Die Fans von Fenerbahce gelten als besonders leidenschaftlich. Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Bei Fenerbahce Istanbul erwartet den VfB Stuttgart und seine Fans kein gewöhnliches Auswärtsspiel. Der Verein warnt seine Anhänger in aller Deutlichkeit. Die wichtigsten Infos.

Dieses Auswärtsspiel ist kein gewöhnliches: Wenn der VfB Stuttgart am Donnerstag (18.45 Uhr) in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul antritt, erwartet den Bundesligisten eine emotionale Atmosphäre im Sükrü Saracoglu Stadion – und seine Fans eine besondere Risikolage außerhalb des Gästebereichs. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

 

Wie viele VfB-Fans reisen nach Istanbul?

Der VfB hat knapp 2300 Tickets für den Gästebereich erhalten und diese auch alle vergeben – es mussten sogar viele Absagen verschickt werden. Da das Stadion rund 50.000 Zuschauer fasst, hätte das vorgeschriebene Kontingent von fünf Prozent eigentlich 2500 Plätze betragen, aber: Aus Sicherheitsgründen wird eine Pufferzone zwischen Heim- und Gästebereich eingerichtet, weshalb sich die Zahl der Karten reduzierte. In Summe rechnet der VfB mit 3000 Fans in Istanbul.

Bei Fenerbahce hat der frühere VfB-Jugendtrainer Domenico Tedesco als Chefcoach das sportliche Sagen. Foto: IMAGO/Anadolu Agency

Die Mehrheit reist dabei individuell an – die bei Auswärtsspielen üblichen organisierten Busreisen sind angesichts der Entfernung von gut 2000 Kilometern schlichtweg kaum umsetzbar. Viele Flüge heben schon am Tag vor dem Spiel ab. Der VfB geht davon aus, dass die Mehrheit zwischen Mittwoch und Freitag vor Ort sein wird.

Weshalb ist besondere Vorsicht in Istanbul geboten?

Die Anhänger von Fenerbahce gelten als besonders emotional und leidenschaftlich – auch mit Blick auf die Rivalität zu anderen Vereinen. „Das Verhältnis zu ausländischen Gästefans ist häufig angespannt“, so der VfB, „Messerangriffe im Umfeld von Fußballspielen sind in der Türkei leider nicht unüblich.“

Der Verein warnt seine Anhänger daher in aller Deutlichkeit. Zum einen davor, außerhalb des Gästebereichs als VfB-Fan erkannt zu werden. Zum anderen davor, sich alleine in der Stadt aufzuhalten: „Seid stets in Gruppen unterwegs und achtet aufeinander, insbesondere in der Altstadt, in öffentlichen Verkehrsmitteln und rund um das Stadion.“ Ebenfalls wichtig: In der Türkei ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit nicht gestattet.

Wo treffen sich die VfB-Fans am Spieltag in Istanbul?

Weit weg vom Stadion – und das ist kein Zufall. Der offizielle Fantreffpunkt auf dem Sultanahmet-Platz im historischen Zentrum befindet sich rund 15 Kilometer und eine Autostunde vom Stadion entfernt, das im asiatischen Teil der Metropole liegt. Der VfB warnt davor, sich am Spieltag dort aufzuhalten und weist den Treffpunkt im europäischen Teil als „verpflichtend für alle Fans“ aus.

Ab 14 Uhr Ortszeit – also 13 Uhr deutscher Zeit – werden die Fanbeauftragten des Vereins als Ansprechpartner vor Ort sein. Später fahren dann polizeilich begleitete Shuttlebusse zum Stadion und nach dem Spiel wieder zurück zum Sultanahmet-Platz. Eine individuelle Anreise zum Stadion ist laut VfB nicht möglich.

Wie läuft der Stadionbesuch bei Fenerbahce Istanbul?

Der Einlass beginnt bereits um 17 Uhr Ortszeit, knapp drei Stunden vor Spielbeginn, und dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen. Dem VfB zufolge ist von sehr genauen Kontrollen auszugehen, die erstmals bereits beim Zustieg zu den Shuttlebussen erfolgen sollen. Im Stadion sind unter anderem Münzen und Feuerzeuge verboten, auch das Verpflegungsangebot ist begrenzt. „Daher empfiehlt es sich, bereits vor dem Einstieg in die Shuttlebusse eine Mahlzeit oder Getränke einzunehmen“, rät der Verein.

Das gilt umso mehr, da es nach Spielende noch eine ganze Weile bis zum Verlassen des Stadions dauern wird: Die türkischen Sicherheitsbehörden ordnen in der Regel eine Nachverweildauer von bis zu zwei Stunden für Gästefans an, bis das Stadion und die umliegenden Bereiche vollständig geräumt sind. Erst dann wird es für die VfB-Fans zurück zum Sultanahmet-Platz gehen.

Sollten Stuttgarter Anhänger Karten außerhalb des Gästebereichs erworben haben – was aufgrund der Verkaufsregularien schwer möglich war –, warnt der Verein mit Nachdruck: „VfB-Fans, die in anderen Blöcken als dem Gästebereich erkannt werden, müssen mit unmittelbaren Konsequenzen rechnen. Es besteht akute Sicherheitsgefahr für erkennbar auswärtige Fans außerhalb des Gästebereichs.“ Der VfB könne in solchen Fällen keinen Schutz oder Unterstützung leisten.