Auf dem Höhenflug: Der VfB Stuttgart liegt zwei Spieltage vor Saisonende auf dem dritten Platz der Bundesliga. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter haben im wichtigen Fernseh-Ranking jetzt schon zwei Plätze gutgemacht – und könnten im Saisonfinale weiter klettern. Bei welchen Ergebnissen und welchen Absteigern? Und um welche Summen geht es? Ein Überblick.

Der sportliche Höhenflug verschafft dem VfB Stuttgart auch finanziell größere Spielräume. Zum einen durch die Qualifikation für die Champions League, in der eine Antrittsprämie von 18,6 Millionen Euro garantiert ist. Zum anderen wird der derzeitige Tabellendritte der Bundesliga ab Sommer auch bei den Medienerlösen ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen – offen ist nur noch, in welchem Ausmaß.

 

Derzeit belegt der VfB noch Rang 14 im TV-Ranking, das im Wesentlichen auf Grundlage der Fünfjahres-Wertung ermittelt wird. Die Platzierung der zuletzt gespielten Saison zählt dabei am meisten (fünffach), die am längsten zurückliegende am wenigsten (einfach). Im Sommer fließt also die sehr erfolgreiche VfB-Spielzeit 2023/24 mit fünffachem Faktor in die Wertung ein, während die Abstiegssaison 2018/19 gestrichen wird.

Der VfB kann den FSV Mainz 05 noch überholen

Die Folge: Zwei Plätze im Medienranking werden die Stuttgarter in jedem Fall gutmachen. Denn: Um den FC Augsburg und den 1. FC Köln hier zu überholen, müssen sie am Saisonende einen Platz besser als die Fuggerstädter und acht Plätze besser als die Rheinländer dastehen. Beides ist zwei Spieltage vor Schluss schon sicher – und hat erhebliche finanzielle Folgen: Momentan erhält der VfB knapp 44 Millionen Euro aus den Medienerlösen. Da jeder Platz in der TV-Tabelle rund 2,5 Millionen Euro ausmacht, werden es in der kommenden Saison in jedem Fall fünf Millionen mehr sein.

Es könnte aber noch weiter nach oben gehen: Beendet der VfB die aktuelle Spielzeit mindestens zehn Plätze vor dem FSV Mainz 05, zieht er auch an den Rheinland-Pfälzern im Fernseh-Ranking vorbei. Das Szenario ist durchaus realistisch: Da die abstiegsbedrohten Mainzer maximal noch Platz 13 erreichen können, würde der derzeitige dritte Platz dem VfB reichen. Der wiederum wäre dem Team von Sebastian Hoeneß mit einem Sieg beim FC Augsburg am Freitag (20.30/Liveticker) nicht mehr zu nehmen.

Steigen Union Berlin oder Gladbach ab, profitiert der VfB

Und dann ist da noch der Fall Union Berlin. Aus eigener Kraft können die Stuttgarter hier zwar in dieser Saison die Medien-Kräfteverhältnisse nicht mehr verschieben – aber: Steigen die Köpenicker ab, klettert der VfB automatisch einen Platz im TV-Ranking. Gleiches wäre übrigens im Fall eines Abstiegs von Borussia Mönchengladbach der Fall. Beide Mannschaften befinden sich noch im Kampf um den Klassenverbleib und haben einen respektive vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Viele Rechenspiele, unter dem Strich lässt sich aber festhalten: Für den VfB sind fünf zusätzliche TV-Millionen sicher, 7,5 Millionen sehr wahrscheinlich, zehn Millionen im Idealfall möglich. In der kommenden Saison schüttet die DFL insgesamt rund 1,2 Milliarden an die 36 deutschen Proficlubs in den ersten beiden Ligen aus. Im Sommer 2025 endet dann der derzeit gültige Vertrag, über die neue Rechtevergabe wird momentan verhandelt.