Die Stadt Leinfelden-Echterdingen beginnt in Oberaichen mit der energetischen Sanierung ihrer Wohnungen. Foto: Philipp Braitinger

Bis zum Jahr 2040 sollen alle städtischen Wohnungen energetisch saniert sein. Los geht es in Oberaichen.

Der Wohnungsbestand der Stadt ist in die Jahre gekommen. Doch die städtischen Gebäude sollen bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein. Wenn das gelingen soll, muss nun mit der Sanierung der kommunalen Gebäude begonnen werden. Los geht es mit den drei Mehrfamilienhäusern Im Wäldle in Oberaichen, neben der Autobahn. Während der Sitzung des Technischen Ausschusses erläuterten Nikolas Gruss und Anja Schubert vom Amt für Immobilien die Pläne. Der Ausschuss hat dazu ein Planer-Auswahlverfahren beschlossen, diesem Votum ist der Gemeinderat am Dienstagabend einstimmig gefolgt.

 

Die 36 Wohneinheiten Im Wäldle wurden Anfang der 1970er Jahre gebaut. „Die Wärmeerzeuger sind 30 Jahre alt“, berichtete Gruss über den Zustand der Häuser. Derzeit gebe es in den drei Hochhäusern jeweils vier Stockwerke. Allerdings gebe es vielleicht die Möglichkeit, ein fünftes Geschoss aufzustocken. Damit könnten insgesamt neun weitere Wohnungen geschaffen werden. Wenn mit der Planung alles klappt, könnte im ersten Quartal 2026 der Baubeschluss gefasst werden. Mit den zwölf Wohnungen Im Wäldle 37 soll begonnen werden. „Der Terminplan ist sehr strikt gehalten“, so Gruss. Nach den Sommerferien könnte mit den Planungen begonnen werden. Das Budget für die Sanierung, den Umbau und die Planungen liegt bei 6,1 Millionen Euro. Was es tatsächlich kosten wird, könne erst mit dem Abschluss der Planungen genauer gesagt werden.

Der Anfang von 23 Projekten

Die Leiterin des Amts für Immobilien, Anja Schubert, erinnerte an den Masterplan. Bereits im Jahr 2022 sei mit Blick auf das Jahr 2040 eine Studie zur Sanierungsbedürftigkeit der kommunalen Immobilien erstellt worden. Einen Zeitplan für die umfangreichen Sanierungen gibt es also schon. „Das Projekt Im Wäldle ist der Anfang von 23 Projekten“, sagte Schubert.

Die derzeitigen Bewohner sollen während der Baumaßnahmen in andere Immobilien der Stadt umziehen. Rund die Hälfte der Menschen solle in neue Wohnungen in den Schelmenäckern ziehen, so Schubert. Die Sanierungspläne und die damit verbundene Notwendigkeit, dass die Bewohner ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen, werde intensiv kommuniziert, versprach die Amtsleiterin. „Wir versuchen, die Mieter eng zu begleiten“, sagte sie. Immerhin gebe es Mieter, die schon 30 oder gar 40 Jahre in den Häusern lebten.

Der Aufhebung eines Sperrvermerkes für eine neue Stelle für das kaufmännische Gebäudemanagement im städtischen Haushalt hatten die Stadträte im Technischen Ausschuss ihre Zustimmung verweigert. Die CDU-Fraktion hatte in der Sitzung eine Änderung des Beschlussvorschlags beantragt: Über die neue Stelle solle erst entschieden werden, wenn klar ist, wie es mit dem Haushalt weitergeht. Fraktionsvorsitzende Ilona Koch hatte daran erinnert, dass beim Beschluss des Masterplans im Jahr 2022 die finanzielle Lage der Stadt noch wesentlich entspannter gewesen sei. Bevor der aktuelle Haushalt nicht vom Regierungspräsidium genehmigt sei, sollten aus ihrer Sicht keine weiteren Stellen beschlossen werden. „Wir können nicht im freien Fall alles genehmigen“, sagte Koch. Eine knappe Mehrheit des bürgerlichen Lagers war dem CDU-Antrag gefolgt.

Weitere Stelle auch wegen neuer Aufgaben

Dass die weitere Stelle notwendig ist, betonten in der Sitzung sowohl Amtsleiterin Schubert als auch Hauptamtsleiter Gerold Henzler. Sie soll auf drei Jahre befristet ausgeschrieben werden – also so lange, wie das Projekt Im Wäldle dauern soll. Dass die vorhandenen Mitarbeiter die Arbeit schultern können, das glaubt Henzler nicht. „Das Amt hat in den letzten Jahren einige neue Aufgaben bekommen“, berichtete er.

Im Gemeinderat hat Oberbürgermeister Otto Ruppaner nun auf Nachfrage der Grünen und der L.E. Bürger /DiB verkündet, dass die Rechtsaufsicht des Stuttgarter Regierungspräsidiums vorbehaltlich der abschließenden Prüfung eine Genehmigungsfähigkeit des städtischen Haushaltes in Aussicht gestellt hat. Seitens der Fraktionen gab es dann auch grünes Licht für die neue Stelle. Freigegeben wird sie aber erst, wenn die Haushaltsgenehmigung tatsächlich vorliegt.