Peter Fischer vom Schmidener Gustav-Stresemann-Gymnasium landet im Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs ganz vorn. Entscheidend war Michael Endes Fantasy-Klassiker.
Das Lesen wie auch das Vorlesen ist heutzutage nicht mehr ganz so populär wie vielleicht noch bei jüngeren Generationen. Oder handelt es sich bei diesem Urteil vielleicht doch nur um ein Klischee, das mit der Wahrheit nur bedingt zu tun hat?
Vor wenigen Tagen bewiesen jedenfalls zehn Schulsiegerinnen und Schulsieger beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs ihre Fähigkeiten. Ganz vorne beim Wettbewerb des Bezirks Rems-Murr Südwest landete Peter Fischer vom Gustav-Stresemann-Gymnasium in Fellbach-Schmiden.
Vorlesewettbewerb für die sechsten Klassen
Schauplatz dieser Entscheidung im Rahmen des Bundesdeutschen Vorlesewettbewerbs der sechsten Klassen war die Buchhandlung Taube am Waiblinger Marktplatz. Zu Gast waren zehn Schulsiegerinnen und Schulsieger unterschiedlichster Schulformen, begleitet wurden sie von ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern, Lehrerinnen und Freunden.
In der Buchhandlung ging es ganz schön eng zu, da wurde die Aufregung fast noch ein bisschen größer: Fast 50 Gäste lauschten den von den jungen Leserinnen und Lesern zu Hause vorbereiteten Lieblingstexten.
Als noch kniffligere Bewährungsprobe folgte danach der den Lesenden zuvor unbekannte Text, den Taube-Chef Markus Schneider für die zweite Runde ausgesucht hatte. Es war der deutsche Fantasy-Klassiker „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, der die Entscheidung bringen sollte.
Zur Jury gehörten die Landtagsabgeordnete Swantje Sperling, die ehemalige Buchhändlerin Sabine Losert, als Vertreterin des Kulturamtes der Stadt Waiblingen Brigitta Diel sowie der Marketingspezialist und Sprecher Thomas Joussen.
Die Juroren hatten es nach eigenen Aussagen nicht leicht. Joussen erklärte hernach: „Das Niveau war so unglaublich hoch, und jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hat uns bei ganz besonderen Punkten individuell begeistert.“
Zum Sieger gekürt wurde schließlich Peter Fischer vom Gustav-Stresemann-Gymnasium in Fellbach-Schmiden. Er setzte sich am Ende knapp vor Souad Basraui aus Stuttgart durch, die ebenfalls auf eine Schule in Fellbach geht. Beide wurden von der Buchhandlung Taube mit einem Exemplar eben dieser „Unendlichen Geschichte“ beschenkt.
Jetzt geht’s für Peter Fischer zum Bezirksentscheid
Der in Oeffingen lebende Peter Fischer hatte ein Kapitel aus „Matti und Sami und das große Stück vom Glück“ von Salah Naoura ausgewählt. In dem Roman für Kinder ab neun Jahren geht es um eine in Finnland lebende Familie, die zu einer Beerdigung nach Deutschland kommt – die von Peter vorgelesene Szene ist mal lustig und mal traurig.
Dass er ganz gut vorlesen kann, bemerkte der Elfjährige, der auch leidenschaftlicher Handballer ist, als er in der Grundschule mal spontan die erkältete Lehrerin vertrat, die sonst in den Pausen immer vorgelesen hatte.
Peter Schneider im Anzug und mit blauer Brille
Für seinen Auftritt in der Taube hatte der junge Mann mit blauer Brille zudem seinen Anzug aus dem Kleiderschrank geholt, den er sich im vergangenen Jahr für seine Rolle als Abgeordneter fürs Planspiel „Schule als Staat“ am GSG hat schenken lassen. Und weil seine Mutter weitsichtig eine Nummer größer gekauft hatte, passt das Jackett hoffentlich noch eine Weile. So bestimmt auch in der nächsten Runde, dem Vorlese-Bezirksentscheid für den Großraum Stuttgart. Den genauen Termin hat die Familie Fischer aber noch nicht erhalten.
Für Gastgeber Schneider war der Wettbewerb in seiner Buchhandlung „ein eindeutiges, positives Zeichen, dass Bücher nach wie vor Jung wie Alt begeistern“. Aus dem Kreis der Zuhörerinnen und Zuhörer in der Buchhandlung Taube wurde sogar der Wunsch nach einem Vorlesewettbewerb für Erwachsene laut. „Mal sehen, ob was draus wird“, sagt Schneider.