Celtic-Fans in Stuttgart – so jubelten die Anhänger aus Glasgow im Februar 2003, als sich ihr Team gegen den VfB behauptete. Foto: aumann

Beim Pokalsieger freut man sich über den attraktiven Play-off-Gegner Celtic Glasgow. Doch das Team von Sebastian Hoeneß sollte gewarnt sein.

Die Stadien liegen 1584 Kilometer auseinander. Hier die MHP-Arena in Stuttgart, dort der Celtic Park in Glasgow. Und es ist davon auszugehen, dass zwischen den beiden Städten in den nächsten drei, vier Wochen ein stark erhöhter Reiseverkehr herrschen wird. Denn der VfB Stuttgart trifft in den Play-offs der Europa League auf Celtic Glasgow – ein Fußballduell zweier Traditionsclubs, das die Fans in seinen Bann ziehen wird. Beide Lager sind als reisefreudig bekannt und werden ihre Teams bedingungslos unterstützen, um möglichst in das Achtelfinale zu kommen.

 

Der VfB trifft dabei auf einen Gegner, der Weltrekordhalter ist. Nicht nur wegen der 55 schottischen Meisterschaften. Da steht Celtic mit dem Stadtrivalen, den Rangers, gleichauf. Doch bei den nationalen Triplegewinnen aus Meisterschaft, Cup-Wettbewerb und Ligapokal sind die Grün-Weißen obenauf: Achtmal gelang dieser Triumph, während die Rangers nur auf sieben Dreifacherfolge kommen.

Aktuell liegt Celtic in der Scottish Premiership auf dem dritten Tabellenplatz, hinter Heart of Midleothian und den Rangers. Auch der 21. Rang zum Abschluss der Ligaphase in der Europa League zeigt, dass es Probleme gibt. Aus diesem Grund holte der katholisch geprägte Verein eine Trainerlegende zurück: Martin O’Neal. Der 73-Jährige befand sich bereits in der Fußballrente. Nun steht er bis zum Saisonende an der Seitenlinie eines Teams, das international erfahren ist und vor heimischem Publikum begeistern kann.

Schlechte Erfahrungen mit den Schotten hat der VfB bereits 2003 gemacht, als die Stuttgarter gegen Celtic im Achtelfinale des Uefa-Cups ausschieden. Nun stellt sich der deutsche Pokalsieger erneut auf eine große Herausforderung ein. „Celtic Glasgow ist ein klangvoller Name im europäischen Fußball. Wir wissen, dass gegen Celtic in beiden Spielen Topleistungen nötig sein werden, um zu bestehen. Gleichzeitig formulieren wir natürlich das Ziel, uns durchzusetzen und die nächste Runde zu erreichen“, sagt der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zum Gegner, der in Nyon zugelost wurde.

Der Sportdirektor Christian Gentner verfolgte das Prozedere am Schweizer Sitz der Europäischen Fußball-Union. Dabei stand schon vorher fest, dass der Bundesliga-Vertreter als Elfter am 19. Februar zuerst auswärts antreten darf. „Es kann definitiv ein Vorteil sein, dass wir das Rückspiel zu Hause bestreiten werden. Die Unterstützung unserer Fans hat einen großen Beitrag dazu geleistet, dass wir alle Heimspiele in der Ligaphase der Europa League siegreich gestalten konnten“, sagt Wohlgemuth.

Celta Vigo, Feynoord Rotterdam, Maccabi Tel Aviv und Young Boys Bern – gegen diese vier Gegner gewann die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß in der laufenden Saison im Stuttgarter Stadion auf internationaler Ebene. Nun kommt es am 26. Februar zur Begegnung mit Celtic und seiner Anhängerschaft in der Schwabenmetropole. Das soll jedoch nicht das Ende der weiß-roten Reise durch Europa sein. Der VfB will am 27. Februar bei der Auslosung für das Achtelfinale (FC Porto oder Sporting Braga) und den weiteren Finalrunden in Nyon wieder dabei sein. Denn die Endstation Sehnsucht lautet diesmal: Istanbul, wo am 20. Mai das Finale ausgetragen wird.