Der VfB Stuttgart ist deutscher Meister der U-17-Junioren. Sechs Youngster aus dem 2009er-Jahrgang stachen die Saison über hervor. Wir stellen die Nachwuchstalente vor.
Wenn eine Mannschaft 28 Spiele in Folge ungeschlagen bleibt und den nationalen Titel holt, dann ist das ein Verdienst der ganzen Gruppe. Trainer, Spieler, Staff – alle haben ihren Anteil. Das gilt auch für die U 17 des VfB Stuttgart. Die Mannschaft von Daniel Jungwirth holte den Titel in einer absolut souveränen Manier nach Stuttgart. Es ist bereits der achte U-17-Titel für den VfB, der Club aus Cannstatt ist damit Rekordsieger. Und so ein Titel hat meist auch Folgen.
Eine erste ist offiziell. Jungwirth hat den VfB verlassen und sich dem SSV Ulm angeschlossen. Und auch für einige Spieler endet die Zeit in der U 17. Wir stellen sechs davon vor, die zum Teil bereits in der U 19 erste Erfahrungen sammeln konnten und die so sehr hervorstachen im Saisonverlauf, dass man sie auf dem Schirm haben muss.
Tom Walz – der Rückhalt im Kasten
Bei der Qualität der Stuttgarter Torhüterausbildung ist es kein Wunder, dass da schon wieder ein großes Talent sich anschickt, auf Dennis Seimen und Florian Hellstern nachzufolgen. Walz ist der Rückhalt und Kapitän der Mannschaft, hat 21 Saisoneinsätze zu verzeichnen, blieb dabei vier Mal ohne Gegentor. Dass es nicht noch mehr Einsätze sind, ist zahlreichen Länderspielabstellungen geschuldet. Walz ist Stammkeeper der deutschen U-17-Nationalmannschaft. Der Keeper stammt aus Reutlingen, machte seine ersten Schritte bei der TSG Reutlingen und dem SSV, ehe er zum VfB stieß. In der kommenden Saison ist der Platz zwischen den Pfosten der U 19 für ihn reserviert.
Tom Brenner – der vielseitige Abwehrmann
Vor wenigen Tagen hat Tom Brenner stolz in die Kamera gelächelt. Anlässlich seiner Unterschrift unter den Lizenzspielervertrag, den er unterzeichnet hat. Der garantiert ihm potenzielle zwei Jahre in der U 19 und ein Anschlussjahr in der U 21. Nun kommt es darauf an, was Brenner daraus macht. Knüpft er an seine U-17-Leistungen an, ist einiges zu erwarten. Brenner war gesetzt bei Jungwirth, kann in der Abwehr mehrere Rollen spielen. Egal ob Vierer-, oder Dreierkette, egal ob innen oder außen – Brenner liefert ab. Dazu hat er einen ganz feinen linken Fuß, was ihn auch zum designierten Standardschützen in der Mannschaft machte. Das ist ein Gesamtpaket, auf das sich auch U-19-Trainer Tobias Rathgeb bereits freut. Er rechnet fest mit Brenner.
Konstantinos Karangelis – der Spielmacher auf der Außenbahn
Karangelis, der seinen Weg über Darmstadt zum VfB fand und seit 2024 in Bad Cannstatt unter Vertrag steht, ist als Linksverteidiger ausgebildet worden. Doch er ist nicht nur auf diese Rolle zu reduzieren. Sein Spielverständnis und seine Qualitäten hinsichtlich Schnelligkeit und Technik machen ihn eigentlich zu einem Spielmacher auf der Außenbahn. Aufgrund dieser Qualitäten holte ihn Jungwirth eher in die Spielfeldmitte, ließ ihn als Achter agieren. Von dort aus entschied er auch das U-17-Finale gegen Hoffenheim mit einer Einzelaktion, was ihm die Auszeichnung zum Spieler des Spiels einbrachte. Doch in Anbetracht seiner Qualität und auch der Zukunftschancen, die sich für ihn offenbaren, ist es wahrscheinlich zielführender, sich auf die Linksaußen-Rolle zu fokussieren. Denn von dort aus kann er eine Waffe sein.
Malik Mosrati – Ausnahmekönner in der Offensive
Der Junge für die außergewöhnlichen Dinge. Dass Mosrati etwas Spezielles hat, fällt Beobachtern der U-17-Spiele sofort auf. Bewegungsablauf, Habitus, technisches Vermögen, Abschlussqualität, Tordrang – der Offensivmann hat alles. Zudem ist es ihm egal, ob man ihn als Achter, Zehner oder Linksaußen aufstellt. Mosrati ist von überall aus in der Lage, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. So wie im Halbfinale und Finale um die Deutsche Meisterschaft. In beiden Spielen ragte er heraus, in beiden Spielen lieferte er je einen Treffer und eine Vorlage. Insgesamt legte er 17 Scorer (11 Tore, 6 Vorlagen) in 27 Saisoneinsätzen auf. Wenn er auf U-19-Level adaptieren kann, wird man von diesem Spieler noch einiges hören.
William Recupero – der Flügelflitzer mit Tordrang
Der kleine Wirbelwind auf dem Flügel ist ein Spieler, wie ihn jeder Trainer gerne hat. Immer aktiv, mit immensem Tordrang, aber auch uneigennützig genug, den besser postierten Nebenmann zu sehen und zu bedienen, wenn möglich. Recupero kam auf 17 Scorer (11 Tore, 6 Vorlagen) in 25 Einsätzen und war die ganze Saison über ein Spieler, der jederzeit Energie und Spielwitz auf den Platz brachte. Dazu ist er mit einem Selbstvertrauen ausgestattet, dass ihn auch mal das Unmögliche versuchen lässt. Manchmal wird es von Erfolg gekrönt wie bei seinem Tor im Endspiel am Wochenende aus enorm spitzem Winkel. Recupero (16 Jahre, aus Hopkinton/Massachusetts) steht im Kader der deutschen U-16-Nationalmannschaft (9 Einsätze, 2 Tore, dazu 3 Einsätze für die U 15 der USA).
Brayann Kenmoe – die Kante im Sturmzentrum
Idriss Brayann Youmbissi Kenmoe ist ein Name, den man sich definitiv merken muss. Der Stürmer war vor allem dann voll da, als es zählte: In der Endrunde. Seine fünf Tore und zwei Vorlagen in vier Spielen haben einen großen Anteil daran, dass die Schale nach Cannstatt kam. Insgesamt kommt Kenmoe auf 19 Scorer in 25 Einsätzen (11 Tore, 8 Vorlagen). Doch ihn ausschließlich auf seine Quote zur reduzieren, wäre ein Fehler. Kenmoe ist sich nicht zu schade, sich komplett in den Dienst der Mannschaft zu stellen, wenn dies gefragt ist. So wie im Endspiel gegen Hoffenheim. Der Angreifer ackerte unermüdlich, lief an und riss Räume auf, nahm es im Zweifel mit zwei Gegenspielern gleichzeitig auf und machte viele Bälle fest, um die Kollegen mit einzubinden. Seine starke Athletik half ihm dabei. Die wird er auch in der kommenden Saison bei der U 19 brauchen.