Maximilian Mittelstädt (li.) und Chris Führich sind nicht bei der WM 2026 dabei. Foto: Baumann/Volker Mueller

Vier Spieler des VfB Stuttgart stehen im deutschen Aufgebot für die WM 2026. Chris Führich und Maximilian Mittelstädt sind nicht dabei. So begründet es der Bundestrainer.

Die Tatsache, dass bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Alexander Nübel, Angelo Stiller, Jamie Leweling und Deniz Undav vier Spieler des VfB Stuttgart für Deutschland dabei sein werden, war am Donnerstag keine große Überraschung mehr. Und damit auch nicht, dass es Chris Führich und Maximilian Mittelstädt nicht geschafft haben. Die Frage aber war: warum nicht? Das versuchte, Julian Nagelsmann auf Nachfrage unserer Redaktion zu erklären.

 

„Absolute Härtefälle“ seien die beiden gewesen, versicherte der Bundestrainer. Sollte heißen: Es war bei beiden knapp. Dennoch schauen beide die WM aus der Ferne. Und Nagelsmann begründete das wie folgt.

Maximilian Mittelstädt Beim Linksverteidiger des VfB habe ihm die Absage „extrem wehgetan“, sagte der Bundestrainer. Denn: Sportlich habe sich Mittelstädt im Grunde nichts vorzuwerfen. Zumindest nicht in den vergangenen Monaten. Nagelsmann bestätigte die gute Form des früheren Herthaners, sah ihn aber im Vergleich mit dem Leipziger David Raum und dem Frankfurter Nathaniel Brown etwas im Rückstand. Beziehungsweise: Die beiden hätten es „gut gemacht“ in einer Phase, als Mittelstädt „geschwächelt“ habe. Das sei während der WM-Qualifikation so gewesen – und danach hätten ihm Raum und Brown keine Gründe geliefert, sie auszutauschen.

Das Trainerteam habe sogar „lange getüftelt“, ob nicht sogar drei Linksverteidiger im Team sinnvoll wären. Das wäre dann aber zulasten eines klassischen Offensivspielers gegangen. Das sollte Nagelsmann dann doch nicht, weshalb er zusammenfasste: „Maxi hätte es verdient gehabt, dabei zu sein. Die anderen zwei aber auch.“

Chris Führich Beim Offensivmann des VfB blickte Nagelsmann erst einmal nach vorne. Er sei sicher: „Chris wird am Samstag im Pokalfinale ein tolles Spiel machen.“ Danach aber ist die Saison des Dribblers zu Ende, obwohl er in den Augen des Bundestrainers „eine tolle Rückrunde gespielt“ hat. Warum er dann nicht mit in die USA reisen darf – zum Beispiel im Gegensatz zu Leroy Sané?

Im Nationalteam, begründete der Bundestrainer, habe Chris Führich im Rahmen seiner Nominierungen „nie sein VfB-Gesicht zeigen“ können. Das „Befreite“, das er sich in Stuttgart wieder er

arbeitet hat, habe im DFB-Kreis meist gefehlt. Und dann gab es da auch noch den direkten Vergleich zweier VfB-Spieler.

Jamie Leweling ist dabei, Chris Führich nicht – weil Erstgenannter eine besondere „Positionsvariabilität“ habe. „Wir haben uns für Jamie entschieden“, sagte Julian Nagelsmann, „weil er mehrere Positionen abdecken kann.“