auf ihren Social-Media-Kanälen eigens mit einer Satellitenfotografie auf die geänderte Geschwindigkeitsbegrenzung auf diesem Abschnitt hin.
Wie sich an den Kommentaren unter dem Facebook-Post ablesen lässt, sorgt vor allem die unmittelbar angesetzte Geschwindigkeitskontrolle für Unmut: „Das nenne ich Abzocke, wenn sowas direkt ausgenutzt wird“, meint zum Beispiel ein Autofahrer. Schließlich wisse doch jeder, dass dort eigentlich 70 gelte.
Spott und Häme gibt es für die angekündigte Dauer der Maßnahme: „Und der Anpralldämpfer muss durch die Straße von Hormus geliefert werden, oder?“, so ein Kommentar.

