Hier am Leonberger Stadtpark soll ein Quartier mit 138 Wohnungen entstehen. Foto: Simon Granville

Der Baubürgermeister versichert: Die Planung schreite voran. Der Bebauungsplan für das Quartier mit insgesamt 138 Wohnungen soll noch in diesem Jahr beschlossen werden.

Noch ist in Leonberg entlang der Berliner Straße, wo ein neues Wohnquartier entstehen soll, so gut wie nichts zu sehen. Kein Bagger, keine Erdbewegung. Doch im Hintergrund schreiten die Planungen für das Bauprojekt an der Berliner Straße voran.

 

Wie Leonbergs Baubürgermeister Klaus Brenner nun im städtischen Planungsausschuss verlauten ließ, standen im vergangenen Jahr insbesondere die Verhandlungen zum städtebaulichen Vertrag sowie die Ausarbeitung grundlegender Planungen im Mittelpunkt. Dazu zählen vor allem die Erschließung des Gebiets, die Entwässerung sowie ein erster Entwurf des Bebauungsplans. „Das Projekt läuft“, sagt Brenner mit Nachdruck.

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden die technischen Planungen weitgehend erarbeitet. Parallel dazu begann ein Fachbüro mit der sogenannten Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung, deren Ergebnisse allerdings noch ausstehen. Diese Bestandsaufnahme ist ein zentrales Instrument des deutschen Naturschutzrechts, das unvermeidbare Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft durch Bauvorhaben bilanziert und mit Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen kompensiert. Sie stellt sicher, dass Eingriffe wie beispielsweise im Straßenbau „wertgleich“ ausgeglichen werden, wie es heißt, um den Naturhaushalt zu erhalten.

Der genaue Plan soll vor der Sommerpause präsentiert werden

Die Skateranlage im nördlichen Stadtpark muss dem Wohnquartier weichen. Foto: Simon Granville

Ein zentraler Bestandteil des Projekts sei der städtebauliche Vertrag, über den seit Ende 2025 mit dem Investor intensiv verhandelt werde. „Inzwischen haben mehrere Gesprächsrunden stattgefunden“, so der Leonberger Baubürgermeister. Die Eckpunkte dieses Vertrags sollen dem städtischen Gremium voraussichtlich noch vor den Sommerferien im zweiten Quartal dieses Jahres vorgestellt werden. Die notarielle Beurkundung soll dann im dritten Quartal erfolgen. „Parallel wird der Bebauungsplan weiter ausgearbeitet. Ziel ist, ihn noch vor der Sommerpause öffentlich auszulegen und ihn noch in diesem Jahr als Satzung zu beschließen“, sagt Klaus Brenner.

Bereits politisch beschlossen wurde Leonbergs finanzieller Beitrag zu diesem Wohnprojekt. Die Kosten für die Stadt belaufen sich auf etwa 2,65 Millionen Euro. Sie beteiligt sich finanziell am Bodenaushub, an der Erschließung, am Abbruch der Skateranlage sowie am Bau eines Spielplatzes. Von diesem Betrag werden etwa 60 Prozent, also rund 1,59 Millionen Euro, über Sanierungsmittel gefördert. Weitere Kosten entstehen für die Planung und den Bau der Kita. Die Erschließung der Berliner Straße ist für 2027 geplant. Stefan Schwarz (Freie Wähler), selbst im Wohnungsbau tätig, regte an, auch an Alternativen zu denken, falls es keine Förderung mehr geben sollte. „Wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass das Land liefert.“

Gut 50 Wohnungen sollen günstiger vermietet werden

Der Investor, das Immobilienunternehmen Conceptaplan, plant insgesamt 138 Wohnungen, davon 53 als geförderte Sozialmietwohnungen. Das entspricht rund einem Drittel der Gesamtfläche. Diese Wohnungen sollen über einen Zeitraum von 30 Jahren zu deutlich vergünstigten Mieten angeboten werden – zu etwa einem Drittel unter der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Die Zufahrt zum Gebiet wird über die Berliner Straße erfolgen. In diesem Punkt mahnte Grünen-Stadträtin Gudrun Sach, „die Ausfahrt einsichtig zu gestalten, sonst ist es für Radfahrer, die abschüssig auf der Berliner Straße unterwegs sind, zu gefährlich“. Eine Erschließungsstraße führt sowohl zu einer Tiefgarage als auch zur geplanten Kindertagesstätte. Ergänzt wird das Konzept durch Besucherstellplätze entlang der Straße sowie einen Wendebereich in Form eines Minikreisels.