Jubel beim VfB: Die Mannschaft dreht ein 0:2 in ein 3:2. Foto: Pressefoto Baumann/Volker Müller

Trotz des Sieges ist längst nicht alles gut im Spiel der Stuttgarter. Aber: Die Mannschaft zeigt in der zweiten Hälfte nicht zum ersten Mal in dieser Saison Qualitäten, die noch wichtiger als die drei Punkte sind, kommentiert David Scheu.

Ein perfektes Spiel? Das hat der VfB Stuttgart gegen Union Berlin beileibe nicht hingelegt, trotz des 3:2-Sieges. Vor allem in der ersten Hälfte fehlte es fast völlig an offensiver Durchschlagskraft, zudem war die Anfälligkeit bei gegnerischen Standards über die gesamte Spielzeit hinweg frappierend. Themen genug also, an denen es zu arbeiten gilt.

 

Aber: Wie die Mannschaft nach dem 0:2 in der zweiten Hälfte zurückkam, war alles andere als selbstverständlich und zeugt von großer Moral. Zur Erinnerung: Das Hoeneß-Team drehte einen Zwei-Tore-Rückstand gegen eine Mannschaft, die bis dato im Schnitt weniger als einen Gegentreffer pro Spiel in der Bundesliga kassiert hatte.

Natürlich lag die Wende auch in der taktischen Umstellung von Trainer Sebastian Hoeneß begründet, der nach der Pause auf eine Doppelspitze umstellte und so für mehr Präsenz in der vordersten Linie sorgte – was sich schon beim 1:2-Anschlusstreffer auszahlte, als Ermedin Demirovic auf Nick Woltemade ablegte.

Mehrere Comebacks in dieser Saison

In erster Linie war der Erfolg gegen die Berliner aber einer des Willens – im vierten Spiel innerhalb von nur zehn Tagen gegen ausgeruhte Köpenicker. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison bewies der VfB in spielerisch nicht restlos überzeugenden Partien Charakter und punktete gegen Ende noch: Ähnliches war in dieser Saison schon beim VfL Wolfsburg (2:2) und gegen die TSG Hoffenheim (1:1) zu beobachten.

Gerade in der bislang anspruchsvollen Saison, die von einem hohen Pensum und einigen verletzungsbedingten Ausfällen geprägt ist, kann dieser Glaube an die eigene Stärke zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor werden.