Im Austausch: Ermedin Demirovic (links) und Irfan Peljto Foto: IMAGO/kolbert-press

Der Stürmer des VfB schiebt nach der nächsten Abseits-Entscheidung VAR-Frust – wird gegen Celtic Glasgow aber in einer Szene von seinem Landsmann an der Pfeife auch erheitert.

Ermedin Demirovic und der Videoassistent – diese Beziehung ist gerade keine besonders innige. Nachdem dem Stürmer des VfB Stuttgart zuletzt in den Auswärtsspielen gegen Celtic Glasgow (4:1) und den 1. FC Heidenheim (3:3) Tore wegen hauchzarten Abseitspositionen aberkannt worden waren, wiederholte sich das Ganze im Rückspiel gegen die Schotten (0:1) erneut auf ähnliche Weise. Dieses Mal wurde der Treffer von Deniz Undav zum vermeintlichen 1:1 einkassiert, da sich die Schulter von Vorlagengeber Demirovic nach Ansicht der Bilder minimal in der verbotenen Zone befunden hatte.

 

Entsprechend bedient war der 27-Jährige im Anschluss, der zunächst in den Sarkasmus-Modus schaltete. „Ich liebe den VAR brutal, es macht richtig Spaß damit mittlerweile.“ Dann wurde Demirovic aber doch ernst. Er habe am Spielfeldrand ein Bild der Szene gesehen, so der Stürmer: „Es ist krass. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich finde es unfassbar, dass man das als Abseits wertet.“

Ermedin Demirovic nicht für Abschaffung des VAR

Für die Abschaffung des VAR ist Demirovic indessen nicht – aber für eine Anpassung: In solch knappen Fällen sei ein Toleranzbereich wie in der englischen Premier League überlegenswert: „Mir kann seiner sagen, dass die Linie so perfekt gezogen ist, dass die Schulter ein Millimeter im Abseits ist.“ Zudem verschaffe er sich ja mit einem Millimeter keinen Vorteil. An der Entscheidung im Celtic-Spiel änderte das natürlich nichts mehr – wobei der Stuttgarter Sportvorstand Fabian Wohlgemuth die Annullierung des Treffers auch als knapp, aber korrekt bezeichnete.

Ermedin Demirovic (rechts, mit Teamarzt Raymond Best) muss nach dem Austausch mit dem Schiedsrichter schmunzeln. Foto: IMAGO/kolbert-press

Und: Komplett frustrierend verlief der Abend auch für Demirovic trotz Niederlage und VAR nicht: Schiedsrichter Irfan Peljto war es, der ihn mit einem Spruch in der zweiten Hälfte erheiterte und für alle sichtbar zum Schmunzeln brachte. Was passiert war? Nach einem Zusammenprall mit seinem Gegenspieler blieb Demirovic kurz am Boden liegen – signalisierte aber schnell, weiterspielen zu können. Daran hatte auch Referee Peljto keinen Zweifel, wie Demirovic im Anschluss berichtete: „Der Schiedsrichter kam dann zu mir und sagte: Das ist ein bosnischer Kopf, mach dir keine Sorgen.“

Der Hintergrund: Peljto kommt wie Demirovic aus Bosnien-Herzegowina. „Und bei uns ist es berüchtigt“, so der Stuttgarter Angreifer, „dass man sagt, die bosnischen Köpfe sind ein bisschen größer und härter.“ So ging es im Anschluss auch weiter für Demirovic, der sich letztlich trotz der Niederlage mit dem VfB über den Einzug ins Achtelfinale der Europa League freuen konnte.