Erst Neuenhaus, jetzt Aich: Unbekannte Täter richten in der Kleinstadt im Kreis Esslingen beträchtlichen Schaden an. Die Polizei prüft, ob beide Fälle zusammenhängen.
Einige Bewohner von Aichtal-Aich sind in der Nacht zum Dienstag durch mehrere laute Knallgeräusche aus dem Schlaf gerissen worden. Der Grund dafür: Gegen 2.30 Uhr haben unbekannte Täter den Geldautomaten der Volksbank in der Waldenbucher Straße gesprengt.
Ob und an wie viel Geld die Kriminellen gelangt sind, ist laut einem Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen noch unklar. Sie sind auf der Flucht. Eine sofort eingeleitete Fahndung, bei der neben zahlreichen Streifenwagenbesatzungen auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, verlief bislang ergebnislos. Die Kriminalpolizeidirektion Esslingen hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen.
Explosion in Aichtal: Mehrere Gebäude beschädigt
Der Selbstbedienungsautomat war in die Hauswand eingebaut. Bei der Explosion wurden das Gerät und das Gebäude erheblich beschädigt. Die Höhe des angerichteten Schadens beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 100 000 Euro. Aichtals Bürgermeister Sebastian berichtet auf Facebook: „Die Wucht der Detonationen war so enorm, dass selbst auf der gegenüberliegenden Straßenseite Häuser leicht beschädigt wurden. Zum Glück wurden keine Personen verletzt.“
Ersten Ermittlungen zufolge haben sich offenbar drei Täter an dem Geldautomaten zu schaffen gemacht. Laut der Polizei flüchteten sie nach der Explosion mit einem weißen Auto vom Tatort. Dabei habe es sich möglicherweise um einen VW Golf 7 R gehandelt. Zeugen, die zur genannten Zeit verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer: 0711 / 3990-0 zu melden.
Zweite Geldautomaten-Sprengung in Aichtal innerhalb von wenigen Wochen
Es ist der zweite Vorfall binnen kurzer Zeit in der Kleinstadt vor den Toren Stuttgarts. Erst vor vier Wochen, in der Nacht zum 23. Juni gegen 4.30 Uhr, war im Stadtteil Neuenhaus ein Geldautomat in der Häfnerstraße gesprengt worden. Nach Angaben der Polizei hatten mehrere Zeugen kurz darauf drei Personen beobachtet, die in eine dunkle Limousine gestiegen sind und damit flüchteten. Die Ermittlungen zu diesem Fall laufen laut dem Polizeisprecher noch. Es werde nun geprüft, ob eventuell ein Zusammenhang besteht.
Ob die Täter noch für weitere Automatensprengungen im Kreis Esslingen verantwortlich sein könnten, ist hingegen völlig offen. So war in der Nacht zum 20. November vergangenen Jahres in der Kircheimer Straße in Unerlenningen ein Geldausgabeautomat explodiert. Auch hier wurden drei Personen beobachtet, die danach in einem Auto flüchteten – ohne Beute. Den entstandenen Schaden am Gebäude bezifferte die Polizei auf 150 000 Euro. Weitere Vorfälle ereigneten sich am 23. Oktober 2024 in Frickenhausen und am 28. Februar des gleichen Jahres in Altenriet.