Erdöl, Zucker und Aromen. Aus diesen Zutaten besteht die Kaugummimasse. Foto: David Pereiras / Shutterstock.com

Etwa 5 Millionen Deutsche kauen sie täglich. Kaugummis sind beliebt. Was allerdings die wenigsten wissen ist, dass Kaugummis vor allem aus Kunststoff bestehen. Mehr dazu im Artikel.

Kaugummi schmeckt und ist beliebt. Kein Wunder, denn sie sorgen nicht nur für einen besseren Geschmack im Mund, sondern unterstützen auch die Bewältigung von Stress und sind gerade deswegen bei Diäten oder der Rauchentwöhnung beliebt. Die Zutaten sind allerdings für die meisten eine Überraschung.

Woraus besteht Kaugummi?

Kaugummis bestehen aus Kaumasse und einer bunten Vielfalt an Zusatzstoffen wie Aromen und Zucker. Die Kaumasse ist der Grundstoff des Kaugummis und wird in der Industrie "Gum base" genannt. Um die Zutaten der Masse machen die meisten Hersteller allerdings ein Geheimnis. Es mag zwar seltsam erscheinen, dass die Zutaten der Kaumasse selbst meist nicht auf den Verpackungen stehen, allerdings sind die Hersteller nicht verpflichtet, diese aufzulisten. Der Grund dafür ist zum einen das Produktgeheimnis und zum anderen gilt die Kaumasse nicht als Zusatzstoff, sondern als eine Zutat, die laut Verbraucherzentrale nur den "den geltenden lebensmittelrechtlichen Vorschriften entsprechen muss".

Woraus besteht die Kaumasse von Kaugummi?

Die ersten industriellen Kaugummis gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Während in den ersten Jahren noch verschiedene Baumharze und Bienenwachs zur Herstellung von Kaugummis verwendet wurden, etablierte sich in der Industrie bald darauf der Naturstoff Chicle, der aus dem Milchsaft von Manilkarapflanzen gewonnen wird, als Grundstoff für die Kaumasse. Mit den Jahren wurde den Rezepturen von Kaugummikaumassen vermehrt synthetischer Gummi beigemischt, um die Konsistenz zu verbessern. Heute sind die chemischen Rezepturen eine Wissenschaft für sich. Kunststoffe wie Butylkautschuk oder Polyvinylacetat sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil von Kaugummimassen, auch wenn teilweise natürliche Stoffe für Kaumasse verwendet werden. Häufig werden dann allerdings nur die natürlichen Stoffe auf der Verpackung angegeben, was die Transparenz der Zusammensetzung nicht erleichtert.

Bedenken bei Weichmachern

Bedenken gibt es vor allem bei den für die Konsistenz der Kaumasse wichtigen Weichmachern im Kaugummi. In einer österreichischen Studie wurden zum Beispiel erhöhte Konzentrationen von Phthalat im Urin von Menschen mit einem erhöhtem Kaugummikonsum gemessen. Phthalate machen unter den Weichmachern einen Marktanteil von etwa 70 % aus und gelten als gesundheits- und umweltschädlich, weshalb sie inzwischen in vielen Anwendungen verboten sind.

Kaugummis sind nicht abbaubar

Der Kunststoff im Kaugummi ist auch der Grund, warum die Entsorgung ein eigenes Problem darstellt. Achtlos auf den Boden gespuckter Kaugummi ist nämlich nur schwer abbaubar. Deswegen gehören Kaugummis in den Müll und nicht auf die Straße.

Ist es gefährlich, Kaugummis zu verschlucken?

Natürlich stellt sich auch die Frage, ob es ungesund ist, einen Kaugummi zu verschlucken. Sicherlich ist es nicht gesund, Kaugummis zu schlucken. Wird allerdings ein Kaugummi aus Versehen mal verschluckt, hat das keine Auswirkungen auf die Gesundheit. Genauso schwer, wie Kaugummi in der Natur abbaubar ist, kann die Masse auch vom Körper nicht verwertet werden. Zucker und Zusatzstoffe werden zwar im Magen verarbeitet, aber gegen die Kaumasse kann selbst die Magensäure nichts anrichten. Diese verlässt den Körper nach spätestens 2 Tagen wieder auf anderen Wegen.

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