Noah Darvich und Jeremy Arevalo jubeln – der VfB II schlägt RWE haushoch. Foto: IMAGO/Eibner

Der VfB Stuttgart II schießt Rot-Weiß Essen geradezu aus dem Stadion. Für Trainer Nico Willig ist das Spiel der „emotionale Klassenerhalt“.

Der VfB Stuttgart II feiert im Saisonfinale beim 6:1 (2:0) gegen Rot-Weiß Essen einen überzeugenden Kantersieg. Jeremy Arevalo (3), Nicolas Sessa (2) und Mohamed Sankoh erzielen die Tore. Trainer Nico Willig freute sich im Nachgang über den „emotionalen Klassenerhalt“, nachdem der eigentlich schon seit der Vorwoche klar ist – die Schwaben aber selbst nichts dazu taten (2:3-Niederlage gegen Havelse), sondern quasi auf der Couch das nächste Jahr in der 3. Liga klar machten. Entscheidend dafür war am Ende nicht der eigene Erfolg, sondern die Ergebnisse auf den anderen Plätzen.

 

„Eigentlich war ich mit der erste Hälfte gar nicht so sehr zufrieden. Aber dann hatte Nico eben diese beiden speziellen Momente“, teilte Willig Sonderlob an Spielmacher Nicolas Sessa aus. Der den Unterschied im ersten Durchgang ausmachte, erst vom Punkt (24.), dann per Traumtor traf (45.+1). „Was dann nach der Pause passiert, war eigentlich zu erwarten“, so Willig weiter. Die Essener kamen mit Wut im Bauch aus der Kabine und noch dazu mit den Druck, jetzt etwas tun zu müssen, um im Aufstiegsrennen weiter dran zu bleiben. Eine Ausgangslage, die sie „ins offene Messer“ rennen ließ.

Das Messer war in diesem Fall die Ibero-Connection beim VfB. Sessa, Noah Darvich und Jeremy Arevalo kommunizieren untereinander auf Spanisch. Und vor allem Areval drehte nun auf. Die Profi-Leigabe erzielte einen lupenreinen Hattrick (56., 78., 82.), zeigte sich dabei eiskalt vor dem Tor. Mohamed Sankoh traf noch zum zwischenzeitlichen 4:0. Das Tor der Gäste (90.+3) fiel nicht mehr ins Gewicht, war nurmehr Ergebniskosmetik. „Wir wollten unbedingt noch einmal für Schlagzeilen sorgen in dieser Saison. Ich denke, das ist uns gelungen“, so Willig.

Mit dem Sieg haben die Stuttgarter nicht nur den Klassenerhalt in der Tasche, sondern hat auch das erklärte Saisonziel nun sicher. „Wir wollen die beste zweite Mannschaft Deutschlands sein“, erklärte Willig unlängst. Bei noch zwei offenen Spielen und bereits sechs Punkten Abstand auf Hoffenheim ist seiner Mannschaft das nicht mehr zu nehmen.