Der Freiburger Trainer blickt selbstkritisch auf sein Verhalten in der hitzigen Schlussphase. In einem anderen Punkt besteht dagegen Uneinigkeit mit Sebastian Hoeneß.
In den letzten Minuten des Baden-Württemberg-Duells kochten die Emotionen endgültig hoch. Der VfB Stuttgart führte, der SC Freiburg wollte den Ausgleich – und sein Trainer war am Anschlag: Schon die gesamte Partie hatte Julian Schuster an der Seitenlinie energisch gestikuliert, den Austausch mit dem vierten Offiziellen gesucht, auch mehrere Entscheidungen kritisiert. Bis sich die Energie in der fünften Minute der Nachspielzeit endgültig entlud.
Nachdem der eingewechselte Maximilian Mittelstädt direkt vor der Freiburger Bank die schnelle Ausführung eines Freistoßes verhindert hatte, tobte der SC-Trainer und ging den Stuttgarter Linksverteidiger verbal an. Nach einem kurzen Wortgefecht wurden beide verwarnt, wenig später war Schluss.
Als der Puls im Anschluss wieder etwas unten war, blickte dann auch Schuster selbstkritisch auf besagte Szene zurück. „Ich fange kurz mit einer Entschuldigung an“, leitete er sein Statement auf der Pressekonferenz ein – um dann zu berichten, dass er sich schon direkt nach dem Spiel bei Hoeneß und Mittelstädt persönlich entschuldigt habe.
Sebastian Hoeneß nimmt die Entschuldigung an
Wie es zu der hitzigen Szene kam? „Ich verlange von meinen Spielern“, so Schuster, „dass sie mit aller Energie auf dem Platz sind und alles reinwerfen. Dann kann ich nicht an der Seitenlinie stehen und zuschauen.“ Zugleich stand für ihn mit Blick auf die Mittelstädt-Szene fest: „Das war eins drüber. Aber das bedarf es eben auch, um hier bestehen zu können. Wir wissen aus persönlichen Erfahrungen, welche Energie in diesem Stadion entstehen kann.“
Hoeneß betrachtete die Sache dann auch schnell als erledigt: „Das war für mich auf dem Platz schon geklärt.“ Uneinigkeit bestand indessen in der Bewertung des Spiels. Schuster: „Es war ein Kampf mit hoher Intensität. Meine Mannschaft hat sich gewehrt und es nicht verdient, aufgrund der Leistung als Verlierer vom Platz zu gehen.“ Hoeneß dagegen betonte: „Ich habe ein bisschen eine andere Sichtweise auf das Spiel. Für mich fühlt es sich trotz des Lucky Punchs verdient an.“