Die Haltestelle Lutherkirche in Fellbach: Zusätzliche Stadtbahnfahrten am frühen Morgen zum Ausgleich für die S-Bahn-Sperrung. Foto: Dirk Herrmann

Das Angebot der Stuttgarter Straßenbahnen AG an der Haltestelle Lutherkirche gilt während der vierwöchigen S-Bahn-Sperrung. Damit soll den Berufspendlern geholfen werden.

Als Berufspendler aus dem Rems- oder Murrtal, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Landeshauptstadt erreichen möchte, ist man ja Kummer gewöhnt. Mal ist ein Stellwerkfehler das Problem, mal muss ein ausgefallener Triebwagen auf der Strecke repariert oder ein Gleis ausgebessert werden, mal sind es die längst bekannten allgemeinen Verzögerungen angesichts des Stuttgart-21-Ausbaus.

 

Manchmal hat man aber auch Glück: Dann hat die eigentlich angepeilte S-Bahn zwar 20 Minuten Verspätung, dafür rauscht gerade ein Zug heran, der selbst schon vor einer Viertelstunde hätte da sein sollen, aber ebenfalls hinter dem Fahrplan hinterher hechelt.

Alles für den Digitalen Knoten Stuttgart

Nun, in den kommenden vier Wochen braucht man sich zum Beispiel am Bahnhof Waiblingen um verspätete oder ausfallende S-Bahnen wie auch Regionalzüge nicht groß zu kümmern – denn es fahren sowieso keine. „Für das bundesweite Pilotprojekt Digitaler Knoten Stuttgart (DKS) sperrt die Deutsche Bahn erneut die Bahnstrecke zwischen Stuttgart-Bad Cannstatt und Fellbach“, teilt ein DB-Sprecher mit.

Konkret: Von Dienstag, 24. Februar, 1.30 Uhr, bis Mittwoch, 25. März, 1.30 Uhr, ist die Verbindung für den Zugverkehr unterbrochen. Die Bahn setzt dann die Arbeiten vom Dezember fort, als es schon einmal zur Sperrung der Strecke kam. In den Bereichen Bad Cannstatt und Untertürkheim werden die Bahnstrecken mit der modernen Leit- und Sicherungstechnik ETCS (European Train Control System) ausgerüstet.

Die Linien der S2 fallen zwischen Bad Cannstatt und Waiblingen aus; die Linien der S3 fallen zwischen Cannstatt und Fellbach aus. Auf beiden Linien gilt ansonsten lediglich der 30-Minuten-Takt.

Für gut vier Wochen wird die Waiblinger Dammstraße also wieder zum Drehkreuz für den Schienenersatzverkehr. Die Fahrten mit den Ersatzbussen dauern natürlich deutlich länger, als wenn man mit einer (pünktlichen) S-Bahn nach Stuttgart unterwegs wäre.

Ersatzbuslinien farblich gekennzeichnet

An der Waiblinger Dammstraße starten wieder drei Buslinien, zur besseren Orientierung farblich gekennzeichnet. Die Buslinie XEV (hellblau) ist die Expressverbindung direkt zwischen Waiblingen und Stuttgart Hauptbahnhof ohne Zwischenhalt.

Die Buslinie S2X (grün) fungiert als Expressverbindung zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt. Wer eine der Stationen dazwischen erreichen muss, nimmt Linie S2E (rote Farbe), die zwischen Waiblingen und Bad Cannstatt auch Fellbach, Sommerrain und die Nürnberger Straße ansteuert. All diese Ersatzbusse sind natürlich auch in umgekehrter Richtung, also gen Waiblingen, unterwegs.

Einen Ersatzbus (S4E) gibt es zudem auch auf der Linie zwischen Backnang und Marbach, da dort auf dieser sogenannten Kleinen Murrbahn zwar die umgeleiteten Regionalverkehre der Linien MEX 90 und RE 90 unterwegs sind, die S-Bahnen allerdings nicht.

Abfahrten um 7.10 Uhr, 7.30 Uhr und 7.50 Uhr

Eine gewisse Linderung der allgemeinen Kalamitäten könnte das Zusatzangebot der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) bringen. Denn vom 24. Februar bis 24. März gibt es auf der Stadtbahnlinie U1, jeweils von Montag bis Freitag, morgens drei zusätzliche Abfahrten an der Haltestelle Fellbach-Lutherkirche über den Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt und Stuttgart Hauptbahnhof bis Rotebühlplatz.

Diese „Verstärkerfahrten“, wie ein SSB-Sprecher sie nennt, starten an der Lutherkirche um 7.10 Uhr, um 7.30 Uhr und um 7.50 Uhr. „Grund dafür ist das erwartete erhöhte Fahrgastaufkommen durch die S-Bahn-Sperrung zwischen Bad Cannstatt und Fellbach beziehungsweise Waiblingen.“ Zwischen Lutherkirche und Wilhelmplatz in Cannstatt können zusätzlich zur U1 auch die Stadtbahnen der Linie U16 genutzt werden, so die ergänzende Info der SSB.