Alain Delon wird 85
: Der Beau des französischen Kinos spielte gern eiskalte Verführer

Unterkühltes Auftreten, beherrschender Blick: Alain Delon war ein großer Stars des französischen Kinos – und hat Frauen viel zu verdanken, allen voran Romy Schneider. Am 8. November wird Delon 85 Jahre alt.
Von
Bernd Haasis
Stuttgart
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  • Romy Schneider und Alain Delon als verlobtes Paar um 1960 auf einer Hollywoodschaukel

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  • Alain Delon (undatiert)

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  • Alain Delon (undatiert)

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  • Alain Delon 2008 als Julius Cäsar in „Asterix und die Olympischen Spiele“

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  • Romy Schneider und Alain Delon 1959 auf dem Münchner Filmball.

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  • Alain Delon im Mai 2019 beim Festival in Cannes, wo er die Goldene Palme für sein Lebenswerk bekommen hat.

    AFP
  • Alain Delon im Mai 2019 beim Festival in Cannes, wo er die Goldene Palme für sein Lebenswerk bekommen hat.

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  • Alain Delon und Romy Schneider 1958 in Paris

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  • Romy Schneider und Alain Delon 1970

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  • Alain Delon und Claudia Cardinale 1963

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  • Alain Delon und Romy Schneider 1969

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  • Alain Delon (links) 1970 mit Jean-Paul Belmondo in „Borsalino“

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  • Alain Delon und Romy Schneider in einer Szene des Films „Der Swimmingpool“ (1969)

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  • Alain Delon in einer Szene des Films „Nouvelle vague“ (1990) mit Domiziana Giordano

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  • Romy Schneider und Alain Delon 1972 in „Das Mädchen und der Mörder“

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  • Alain Delon und Catherine Deneuve 1972 in „Der Chef“

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  • Catherine Deneuve, Alain Delon und Mireille Darc (von links) 1972

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  • Romy Schneider und Alain Delon 1969 in „Der Swimmingpool“

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  • Alain Delon und Romy Schneider in „Christine“ (1958)

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  • Romy Schneider und Alain Delon 1969 in „Der Swimmingpool“

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  • Alain Delon 2008 als Julius Cäsar in „Asterix und die Olympischen Spiele“

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  • Romy Schneider und Alain Delon 1969 in „Der Swimmingpool“

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  • Alain Delon und Brigitte Bardot 1961

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  • Alain Delon, Claudia Cardinale und Burt Lancaster in „Der Leopard“ (1963)

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  • Jean-Paul Belmondo und Alain Delon in „Borsalino“ (1970)

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  • Alain Delon and Marie Laforêt in „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960)

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  • Alain Delon und Marianne Faithfull in „Nackt unter Leder“ (1967)

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  • Der Beau des französischen Kinos spielte gern eiskalte Verführer

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  • Alain Delon und Jean Gabin in „Endstation Schafott“ (1973)

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  • Alain Delon in „Der eiskalte Engel“ (1967)

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  • Alain Delon in „Airport 80 – Die Concorde“ (1979)

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  • Alain Delon und Dalida Di Lazzarro in „Killer stellen sich nicht vor“ (1980)

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  • Alain Delon und Lola Albright in „Wie Raubkatzen“ (1964)

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  • Alain Delon in „Der Leopard“ (1963)

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  • Claudia Cardinale, Paolo Stoppa und Alain Delon (von links) in „Der Leopard“ (1963)

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  • Ann-Margret und Alain Delon in „Millionenraub in San Francisco“ 81964)

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  • Alain Delon und Simone Signoret in „

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  • Alain Delon in „Mit teuflischen Grüßen“ (1967)

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  • Alain Delon in „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960)

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  • Alain Delon in „Rocco und seine Brüder“ (1960)

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  • Ursula Andress und Alain Delon in „Rivalen unter roter Sonne“ (1971)

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  • Alain Delon in „Monsieur Klein“ (1976)

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  • Alain Delon und Romy Schneider in „Das Mädchen und der Mörder“ (1972)

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  • Catherine Deneuve & Alain Delon in „Der Schock“ (1982)

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  • Catherine Deneuve & Alain Delon in „Der Schock“ (1982)

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  • Alain Delon in „Casanovas Rückkehr“ (1982)

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  • Catherine Deneuve und Alain Delon in „Der Chef“ (1972)

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  • Alain Delon in „Adieu l’ami“ (1968)

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  • Alain Delon in „Adieu l’ami“ (1968)

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  • Charles Bronson (links) und Alain Delon in „Adieu l’ami“ (1968)

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  • Catherine Deneuve und Alain Delon in „Der Chef“ (1972)

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  • Alain Delon und Romy Schneider in „Das Mädchen und der Mörder“ (1972)

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  • Alain Delon und Romy Schneider in „Der Swimmingpool“ (1969)

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  • Alain Delon und Romy Schneider in „Der Swimmingpool“ (1969)

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  • Alain Delon und Monica Vitti 1961 in Rom

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  • Alain Delon in „Zorro“ (1975)

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Stuttgart - Er habe den Frauen viel zu verdanken, auch seine Karriere, sagte der französische Filmstar Alain Delon der Zeitung „Le Monde“. Er sei durch Frauen zur Schauspielerei gekommen. Sie hätten ihn gewollt, gemacht und ihm alles gegeben. Jean-Claude Brialy, ebenfalls Schauspieler und ein Freund Delons, erinnert sich in Thilo Wydras aktueller Doppelbiografie „Eine Liebe in Paris. Romy & Alain“: „Sobald er einen Raum betrat, waren sämtliche Frauen und Männer, Hunde und Katzen, Tische und Stühle sofort in ihn verliebt. Dank seiner Schönheit und geradezu wilden Charmes – und das wusste er zu nutzen.“

Tatsächlich verdankt Delon seinen Sprung ins Rampenlicht Romy Schneider. Sie war seit „Sissy“ (1995) bereits ein Star, als sie für das Melodram „Christine“ (1958) engagiert wurde, eine Adaption von Arthur Schnitzlers Schauspiel „Liebelei“ (1895). Sie bekam Fotos mehrerer junger Schauspieler vorgelegt – und entschied sich für den noch unbekannten Delon als Filmpartner. „Ich hatte nur mein Aussehen und meinen Mangel an Erfahrung vorzuweisen. Als ich erfuhr, dass die mich wollten, blieb mir die Spucke weg“, sagte Delons der Zeitung „Le Figaro“.

Romy Schneider war die Liebe seines Lebens

Er war 23, Schneider drei Jahre jünger. Sie spielten ein Liebespaar – er den Dragonerleutnant Fritz Lobheimer, sie die Musikertochter Christine Weiring – und wurden auch im richtigen Leben eines. Von 1959 bis 1964 sorgten Alain und Romy für Glamour, ihre Beziehung war turbulent, schlagzeilenträchtig und überschattet von Affären – wie der schnittige Leutnant in „Christine“ war auch Delon im richtigen Leben untreu. Über die Trennung kam Romy Schneider nur schwer hinweg. Delon sagte später in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“, sie sei die große Liebe seines Lebens gewesen.

In dem Krimi „Nur die Sonne war Zeuge“ (1960) nach Patricia Highsmiths Roman „Der talentierte Mr. Ripley“ spielte Delon den Protagonisten, der einen Millionärssohn umbringt und dessen Identität annimmt. In Luchino Viscontis Drama „Rocco und seine Brüder“ (1960) über das Elend Süditaliens war Delon als ältester Bruder einer gebeutelten Familie zu sehen, der auf eine Karriere als Boxer hofft. Als verarmter junger Adliger und Opportunist im Freiheitskampf Siziliens um 1860 traf Delon in Viscontis „Leopard“ (1963) auf eine umwerfende Claudia Cardinale.

Gegenentwurf zu Belmondo

In Henri Verneuils „Lautlos wie die Nacht“ (1963) verkörperte Delon einen Gangster, der mit einem Kollegen das Casino von Cannes ausraubt, als Killer mit Samurai-Ethik in „Der eiskalte Engel“ (1967) unter der Regie von Jean-Pierre Melville festigte Delon endgültig sein Image als unverfrorener Beau ohne Moral, der alle verführt und niemanden liebt. Der Erotikthriller „Der Swimmingpool“ (1969) lebte vor allem davon, dass er beim Dreh wieder auf Romy Schneider traf und die Spannung aus beider persönlicher Vorgeschichte mitschwang. In Henri Verneuils Mafia-Film „Der Clan der Sizilianer“ (1969) gab Delon der Figur des eiskalten Verführers den letzten Schliff.

Mit seinem unterkühlten Auftreten und seinem beherrschenden Blick war Alain Delon der Gegenentwurf zum gewinnenden Charmeur Jean-Paul Belmondo, der nach seinem Auftritt in Jean-Luc Godards Krimi „Außer Atem“ (1960) zum Rivalen wurde. In dem brutalen Gangsterfilm „Borsalino“ (1970) waren die beiden dann gemeinsam auf der Leinwand zu sehen als rivalisierende Ganoven im Marseille der 1930er-Jahre, die sich zusammenraufen.

Anfängliche Zweifel

Nach der Trennung seiner Eltern wuchs Alain Delon bei Pflegeeltern auf, flog von sechs Schulen, musste ins Internat und wurde 1952 Marinesoldat mit Einsätzen im Indochina-Krieg. Danach veranstaltete er Boxkämpfe und vermarktete Parfüm, Cognac und Champagner – bis Brigitte Auber, bekannt als Fassadenkletterin in Alfred Hitchcocks „Über den Dächern von Nizza“ (1955), ihm seine erste Rolle verschaffte: Sie stellte den jungen Charmeur der Frau des Regisseurs Yves Allégret vor, der ihn dann in seinem Krimi „Killer lassen bitten“ (1957) auftreten ließ.

Delon hatte zunächst Zweifel, doch Allégret habe ihn mit einem simplen Ratschlag überzeugt, erzählte der Schauspieler der Tageszeitung „Le Monde“: „Er hat gesagt: Ich möchte nicht, dass du spielst. Sei du. Schau wie du schaust, bewege dich, wie du dich bewegst, sprich so wie du sprichst.“ Dieser Satz habe seine Karriere und sein Leben geprägt.

Am 8. November wird Alain Delon 85 Jahre alt. Gegenüber „Le Monde“ bedauerte er, nie mit einer Frau als Regisseurin gearbeitet zu haben.