Eigenleistung senkt Kosten
: Zwei neue Fahrzeuge zum Bestpreis für die Feuerwehr Grafenau

Mit enormem ehrenamtlichem Einsatz hat die Freiwillige Feuerwehr Grafenau die Beschaffung zweier neuer Fahrzeuge ermöglicht. Jetzt wurden sie offiziell übergeben.
Von
Eddie Langner
Grafenau
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Neugierige Blicke: Die Jugendfeuerwehr schaut sich die moderne Technikausstattung des neuen  Einsatzleitwagens an.

Neugierige Blicke: Die Jugendfeuerwehr bestaunt die moderne Technikausstattung des neuen Einsatzleitwagens.

Eddie Langner
  • Feuerwehr Grafenau erhält einen Mannschaftstransportwagen und einen Einsatzleitwagen.
  • Übergabe fand am Donnerstag vor dem Feuerwehrhaus Döffingen statt – viele Gäste waren da.
  • Der neue ELW ersetzt ein 25 Jahre altes Fahrzeug und bietet moderne Kommunikationstechnik.
  • Kosten: rund 120.000 Euro für den ELW, 39.000 Euro für den MTW, bezahlt ohne Fördermittel.
  • Über 2000 Stunden Ehrenamt ermöglichten den günstigen Ausbau; Kritik an Förderpolitik geäußert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Feuerwehr Grafenau hat einen neuen Mannschaftstransportwagen und einen neuen Einsatzleitwagen im Fuhrpark. Am Donnerstag fand die offizielle Übergabe vor dem Feuerwehrhaus Döffingen statt. Weder die Fahrzeuge noch der Anlass mögen auf den ersten Blick besonders außergewöhnlich scheinen. Doch bei genauem Hinschauen wird klar, was sich insbesondere in dem Einsatzleitwagen verbirgt – und welche bemerkenswerte Leistung hinter seiner Beschaffung.

Besagtes Fahrzeug mit der Bezeichnung ELW ist eine mobile Kommandozentrale für die Feuerwehr. Der äußerlich unscheinbare Mercedes Sprinter ist vollgestopft mit moderner Technik und Ausrüstung. Er ersetzt den alten Einsatzleitwagen der Grafenauer Wehr, der nach 25 Jahren technisch längst nicht mehr auf der Höhe ist.

Der alte ELW war 25 Jahre im Einsatz

„Der alte ELW hat seinen Dienst mehr als erfüllt“, sagte Grafenaus Kommandant Timo Roller bei der Einweihungsfeier. Man sei damit in Sachen digitaler Kommunikation und moderner Einsatzführung aber immer mehr an die Grenzen gestoßen. „Mit einem Funkgerät, Zettel und Stift allein ist es heute kaum noch möglich, einen Einsatz effizient und zeitgemäß zu führen“, so der Kommandant.

Bis zu 250.000 Euro bezahlt man für einen komplett ausgebauten ELW 1. Dass Grafenaus neuer Einsatzleitwagen trotz zeitgemäßer und umfangreicher Ausstattung nur knapp die Hälfte davon gekostet hat, hängt mit enormem Einsatz und Eigenleistung zusammen. Roller sprach von mehr als 2000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit sowie Tausenden gefahrenen Kilometern zu Fachmessen und zur Fachfirma BTS Brandschutztechnik im sächsischen Stolpen.

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„Für diese Summe kauft keine andere Feuerwehr dieses Fahrzeug“, stellte deshalb Martin Amler anerkennend fest. Der Kreisbrandmeister war für ein Grußwort zu der Fahrzeugübergabe gekommen und dabei voll des Lobes für die Grafenauer Kameraden.

„Was ihr leistet, ist grandios.“
Martin Thüringer
Bürgermeister

Für Amler selbst gab es bei einem Besuch in Grafenau jedoch nicht nur warme Worte. Bürgermeister Martin Thüringer (parteilos) nutzte die Bühne, um neben seiner Wertschätzung und Hochachtung für die örtliche Feuerwehr auch eine Spitze gegen die Förderpolitik auf Kreis- und Landesebene zu setzen.

Neben dem Mannschaftstransportwagen (links) bedeutet insbesondere der neue Einsatzleitwagen (ELW) eine dringend benötigte Modernisierung für die Grafenauer Feuerwehr.

Neben dem Mannschaftstransportwagen (links) bedeutet insbesondere der neue Einsatzleitwagen (ELW) eine dringend benötigte Modernisierung für die Grafenauer Feuerwehr.

Eddie Langner

Die rund 120.000 Euro für den ELW und die 39.000 Euro für den MTW musste die Gemeinde nämlich aus eigener Tasche bezahlen – ganz ohne Fördermittel. Der Grund dafür ist, laut Amler, dass diese Fahrzeugkategorie bei den Förderrichtlinien eine niedrigere Priorität bekomme als etwa ein Löschfahrzeug. Dennoch zeigte der oberste Feuerwehrmann im Kreis Verständnis für Thüringers Kritik.

Das Problem sei allerdings, dass das Land insgesamt weniger Fördermittel zur Verfügung stelle. Das mache sich auch im Landkreis bemerkbar, wo in diesem Jahr nur noch gut ein Drittel der beantragten Maßnahmen eine Förderung erhielten hätten.

Der nächste Meilenstein für die Feuerwehr Grafenau steht am 21. Oktober an. Dann steht in der Gemeinderatssitzung der Baubeschluss für die lang erwartete Feuerwehrzentrale auf der Agenda.