Wie bereits in Basel und Istanbul verliert der VfB in der Europa League auch in Rom ohne eigenen Treffer. Doch das liegt nicht nur an den Stürmern.
Ein großes Angriffs-Feuerwerk hat die AS Rom im Olympiastadion der italienischen Hauptstadt nicht gezündet. Zwei, drei offensive Nadelstiche verbunden mit einer über weite Teile kompakten Abwehrarbeit haben gereicht, um den VfB als einen unmittelbaren Konkurrenten um die direkte Qualifikation für das Achtelfinale der Europa League durch den eigenen 2:0-Sieg endscheidend abzuschütteln.
Während die Römer mit 15 Punkten als Sechster der Tabelle der Ligaphase eine Partie vor Schluss gute Aussichten auf einen Platz unter den Top 8 besitzen, sind die Chancen des VfB mit zwölf Zählern als 13. des Tableaus vor dem abschließenden Heimspiel gegen die Young Boys Bern fast nur noch theoretischer Natur. Sehr wahrscheinlich stehen für die Stuttgarter nun zwei weitere K.o.-Spiele im Februar an.
Denn der VfB hat in Rom vor großer internationaler Kulisse als Team viel Lehrgeld bezahlt. Auch wenn Deniz Undav gute Möglichkeiten liegen ließ, so verteilt sich die Niederlage der Cannstatter am Ufer des Tiber auf mehrere Schultern. Sie ist eine des Kollektivs. Ohne den verletzt fehlenden Antreiber Angelo Stiller, ohne Bilal El Khannouss und den nicht für die Europa League nominierten Nikolas Nartey fehlte den Stuttgartern im Mittelfeld neben Treffsicherheit auch ein Ideengeber, der dafür sorgte, dass das Ruder noch entscheidend rumgerissen wurde.
Denn viele Akteure kamen beim VfB nicht auf Betriebstemperatur: Der rechte Defensivmann Lorenz Assignon etwa, der hinten wackelte und vorne keine Impulse setzte. Aber auch das behäbige Duo auf der Doppel-Sechs, Chema und Atakan Karazor, die beiden nicht ihren besten Tag erwischten.
Doch das entscheidende Manko war die fehlende Kaltschnäuzigkeit: Wie man vor des Gegners Tor effizient zu Werke geht, machten diesmal die Gastgeber vor: Doppeltorschütze Niccolo Pissilini nutzte seine Chancen fest entschlossen und eiskalt aus. Auf Stuttgarter Seite ließ derweil neben Undav auch der eingewechselte Ermedin Demirovic eine gute Möglichkeit zum 1:1 ungenutzt.
Wie in Basel und Istanbul sind die Stuttgarter daher auch in Rom ohne einen eigenen Treffer geschlagen vom Platz gegangen. Doch derlei Rückschläge gehören zu den Entwicklungsschritten eines jungen Teams dazu. Und das Gute ist: Dem VfB bleibt durch die frühzeitige Qualifikation für die nächste Runde der Europa League weiter die Möglichkeit, um die gemachten Erfahrungen auf internationaler Bühne zu nutzen – und weiter zu wachsen.