Der Begriff "Doomer" wurde Ende 2018 bekannt aus der Meme-Kultur und beschreibt Menschen mit einer negativen Sicht auf die Welt. Foto: Marc Bruxelle / Shutterstock.com

Den Begriff "Doomer" kennt man vor allem aus der Netzkultur. Es beschreibt Menschen mit einer negativen bzw. pessimistischen Sicht auf die Welt und/oder die eigenen Lebensumstände. Mehr zur Entstehung und Bedeutung des Wortes erfahren Sie hier.

Inhalt:

Was bedeutet "Doomer"?

Das Wort "Doomer" kennt man heute vor allem aus der Meme-Kultur. Es stammt vom englischen Wort "doomed" ab, was mit "verloren" bzw. "dem Schicksal verfallen" übersetzt wird. Der Begriff wird vorwiegend in der Netzkultur und teilweise auch in der Jugendsprache verwendet. Dort beschreibt er eine eher pessimistische Sichtweise einer Person, vor allem auf Ereignisse in der Gesellschaft, aber auch im eigenen Leben. Ein Doomer empfindet Situationen als hoffnungslos und akzeptiert gleichzeitig einen negativen Ausgang, da Probleme entweder global ignoriert bzw. geleugnet werden oder es nicht in seiner Macht steht, diese ändern zu können. Aufgrund dieser Akzeptanz gilt die Sichtweise eines Doomers auch oft als wenig lösungsorientiert.

Woher kommt das Wort?

Wann das Wort "Doomer" zum ersten Mal als Ableitung des Wortes "doomed" für Charaktereigenschaften von Menschen verwendet wurde, lässt sich nicht genau sagen. Allerdings lassen sich zeitlich drei relevante Entwicklungen des Wortes erkennen:

1. Ursprung in der Prepper-Community

Seinen Ursprung hat das Wort in der Prepper-Bewegung(1), welcher Menschen angehören, die sich mittels individueller Maßnahmen auf jedwede Art von Katastrophen vorbereiten (auch Doomsday-Prepping genannt). Häufiger wurde das Wort "Doomers" allerdings erstmalig ab 2008 innerhalb der Peak-Oil-Community(2) verwendet, welche sich über mögliche Katastrophen durch ein baldiges (theoretisches) Erreichen des Zeitpunktes des globalen Ölfördermaximums(3) austauschten. 2011 stieg die Bekanntheit der Prepper-Bewegung durch die Reality-Serie "Doomsday Preppers", welche bis 2014 ausgestrahlt wurde, schlagartig an.

2. Langsame Entwicklung in der Netzkultur

Währenddessen wurde das Wort "Doomers" in der Netzkultur auch mehr und mehr außerhalb der Prepper-Bewegung verwendet. So wurde zum Beispiel 2009 auf Reddit.com der populäre Subreddit r/doomer erstellt, um sich über die Sorgen von globalen, aber auch individuellen Problemen auszutauschen. Mit der Zeit wurden die Themen innerhalb der Doomer-Kultur(4) immer vielfältiger und sind meist gekennzeichnet von Hoffnungslosigkeit und nicht selten auch von Resignation.

3. Virale Entwicklung ab Ende 2018

Allgemein bekannt wurde das Wort "Doomer" allerdings erst Ende 2018 mit der Entstehung des Doomer-Memes. Im September 2018 tauchten auf dem Imageboard 4Chan erste Variationen des Wojak-Memes (auch Feels Guy-Meme genannt) mit der Nachsilbe -oomer als Karikaturen von verschiedenen Generations- bzw. Personengruppen auf. Stark viral ging dabei unter anderem das Doomer-Meme, welches eine männliche, Mitte 20-jährige Person beschreibt, die depressive Neigungen hat, nachts spazieren geht und keine Hoffnung auf Karriere hat. Die Karikatur trägt einen schwarzen Hoody sowie eine schwarze Wollmütze und hat eine Zigarette im Mund.

Weitere Meme-Variationen

Weitere bekannte Variationen des Wojak-Memes der verschiedenen Alters- und Personengruppen waren unter anderem:

Der Bloomer:

Der Bloomer(5) ist das Gegenstück des Doomers. Er ist ebenfalls männlich und in seinen späten 20ern. Allerdings hat der Bloomer eine höchst optimistische Einstellung.

Der Go-Getter:

Der Go-Getter ist ein ehemaliger Doomer, der über seine Hoffnungslosigkeit hinaus nach vorne blickt und den Doomer-Lifestyle hinter sich lässt.

Das Doomer-Girl:

Das Doomer Girl (auch Doomerette genannt) ist der weibliche Charakter des Doomer-Memes.

Der Zoomer:

Der Zoomer(6) ist eine Karikatur der jugendlichen Generation Z. Die Karikatur ist männlich, hat eine Vorliebe für Mumble-Rap sowie Battle-Royale-Spiele und trägt einen Haarschnitt mit rasierten Seiten.

Der 30-Year-Old Boomer:

Der 30-Year-Old Boomer(7) ist eine männliche Karikatur, die mit Anfang 30 langsam den Kontakt zur jüngeren Generation verliert. Er spielt veraltete Videospiele, besitzt Kryptowährung und trägt eine Sonnenbrille, um seine Augenringe zu verstecken. Außerdem macht ihm Hausarbeit mehr Spaß als ihm lieb wäre.

Fazit

Wie bei vielen Trends in der Meme-Kultur geht auch bei den "Doomers" eine gewisse Ernsthaftigkeit einer Community, welche reale Probleme (ob global oder individuell) mit Hoffnungslosigkeit betrachtet, verloren. Durch die Karikatur des Doomers wird zwar thematisiert, dass sich Menschen Sorgen machen, allerdings verschwimmen so auch die Grenzen zwischen Witz und Realität.

Ein Kritikpunkt(8) an der Doomer-Kultur selber ist, dass das Grundproblem (das Wachsen von globalen Problemen durch das Wegschauen bzw. Leugnen dieser) durch die eigene Haltung (Sinnlosigkeit zu handeln, da es bereits zu spät ist) im Grunde verstärkt wird.

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