Der Kapitän steht nach seiner Sperre wieder zur Verfügung, hat aber formstarke Konkurrenz. Ein Blick auf die Lage in der Stuttgarter Schaltzentrale vor dem Endspiel um den DFB-Pokal.
Am Tag vor dem Endspiel wird Atakan Karazor in den Fokus rücken. In den Katakomben des Berliner Olympiastadions steht am Freitag die Pressekonferenz vor dem Finale um den DFB-Pokal zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern an, die traditionell mit beiden Trainern und Kapitänen gemeinsam auf dem Podium stattfindet. Ob der Stuttgarter Spielführer aber auch am Samstag um 20 Uhr beim Anpfiff des Finals eine Hauptrolle einnehmen wird, ist zumindest offen.
Nach seiner Roten Karte Anfang Mai im Spiel gegen die TSG Hoffenheim (3:3) war der 29-Jährige für die folgenden beiden Partien gesperrt worden – und wird damit am Finaltag eine Pause von drei Wochen ohne Pflichtspiel hinter sich haben. Eine Dauer, bei der das Argument der fehlenden Spielpraxis im Vergleich zur größeren Frische unweigerlich Raum einnimmt.
Chema und Nikolas Nartey trafen zuletzt gegen Eintracht Frankfurt
Hinzu kommt: Zwei potenzielle Kandidaten für den Platz im zentralen Mittelfeld neben dem gesetzten Angelo Stiller haben zuletzt Eigenwerbung betrieben: Sowohl Chema als auch Nikolas Nartey trugen sich beim 2:2 bei Eintracht Frankfurt in die Torschützenliste ein. Und dass Karazor in dieser Saison anders als in den beiden vorherigen Spielzeiten nicht mehr unantastbar ist, hatte sich in der Hinrunde gezeigt. Damals spielte des Öfteren Chema neben Stiller.
Zugleich zeigte Karazors Formkurve in der Rückrunde wieder klar nach oben, was sich auch in längeren Einsatzzeiten spiegelte. Zudem könnten seine Arbeiterqualitäten gegen den FC Bayern gefragt sein, um Löcher zu stopfen und Stiller abzusichern. Zuletzt bei der 2:4-Niederlage gegen die Münchner in der Bundesliga zählte Karazor zu den besseren Stuttgartern – mit einer Passquote von 97 Prozent und einer Laufleistung von 11,5 Kilometern.
Ob Trainer Sebastian Hoeneß auf diese Qualitäten wieder setzt im Endspiel? Erste Hinweise könnte es am Freitag auf der Pressekonferenz geben – wobei sich der Stuttgarter Chefcoach hier in aller Regel selten in die Karten schauen lässt. Endgültig Klarheit wird dann am Samstag um 19 Uhr herrschen, wenn eine Stunde vor Spielbeginn die Aufstellungen publik sind.