Zum Europa-League-Auftakt empfängt der VfB Stuttgart am Donnerstag (21 Uhr) Real Club Celta de Vigo. Eine Partie mit einer gewissen Historie. Der Gegner im Check.
Als am 29. August in Monaco eine KI die Europa-League-Ansetzungen gezogen hatte, gab es auf Stuttgarter Seite den einen oder anderen in der Delegation, der sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Schließlich war es gerade einmal ein paar Wochen her, dass man die Galicier für ein Testspiel zu Gast hatte. Vor dem Wiedersehen mit Real Club Celta de Vigo, wie der Verein korrekt ausgeschrieben genannt werden muss, während im deutschen Sprachraum eher Celta Vigo gebräuchlich ist, lohnt dennoch ein ausführlicher Blick auf den Gegner.
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Die Partie am Donnerstag (21 Uhr, Liveticker) wird bereits das vierte Aufeinandertreffen sein. Es vor Kurzem gab es das ruppig geführte Freundschaftsspiel im Rahmen der Sommervorbereitung, das der VfB mit 2:1 gewann. Und dann waren da die beiden Spiele im Uefa-Cup-Achtelfinale in der Saison 2000/2001. Der VfB spielte 0:0 im Hinspiel in Stuttgart, verlor in Galicien dann mit 1:2 (Tore von Valerij Karpin und Aleksandr Mostowoj, für den VfB traf Stefan Blank) – das war gleichzeitig das Ende von Ralf Rangnicks Zeit als Trainer der Stuttgarter. Noch in der Nacht erfolgte die Trennung.
Celta Vigo ist ein spanischer Traditionsverein, der seine beste Zeit um die Jahrtausendwende hatte. Der Verein wurde am 28. August 1923 durch die Fusion von Real Vigo Sporting Club und Real Fortuna Vigo gegründet. Die auch „Celtiñas“ (kleine Kelten) genannten Galicier spielen zu Hause mit hellblauen Trikots und weißen Hosen, auswärts agieren sie vornehmlich im dunkelblauen Dress. Ihre Heimspielstätte ist das Stadion Abanca Balaídos mit einer Kapazität von 29 000 Zuschauern. Zu den auch in Deutschland wohl bekannten ehemaligen Spielern gehören Karpin und Mostowoj, aber auch Diego Placente, Santiago Canizares, Benni McCarthy, Claude Makelele, Michel Salgado oder Juanfran.
Die Galicier sind eine eher defensiv ausgerichtete Mannschaft. Trainer Claudio Giráldez González setzt auf viele Positionswechsel, defensive Kompaktheit und Spiel ohne Ball. Dazu kommen schnelle, überfallartig platzierte Vertikalangriffe, klassisches Konterspiel also. Bekannt sind sie zudem für eine gewissen Ellbogen-Mentalität. Vigo gilt in Spanien als garstige, unbequeme Mannschaft, die sich wenig gefallen lässt und im Zweifel auch das Foulspiel als Stilmittel zu ihren Gunsten einzusetzen weiß. Aktuell ist Vigo Tabellen-15. in La Liga.
Wie das aussehen kann, bekam der VfB im Testspiel an der Reutlinger Kreuzeiche zu spüren. Was die Schwaben aber genau so haben wollten. Trainer Sebastian Hoeneß setzte in der Vorbereitung bewusst auf Gegner, die eine härtere Gangart anschlagen, auch um seine Mannschaft auf die Europa-League und die sogenannte internationale Härte einzustimmen. Resilienz und Widerstandsfähigkeit waren in der Stuttgarter Saisonanalyse als Schwachpunkte ausgemacht worden.
Im Kader Celtas steckt auch ein wenig Bundesliga. So ist Bryan Zaragoza auf dem linken Flügel gesetzt. Der Tempodribbler gehört Bayern München, obschon er bisher kaum für die Bayern auflief. Vergangene Saison war er an Oviedo verliehen, nun ist er für Vigo im Einsatz. Für die Tore sorgt Borja Iglesias, der 2024 noch für Bayer 04 Leverkusen auf Torejagd ging.
Fünf Saisontore in sechs Partien hat Vigo auf dem Konto, vier davon erzielte der Angreifer. Dazu kennen manche wohl Ilaix Moriba, der vergangene Saison noch in Leipzig unter Vertrag stand. Mit dem VfB in Verbindung gebracht wurde im Sommer Willoit Swedberg, ein Wechsel des Flügelspielers kam aber nicht zustande.
Fünf deutsche Meistertitel und vier Pokalsiege, drei UI-Cup-Siege und ein Supercup-Erfolg aufseiten des VfB stehen einem UI-Cup-Erfolg bei Celta gegenüber. Danach kommen bei Vigo schon vier Finalteilnahmen in der Copa del Rey (spanischer Pokal) als größte Erfolge. Acht Champions-League-Spiele und 64 Europa-League-Spiele haben die kleinen Kelten vorzuweisen. Der VfB kommt auf 35 CL-Partien und 135 EL-Partien, dazu kommen noch 13 Spiele im Pokal der Pokalsieger. Der Marktwert der Schwaben wird laut transfermarkt.de bei 312 Millionen eingeordnet. Vigos Kader wird auf 122 Millionen Euro taxiert.