Glockenmuseum
: Herrenbergs größte Glocke heißt „Maxima“ und hängt nicht im Kirchturm

Die über sechs Tonnen schwere Glocke „Maxima" wurde jetzt in Herrenberg eingeweiht – allerdings hängt sie nicht im Turm der Stiftskirche. Geläutet werden kann sie aber trotzdem.
Von
Rebecca Baumann
Herrenberg
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Indienstnahme Maxima Glocke Herrenberg

Die Glocke „Maxima“ steht jetzt außerhalb der Herrenberger Stiftskirche – und soll dort auch bleiben.

Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg
  • „Maxima“ ist eingeweiht: größte Läuteglocke des Glockenmuseums Herrenberg.
  • Sie wiegt über sechs Tonnen, ist 2,25 Meter hoch und steht neben der Stiftskirche.
  • Die Glocke hängt in einem hölzernen Stuhl am Boden und wird regelmäßig geläutet.
  • Evangelisch und katholisch in Dienst genommen, finanziert durch Spenden des Vereins.
  • Museum seit 2023 wegen Brandschutz geschlossen – Spendenziel liegt bei rund 400.000 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Glockenmuseum Herrenberg und die Herrenberger Kirchengemeinden sind um eine außergewöhnliche Attraktion reicher: Die über sechs Tonnen schwere und 2,25 Meter hohe Glocke namens „Maxima“ wurde zuletzt in Herrenberg in Dienst genommen, wie die evangelische Landeskirche in einer Pressemitteilung berichtet.

Außergewöhnlich ist dabei auch das „Wo“: Die Glocke hängt nicht im Turm der Stiftskirche, sondern in einem massiven, hölzernen Glockenstuhl am Boden gleich neben dem Gotteshaus – und soll dort auch regelmäßig geläutet werden.

Landesbischof würdigt Engagement: „Das Ergebnis einer großen Leistung“

„Dass ihr Ton in Zukunft regelmäßig zu hören sein wird, ist das Ergebnis einer großen Leistung“, sagte Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl bei der Einweihung. Es habe unzähliger Spenden und der Beharrlichkeit des früheren Dekans Dieter Eisenhardt bedurft, „dass diese Glocke wieder klingt“.

Herrenberg, Das Glockenmuseum in der Herrenberger Stiftskirche kann wegen möglicherweise übertriebenem Brandschutz nicht öffnen. Burghard Hoffmann

Das Glockenmuseum in der Herrenberger Stiftskirche ist seit 2023 wegen hoher Brandschutzauflagen geschlossen – zum Ärger des Verantwortlichen Burkhard Hoffmann

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Gohl ging auch darauf ein, dass die Glocke als Friedensglocke konzipiert sei, und sagte: „Friede ist keine Selbstverständlichkeit.“ Die Verantwortung für den Frieden beginne „im Kleinen – in den Beziehungen zu den Menschen, die uns Tag für Tag im Alltag umgeben. Die Verantwortung für den Frieden liegt also auch bei dir und mir.“

Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg finanzierte das „Maxima“-Projekt

Die Glocke „Maxima“ mit dem Ton f0 wurde gleich doppelt „beauftragt“: Der katholische Dekan von Böblingen, Anton Feil, weihte sie nach römisch-katholischem Ritus. Landesbischof Gohl nahm sie nach evangelischem Brauch mit einem Segensgebet in Dienst.

Das „Maxima“-Projekt wurde vom Verein zur Erhaltung der Stiftskirche Herrenberg organisiert und mit Spenden finanziert – inklusive der läutbaren Aufhängung. „Maxima“ ist nun die größte Läuteglocke des Glockenmuseums Stiftskirche Herrenberg. Zusammen mit einer Glocke der Friedenskirche in Karlsruhe ist sie sogar die tontiefste Glocke in ganz Baden-Württemberg.

Im Jahr 2000 in der Glockengießerei Brockscheid gegossen, sollte sie ursprünglich eine Friedensglocke in der Basilika Echternach in Luxemburg ersetzen. Der Ton der „Maxima“ war allerdings etwas zu tief geraten, sodass Echternach die Glocke nicht nehmen konnte.

2003 konnte die Bauhütte der Stiftskirche Herrenberg die „Maxima“ erwerben. Seither stand sie auf der Wiese bei der Stiftskirche und wartete darauf, in den Turm der Kirche gehängt zu werden – was sich als technisch aber nicht machbar erwies.

Das Herrenberger Glockenmuseum

In der Glockenstube der Herrenberger Stiftskirche hängen über 35 läutbare Bronzeglocken – das umfangreichste Kirchengeläut Deutschlands mit Glocken aus zwölf Jahrhunderten. Die Glocken werden nach einer festgelegten Läuteordnung geläutet und Besucherinnen und Besucher konnten bis 2023 das Läuten auch beobachten.

Seit 2023 ist das Museum wegen Brandschutzproblemen geschlossen. Einzelbesichtigungen durch Kleingruppen sind jedoch möglich, sofern es die baulichen Voraussetzungen erlauben und die Besucher in einen Haftungsausschluss einwilligen.

Das Museum sammelt Spenden, um die nötigen Umbaumaßnahmen zu finanzieren. Rund 400.000 Euro sind dafür nötig.

Mehr Informationen unter https://glockenmuseum-stiftskirche-herrenberg.de/