Der Stuttgarter Stürmer stellt seine Qualitäten gegen den 1. FC Köln nachdrücklich unter Beweis – und das nicht nur im Torabschluss.
Nicht immer lassen sich Trainingsinhalte eins zu eins ins Spiel übertragen. Der spielentscheidende zweite Treffer des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln (3:1) aber war so ein Fall: Ramon Hendriks flankte, Ermedin Demirovic vollendete volley – genau das hatten die beiden am Vortag noch einstudiert. „Ramon schlägt eine überragende Flanke“, lobte der Torschütze, „wir haben oft darüber gesprochen, dass wir aus dem Lauf den ersten Ball vorne herum reinflanken. Das haben wir vor dem Köln-Spiel auch trainiert.“
Dem gegnerischen Trainer blieb ob des blitzsauberen Zusammenspiels nicht viel mehr übrig, als das Ganze anzuerkennen. In dieser Situation gebe es nicht viel zu verteidigen, sagte FC-Coach Lukas Kwasniok: „Es ist eine sensationelle Aktion des VfB. Hendriks schlägt einen überragenden Flankenball, Demirovic erkennt die Situation super, schleicht sich davon. Dann muss man es auch mal akzeptieren.“
Mit seinem zweiten Treffer des Abends avancierte der Stuttgarter Stürmer endgültig zum Matchwinner – wobei bereits sein erstes Tor in der 15. Minute auf durchaus ähnliche Weise gefallen war: per Direktabnahme mit dem ersten Ballkontakt, als Demirovic eine Kopfballablage von Jamie Leweling druckvoll ins Netz beförderte. Eine anspruchsvolle Szene aufgrund des hohen Treffpunktes des Balles in der Luft.
Eben diese Qualitäten machen Demirovic für den VfB immer wieder zu einem wertvollen Faktor: Der Ein-Kontakt-Stürmer fackelt nicht lange, hat im Strafraum oft den richtigen Riecher und verschafft dem Gegner keine Zeit durch zusätzliche Ballkontakte. „Er ist Strafraum-Stürmer durch und durch, er macht immer seine Tore“, lobt auch Teamkollege Deniz Undav.
Der Matchwinner selbst stellte derweil den Teamerfolg in den Fokus. Natürlich sei er derjenige, der am Ende die Tore mache: „Aber genau solche Spiele sind vor allem wichtig für die Mannschaft, um zu sehen, dass wir auch Arbeitssiege einfahren können. Das ist genauso wichtig wie ein 5:0, bei dem wir den Gegner an die Wand spielen.“
Starke Zweikampf-Quote von Demirovic
Mit Blick auf eben jene Arbeitsmoral gab es vom Stuttgarter Sportvorstand im Anschluss ein Sonderlob für den Doppeltorschützen. „Ganz besonders freut es mich heute für Demi“, sagte Fabian Wohlgemuth, „weil er sich echt reingehauen hat, aufgeopfert hat, alles versucht hat, extrem gepresst hat.“ Wichtige Grundtugenden in einem umkämpften Spiel.
Was zu einer zweiten zentralen Qualität des Stürmers führt: die körperliche Präsenz. Im Abschirmen der Bälle hat er in seiner Zeit beim VfB merkliche Fortschritte gemacht, gegen die Kölner suchte und führte Demirovic die direkten Duelle nicht nur – er gewann sie auch mehrheitlich. Seine Zweikampf-Quote von 60 Prozent bildete gerade für einen Offensivspieler einen überdurchschnittlich guten Wert.
Für Wohlgemuth ist diese Haltung die Basis, von der aus dann die Treffer fallen. „Aus dieser Intensität heraus hat er dann zwei Tore erzielt“, sagt der Sportvorstand über Demirovic, der nun bei zehn Pflichtspiel-Treffern in dieser Saison steht. Und sicher scheint: In seiner derzeitigen Form können noch einige dazukommen.