Gegen den VfL Wolfsburg soll Angelo Stiller an diesem Sonntag in die Startelf zurückkehren. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Einige Akteure konnten beim 0:1 gegen Glasgow ihre Chancen nicht nutzen. In der Liga gegen die Wölfe werden daher wieder die Stammkräfte in die Anfangsformation hinein rotiert.

Es war Mitte Oktober 2025 im Hinspiel im Wolfsburger Allerpark, als der VfB den VfL um dessen etwas hilflos erscheinenden niederländischen Trainer Paul Simonis klar mit 3:0 besiegte. In dieser Partie zauberte der Stuttgarter Coach Sebastian Hoeneß eine Neuentdeckung aus dem Hut, mit der vor allem auf dieser Position bis zu diesem Zeitpunkt niemand gerechnet hatte: Nikolas Nartey, zuvor allein als defensiver Mittelfeldspieler oder Linksverteidiger bekannt, stand damals erstmals seit 884 Tagen wieder in der Startelf des VfB – und agierte ungewohnt in der Offensive. Dabei hatte er wie der Ex-Wolfsburger Tiago Tomas, der das 1:0 erzielte, großen Anteil am VfB-Erfolg.

 

Wenn die Wölfe an diesem Sonntag (15.30 Uhr) in der MHP-Arena zum Rückspiel aufkreuzen, dann heißt der VfL-Trainer nicht mehr Simonis, sondern Daniel Bauer – doch die Sorgen bei den Niedersachsen sind nicht kleiner geworden. Auf Rang 15 steht der deutsche Meister von 2009, das bedeutet bei nur einem Punkt Vorsprung auf den Vorletzten Werder Bremen akute Abstiegsgefahr.

Trotzdem wird VfB-Cheftrainer Sebastian Hoeneß den Gegner keineswegs auf die leichte Schulter nehmen. „In der Bundesliga muss mit deiner Leistung voll ans Limit gehen, um Punkte zu holen. Es wird daher gegen Wolfsburg eine schwere Aufgabe“, sagt der 43-jährige Fußballlehrer über den VfL, der für ihn vom Potenzial her viel weiter oben in der Tabelle stehen müsste.

Wie bereits im Hinspiel in Wolfsburg, als Ermedin Demirovic erstmals nach seiner Fußverletzung nicht mitspielen konnte und Deniz Undav nach seiner längeren Auszeit aufgrund einer Knieverletzung noch nicht fit war, wird Chefcoach Hoeneß seine Startelf auch diesmal personell wieder stark verändern. Im Vergleich zur verschmerzbaren 0:1-Niederlage im Play-off-Rückspiel der Europa League gegen Celtic Glasgow riecht es nun wieder nach der vermeintlichen A-Elf.

Schließlich hatten gegen die Schotten einige Spieler wie Badredine Bouanani, Chema, Tiago Tomas oder der lange verletzte Luca Jaquez die Chance erhalten, sich mit einer starken Leistung für höhere Aufgaben, sprich weitere Einsätze in der langsam anbrechenden heißen Saisonphase zu empfehlen – und hatten diese kaum genutzt.

„Das Thema Rotation wird mir viel zu groß gemacht. Es muss jedem klar sein, dass es nicht möglich ist, immer mit der gleichen Mannschaft zu spielen. Wir haben sehr viele Spiele. Und dafür ist auch das Vertrauen viel zu groß in den gesamten Kader“, sagte Hoeneß zu den Wechselspielchen. Allerdings zeigt sich immer deutlicher, dass es beim VfB bei aller Breite des Kaders doch ein nicht zu unterschätzendes Leistungsgefälle unter den Akteuren gibt. Dass Angelo Stiller im Mittelfeld und Jeff Chabot in der Abwehr sowie Deniz Undav im Sturm quasi keinen Kollegen auf Augenhöhe fürchten müssen, ist inzwischen ja keine neue Erkenntnis mehr.

Doch immer klarer wird, dass andere aktuell in ihrer Leistung doch ein ganzes Stück abfallen im Vergleich zu den in den immer näher rückenden Highlightspielen gesetzten Akteuren, zu denen auch Ermedin Demirovic, Ramon Hendriks, Bilal El Khannouss, Alexander Nübel, Maximilian Mittelstädt und Edeljoker Chris Führich zählen.