Der Kampf um den vierten Champions-League-Platz spitzt sich zu. Drei Clubs aus Baden-Württemberg mischen vorne mit und wollen in der nächsten Saison zu den europäischen Topteams zählen.
Die Bundesliga-Saison neigt sich dem Ende zu. Der Kampf um die Meisterschaft ist zwar schon längst entschieden, der FC Bayern München holte vor zwei Wochen im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zum 35. Mal den Titel. Dafür ist der Kampf um die begehrten Champions-League-Plätze in dieser Saison umso spannender. Drei Clubs aus Baden-Württemberg – der VfB, der SC Freiburg und die TSG Hoffenheim – haben noch die Chance, nächste Saison in der Königsklasse zu spielen. Schaffen es alle drei in den begehrten Wettbewerb? Das wäre ein Novum.
Um in der Champions League spielen zu können, sind für die Vereine mehrere Szenarien denkbar: Die vier besten Teams der Bundesliga sind automatisch für die Königsklasse qualifiziert. Um den vierten Platz kämpfen aktuell noch drei Clubs: der VfB, die TSG und Bayer 04 Leverkusen. Der VfB trifft in den nächsten beiden Spielen auf seine direkten Konkurrenten: zunächst an diesem Samstag auswärts auf die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr), eine Woche später empfangen die Stuttgarter Bayer Leverkusen (15.30 Uhr). Für alle drei Mannschaften geht es um wichtige Punkte in der direkten Champions-League-Qualifikation. Bleibt es bei vier Plätzen für die Bundesliga, wird wohl nur der VfB oder die TSG das Vergnügen haben.
Platz fünf in der Bundesliga kann für Champions League reichen
Aber: Auch der fünfte Platz in der Bundesliga kann noch für eine Teilnahme in der Königsklasse reichen, sofern Deutschland in der Uefa-Saisonwertung noch den zweiten Platz erreicht. Deutschland liegt aktuell auf dem dritten Rang, hinter England und Spanien. Platz zwei ist für Deutschland noch drin, es hängt aber vom Abschneiden des FC Bayern und von Atlético Madrid in der Champions League, dem SC Freiburg in der Europa League sowie von Rayo Vallecano in der Conference League ab.
Auch der SC Freiburg hat trotz des derzeit achten Rangs in der Bundesliga noch eine realistische Chance auf eine Teilnahme in der Königsklasse – wenn die Breisgauer das Europa-League-Finale gewinnen, ist ihnen ein Startplatz in der Champions League garantiert. An diesem Donnerstag steht aber zunächst einmal das Halbfinal-Hinspiel bei Sporting Braga an.
Eines ist jetzt zumindest schon sicher: der VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim spielen in der nächsten Saison auf jeden Fall in der Europa League, vielleicht sogar in der Königsklasse. Beim SC Freiburg hingegen ist noch alles offen – von Champions League oder Conference League bis hin zu keiner Teilnahme am internationalen Wettbewerb.
Der Europapokal ist für keinen dieser Clubs Neuland. Der VfB Stuttgart war in den letzten zehn Jahren sowohl in der Champions League als auch in der Europa League vertreten. Als Vizemeister der Saison 2023/2024 qualifizierten sich die Stuttgarter für die Königsklasse. Dort kamen sie allerdings nicht über die Gruppenphase hinaus, in der die Mannschaft von Sebastian Hoeneß auf hochkarätige Gegner wie Real Madrid, Atalanta Bergamo und Paris Saint-Germain traf.
Als Pokalsieger 2025 spielte der VfB in der darauffolgenden Saison in der Europa League. Die Stuttgarter schafften es bis ins Achtelfinale, dort war aber nach zwei Niederlagen gegen den FC Porto Schluss.
Der SC Freiburg hat sich in den letzten Jahren in der Europa League etabliert. In der Saison 2017/2018 sind die Breisgauer noch in der dritten Qualifikationsrunde am slowenischen Club NK Domzale gescheitert, bei den drei weiteren Teilnahmen seit der Saison 2022/2023 erreichten sie immer das Achtelfinale. In der aktuellen Spielzeit stehen die Freiburger im Halbfinale und treffen an diesem Donnerstag (21 Uhr) im Hinspiel auf den portugiesischen Club SC Braga. In einem möglichen Finale warten dann entweder Nottingham Forest oder Aston Villa aus der englischen Premier League. In der Champions League spielte der Sportclub noch nie.
TSG Hoffenheim international nie besser als Sechzehntelfinale
Die TSG Hoffenheim hat in den letzten zehn Jahren dreimal in der Europa League und zweimal in der Champions League gespielt. In keinem der beiden Wettbewerbe waren die Kraichgauer aber besonders erfolgreich. In der Königsklasse war in der Saison 2017/2018 nach den verlorenen Play-Offs gegen den FC Liverpool Schluss, ein Jahr später schieden die Sinsheimer nach der Gruppenphase aus. Auch in der Europa League kam die TSG nie weiter als ins Sechzehntelfinale. In der nächsten Saison kann die Mannschaft von Christian Ilzer diese Bilanz aufbessern, wenn sie zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen.