Lenny Kravitz bei den Jazz Open
: Ein Star, der keine Posen braucht

Der US-Gitarrist Lenny Kravitz hat am Samstagabend mit seiner Band das Publikum auf dem Stuttgarter Schlossplatz begeistert. Unsere Kritik zum Konzert.
Von
Jan Ulrich Welke
Stuttgart
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  • Souverän, selbstbewusst: Lenny Kravitz auf dem Stuttgarter Schlossplatz

    Lichtgut/Leif Piechowski
  • Lenny Kravitz hat seine Fans am Samstag auf dem Schlossplatz begeistert.

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  • Kravitz ist einer der hochkarätigen Künstler, ...

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  • ... die bei den diesjährigen Jazz Open in Stuttgart aufgetreten sind.

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  • Das Konzert des US-amerikanischen Musikers auf dem Schlossplatz in Stuttgart ist ausverkauft gewesen.

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  • Hände hoch: Gleich zu Konzertbeginn gehen die Fans mit.

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  • Auch Familien waren unter den Zuschauern.

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  • Ein Foto fürs Erinnerungsalbum darf nicht fehlen.

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  • Sein letztes Album „Strut“ hat Kravitz 2014 veröffentlicht, ...

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  • ... kurze Zeit später ist er in der Schleyerhalle in Stuttgart zu Gast gewesen.

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  • Sein Konzert hat die Fans begeistert.

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  • Seine Lieder können sie mitsingen.

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  • Mit Sonnenbrille, ...

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  • ... und Lockenmähne – so kennt man den Künstler mit ukrainisch-jüdisch-bahamesischen Wurzeln.

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  • Der Vollblut-Musiker beherrscht mehrere Instrumente.

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Stuttgart - So kann man’s natürlich auch machen: Seinen größten Hit, „Fly away“, spielt Lenny Kravitz am Samstagabend auf dem ausverkauften Schlossplatz gleich als erstes Lied des Abends. Somit wäre das erstens schon mal abgehakt. Und zweitens ist auf diese Art und Weise sofort für prächtige Stimmung gesorgt. Das ist cool, es zeugt vom souveränen Selbstbewusstsein eines Künstlers, der sich nicht mit der Vorstellung seines neuen Albums verrenken muss (es erscheint ohnehin erst im September), sondern der gleich in die Vollen geht.

„American Woman“, „It ain’t over till it’s over“ und „Always on the Run“, seine anderen großen Hits, bringt Kravitz im weiteren Verlauf des Abends natürlich auch noch, die Zugabe verklingt schließlich mit dem letzten großen Kracher „Are you gonna go my Way“. Auch deshalb ergibt sich ein in der Summe absolut rundes Konzert, bei dem ein leutseliger und sehr gut aufgelegter Lenny Kravitz, aber vor allem auch seine vorzüglichen Begleiter wie etwa die ebenso lässige wie höchst versierte frühere David-Bowie-Bassistin Gail Ann Dorsey, bei diesem ohnehin sehr bassmächtigen Auftritt begeistern.

Innere Freude am Musizieren

Erfreulich ist auch, dass Kravitz ein herrlich unprätentiöses Rockkonzert gibt, ohne sich zu verkünsteln und ohne abgedroschene Posen zu bemühen. Man merkt ihm eine ruhige innere Freude am Musizieren an, damit bringt er auch umgehend das zu Recht begeisterte Publikum auf seine Seite. Der US-Amerikaner spielte 2009 schon einmal bei den Jazz Open, damals fiel er als reinrassiger Rockstar vielleicht noch ein bisschen aus dem Rahmen – aber auch ein solches Konzert ist mittlerweile längst normaler Bestandteil dieses eine außergewöhnliche Breite abdeckenden Festivals.

Dieser rundum überzeugende Auftritt ist ein würdiger Samstagabend-Höhepunkt, der allen Erwartungen des Publikums auf dem Schlossplatz gerecht wird. Und er fügt sich in ein stimmiges Festival, das bei seiner 25. Auflage unter anderem mit fünf rappelvollen Abenden auf dem Schlossplatz längst die Breitenwirkung erzielt, die ihm gebührt.