Die schönen Tage: Fanny Ardant als Frau mit Doppelleben
Filmkritik und Trailer zum Kinofilm „Die schönen Tage“
Stuttgart - Die Lust ist groß. Jetzt, hier im Auto soll es passieren. Draußen gießt es wie aus Kübeln, keiner wird sie sehen, Caroline, pensionierte Zahnärztin, und Julien, ihren jungen Computerlehrer. Die sexuelle Anziehung des ungleichen Paares wirkt glaubhaft. Wer so attraktiv ist wie Fanny Ardant (Caroline), kann mit erotischer Alterslosigkeit trumpfen. Zumal die im Alltagstrott mit dem liebenswürdigen, aber zerknitterten Ehemann (Patrick Chesnais) nicht mehr wirkt.
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Und so folgt man ihrem Doppelleben zwischen wohligem Familiendasein mit Kindern und Enkeln und ihrer körperbetonten Liaison. Authentisch fühlt es sich auch an, wenn die Lust Verlust und Schmerz auslöst: Julien (Laurent Lafitte) fährt wie Fanny mehrgleisig, empfängt in seiner Wohnung andere (und natürlich jüngere) Frauen.
Schöne Landschafts- und Seelenbilder gibt es zu sehen und einen Ehemann zu erleben, der leidet, aber seiner abtrünnigen Frau kein Ultimatum stellt. Das Meer mit seiner nie versiegenden Symbolkraft des Werdens und Vergehens spielt eine wichtige Rolle. Und dieser Ort wird es auch sein, an dem die Regie (Marion Vernoux) wieder zusammenführt, was zusammengehört, ohne dass das Wort Moral sich auch nur in einer einzigen Filmsequenz aufdrängen würde.
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