Der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß strahlt Zuversicht aus. Foto: Baumann/Julia Rahn

Für den Pokalsieger geht es bereits im Achtelfinale der Europa League um viel – aber der Trainer muss nicht nur dieses Duell im Blick behalten.

Nur nichts an den Abläufen verändern. Jedenfalls nicht zu viel. Das gilt für den FC Porto, der an diesem Mittwochvormittag noch auf dem eigenen Clubgelände in der portugiesischen Hafenstadt trainiert hat, ehe sich die Mannschaft von Cheftrainer Francesco Farioli in das Flugzeug setzte. Landung knapp drei Stunden später in Leinfelden-Echterdingen.

 

Auch der VfB Stuttgart hat diese Reiseform im Europapokal schon betrieben. Sie liegt im Trend, da ein Abschlusstraining an der Spielstätte von den Übungsleitern nicht mehr so hoch eingeschätzt wird wie früher. Alles, um den Fußballprofis zusätzliche Strapazen zu ersparen.

Wenn man so will, wird nun an diesem Donnerstag (18.45 Uhr/RTL) in der MHP-Arena ein Gipfel der Normalität ausgetragen. Der Spitzenreiter der Premeira Liga gegen den Tabellenvierten der Bundesliga. Denn auch der VfB versucht, vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League möglichst alles in den gewohnten Bahnen verlaufen zu lassen. Der vertraute Trainingsplatz, die übliche Uhrzeit, das heimische Bett – nur die Herausforderung ist eine besondere.

Es geht gegen den zweimaligen Weltpokalsieger und 30-fachen Landesmeister aus Portugal. Ein Hauch der europäischen Königsklasse umweht die Stuttgarter, wenn sie auf das Team aus Porto treffen. Wie schon zuvor gegen Fenerbahce Istanbul, die AS Rom und Celtic Glasgow. Zumal der VfB selbst äußerst ambitioniert unterwegs ist. „Der FC Porto könnte mit seiner sehr gut zusammengestellten Mannschaft auch im Achtelfinale der Champions League stehen“, sagt der Trainer Sebastian Hoeneß.

Das reizvolle Aufeinandertreffen mit der internationalen Fußballmarke von der iberischen Halbinsel ist demnach schwierig genug, um nach dem Rückspiel nächste Woche im Wettbewerb zu verbleiben. Doch für den VfB stehen ja weitere Stunden der Klarheit an. Bereits am Sonntag (19.30 Uhr) kommt RB Leipzig nach Stuttgart, der punktgleiche Rivale im Rennen um einen Platz in der Champions League. Das Duell bildet den Auftakt zu einer Reihe von Gegnern, die nahezu alle im vorderen Ligadrittel stehen.

Hoeneß bleibt jedoch im Hier und Jetzt. „Da wird es beim Personal und in der Belastungssteuerung erst einmal keine große Taktiererei geben“, sagt der Trainer. Er sieht seine Elf auf allerhöchstem Niveau gefordert – in allen Belangen. Denn die Farioli-Formation agiert äußerst intensiv. „Die Spieler sind gut und bringen eine sehr hohe Sprintbereitschaft mit“, weiß Hoeneß nach seinen Analysen.

Und natürlich gibt es da die außergewöhnliche Defensive: in 38 Pflichtspielen hat der VfB-Gegner erst 19 Gegentore hinnehmen müssen. „Da wird unsere Effizienz in der Offensive eine große Rolle spielen“, sagt Hoeneß, der ansonsten betont: „Sinnvoll ist es, Schritt für Schritt zu gehen.“ Erst Porto, dann Leipzig.