Mehrere VfB-Profis weisen im Ligavergleich Topwerte auf. In anderen Bereichen reihen sich die Stuttgarter dagegen weit hinten ein. Ein Blick in die Statistiken der Saison 2024/25.
Tabellarisch hat der VfB Stuttgart die Saison als Neunter im Mittelfeld abgeschlossen, statistisch aber war er in einigen Bereichen vorne und hinten mit dabei. Welche Trends fallen auf? Wer aus dem Stuttgarter Kader weist im Bundesliga-Vergleich Topwerte auf? Ein Blick auf die Zahlen und Daten der Saison 2024/25.
Dominanz Der Spielstil unter Trainer Sebastian Hoeneß ist auf Kontrolle und Dominanz ausgerichtet – daran hat sich auch in der zurückliegenden Saison wenig geändert. Der VfB hatte im Vergleich mit den anderen Bundesliga-Teams die dritthöchste Ballbesitz-Quote (56 Prozent), die viertmeisten Ballkontakte pro Spiel (727) und die viertbeste Passquote (86 Prozent). Auffällig: Der Spieler mit den meisten Ballaktionen ist beim VfB nicht wie bei anderen Mannschaften üblich ein Verteidiger – sondern Mittelfeldspieler Angelo Stiller (91), über den der Spielaufbau maßgeblich läuft.
Laufleistung Hier reihen sich die Stuttgarter weit hinten ein: 115 Kilometer pro Spiel bedeuten den drittletzten Platz in der Bundesliga und immerhin fünf Kilometer Abstand zu den Laufkönigen vom FC St. Pauli. Aber: Teams mit viel Ballbesitz wie der VfB kommen oft auf weniger Kilometer, auch Borussia Dortmund rangiert in dieser Statistik zum Beispiel in der unteren Tabellenhälfte. Etwas geringer als im Jahr zuvor (116,9 Kilometer) war die Laufbilanz des VfB aber nichtsdestotrotz.
Zweikampfstärke Auf die kann sich der VfB verlassen. 51,6 Prozent erfolgreiche direkte Duelle mit dem Gegenspieler bedeuten Platz drei hinter dem FC Bayern und Bayer Leverkusen. Die teamintern beste Quote weist Innenverteidiger Jeff Chabot mit 65 Prozent gewonnenen Zweikämpfen auf, was Rang vier unter allen Bundesliga-Profis bedeutet mit einem knappen Abstand zu Zweikampf-König Jonathan Tah von Bayer Leverkusen (67 Prozent). Hinter Chabot folgt in der Stuttgarter Zweikampf-Statistik Winter-Neuzugang Finn Jeltsch mit einer Quote von 63 Prozent.
Dauerbrenner Torhüter Alexander Nübel hat in der zurückliegenden Bundesliga-Saison keine einzige Minute verpasst und erreicht damit den Maximalwert von 3060 Minuten. Das haben neben ihm in dieser Saison nur sein Torhüter-Kollege Michael Zetterer von Werder Bremen sowie die beiden Innenverteidiger Danilho Doekhi (Union Berlin) und Patrick Mainka (1. FC Heidenheim) geschafft. In Person von Ermedin Demirovic kam noch ein weiterer VfB-Profi in allen 34 Partien zum Einsatz – seine Minutenzahl ist aufgrund von Ein- und Auswechslungen aber deutlich geringer als bei Nübel: 1853.
Effizienz Sie waren immer wieder Thema für Sebastian Hoeneß: die Expected Goals, die Zahl der zu erwartenden Tore aufgrund der Chancenqualität. Herausgespielt hat sich der VfB nämlich viele gute Abschlusspositionen, genutzt hat er längst nicht alle: Sieben Treffer mehr hätte der VfB laut dieser Statistik eigentlich erzielen müssen, was acht Punkte mehr und Platz fünf in der Abschlusstabelle bedeutet hätte. Mit alleine 14 Pfosten- oder Lattentreffern reiht sich der VfB übrigens auf Platz vier der Bundesliga ein – zum Vergleich: die TSG Hoffenheim am anderen Ende der Skala traf nur fünfmal Aluminium.
Elfmeter Die Expected Goals würden auch um einiges freundlicher aussehen, hätte der VfB häufiger vom Elfmeterpunkt getroffen. Sechs Strafstöße bekam das Team zugesprochen und damit die zweitmeisten der Bundesliga nach dem FC Bayern (zehn). Aber: Vier der sechs Elfmeter vergaben die Stuttgarter in Person von Ermedin Demirovic (2), Enzo Millot und Nick Woltemade. Letzterer hatte sich eigentlich sicher vom Punkt präsentiert, dann aber am drittletzten Spieltag beim FC St. Pauli auch verschossen. Zum Vergleich ein Blick auf Harry Kanes Statistik beim FC Bayern in dieser Saison: Neun Elfmeter, neun Tore.
Tempo Die höchste Geschwindigkeit brachte ein Spieler auf den Platz, der nur unregelmäßig zum Einsatz kam: Flügelstürmer Justin Diehl wurde mit 36,08 km/h geblitzt – was Platz zwölf im Bundesliga-Ranking bedeutet, das der Frankfurter Jean Matteo Bahoya (37,16 km/h) anführt. Die zweit- und drittschnellsten Stuttgarter waren jeweils Verteidiger: Josha Vagnoman (35,99 km/h) und Ramon Hendriks (35,24 km/h).