Die Waffenruhe im Iran hat einen Preissturz beim Rohöl zur Folge. An Stuttgarter Tankstellen hat das Folgen – aber keine, die Autofahrer freuen dürften.
Öl wird günstiger, aber die Autofahrer haben nichts davon. Nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen dem Iran und den USA in der Nacht zum Mittwoch deutscher Zeit sind die Ölpreise kräftig gesunken. An den Zapfsäulen merkten das Autofahrer aber nicht – auch in Stuttgart.
Im Gegenteil: wie eine Stichprobe zeigt, wurden Benzin und Diesel an vielen Tankstellen abermals teurer. Besonders krass war der Preissprung bei Mr. Wash an der Heilbronner Straße. Dort kostete der Liter Super 24 Cent mehr als vor dem Mittag, beim Diesel wurden 21 Cent draufgeschlagen. Die Unterschiede im Stadtgebiet waren demnach sowohl beim Diesel als auch beim Benzin groß.
Seit einer Woche gelten neue Regeln für Tankstellen
Die Tankstellenbetreiber bestimmen die Preise in der Regel nicht selbst. Bei den großen Ketten, zu denen die meisten der mehr als 1800 Tankstellen im Land gehören, werden die Preise zentral gesteuert. Seit einer Woche gilt die sogenannte 12-Uhr-Regel. Sie besagt, dass Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sind jederzeit möglich.
Die Entwicklung in der Landeshauptstadt spiegelt damit das Bild am Mittwoch in ganz Deutschland wider. Trotz abgestürzter Rohölpreise haben die allermeisten Tankstellen am Mittwochmittag ihre Preise erhöht – viele deutlich. Im bundesweiten Durchschnitt verteuerte sich Superbenzin der Sorte E10 zwischen 11.45 Uhr und 12.15 Uhr um 5,7 Cent pro Liter, Diesel um 5,3 Cent, wie der ADAC mitteilt. Nach der Erhöhung kostete ein Liter E10 im Schnitt 2,208 Euro, ein Liter Diesel 2,471 Euro.
Die Steigerungen könnten aber darauf hindeuten, dass die Spritpreise nun sukzessive sinken, denn der Anstieg am Mittwochmittag war der bisher niedrigste seitdem die neuen Regeln an der Zapfsäule gelten. Noch vergangene Woche hatten die Preissprünge um die Mittagszeit teilweise mehr als 10 Cent betragen, nun geht es weniger stark nach oben. Und auch die Durchschnittspreise um 12.15 Uhr sind niedriger als am Vortag zur selben Zeit – bei E10 um knapp 3 Cent, bei Diesel sogar um gut 3 Cent.
Wie schnell kommt der Preissturz an der Zapfsäule an?
Der ADAC fordert, dass der gesunkene Ölpreis „zügig an die Verbraucher weitergegeben werden“ muss. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel kurz nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump um bis zu 16 Prozent auf 91,70 US-Dollar. Darüber, wie schnell die Tankfüllung nun günstiger wird, ist aber unklar. Das Bundeskartellamt hat in der Vergangenheit beobachtet, dass Kostensteigerungen schnell im Preis sichtbar werden, sinkende Kosten aber nur langsam.
Der Benzinpreis hatte schon am Dienstag im aussagekräftigeren bundesweiten Tagesdurchschnitt nachgegeben – erstmals nach elf Anstiegen in Folge. Mit 2,188 Euro pro Liter war der Kraftstoff 0,4 Cent günstiger als am Vortag und bleibt damit unter dem Allzeithoch aus dem März 2022, dem er davor bis auf 1,1 Cent nahegekommen war. Diesel verteuerte sich am Dienstag im bundesweiten Tagesschnitt allerdings weiter. Mit einem Anstieg um 0,4 Cent auf 2,447 Euro ergab sich der siebte Rekordtag in Folge.
Mit Material von dpa.